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Wolfram Alpha: Der Google-Killer?

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Ein Cross-Over aus Wikipedia und Google: Wolfram Alpha. Google-Killer oder Wikipedia-Klon? Wolfram Alpha, eine Internetseite soll den Umgang mit Wissen und Web revolutionieren: „Ein neues Paradigma für den Gebrauch von Computern denn des Webs“ nennt es der Erfinder, „Google-Killer“ nennt es die Press. Doch was steckt wirklich hinter dem Phänomen?


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Stephen Wolfram, die treibende Kraft hinter Wolfram Alpha, gilt schon früh als Wunderkind. Er besucht Elite-Universitäten in England und macht seinen Doktor in theoretischer Physik im Alter von 20 Jahren. Seine Software „Mathematica“ ist das Standard-Werkzeug für mathematische Modelle. Nun will Wolfram mit „Wolfram Alpha“ ein Versprechen einlösen, das die frühen Computerpioniere gegeben hatten: Der Computer soll zukünftig selbst die Antworten auf vom Menschen gestellte Sachfragen geben.

Die Antwortmaschine Wolfram Alpha ist keine Suchmaschine, damit kein ominöser Google-Killer, sondern vielmehr eine Symbiose aus Wissen im Stile von Wikipedia und einer Suchmaschine, welche mit Hilfe eines Suchfensters durchforstet werden kann. Den passenden Begriff bringt Stephen Wolfram selbst ins Spiel. Wolfram Alpha ist eine Antwortmaschine. 

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Deutschland vs. Frankreich: Das BIP der beiden Länder im Vergleich.

Google vs. Wolfram Alpha. Während eine typische Suchanfrage bei Google meist aus einem Suchbegriff besteht, der eine Vielzahl an weiterführenden Links zutage bringt, wird in Wolfram Alpha mit tatsächlichen Fragen gearbeitet. Diese sollen in aufbereiteten Informationen münden. So liefert Google bei einer Beispielsuche nach „Deutschland“ Links zu verschiedenen News, Wikipedia und anderen Seiten, welche die Suchmaschine für relevant hält. Die Auswahl der richtigen Seiten bleibt dem User überlassen. Die gleiche Suche bei Wolfram Alpha versucht direkt Informationen weiterzugeben. So werden dem Nutzer neben einer Karte mit der geographischen Lage des Landes unter anderem Informationen zu Landesflagge, Einwohnerzahl und diverse Wirtschaftsdaten angeboten.

Vor allem bei statistischen Daten und Berechnungen trumpft die Antwortmaschine gegenüber der Suchmaschine auf: Wolfram Alpha kann verschiedenste Suchanfragen miteinander vergleichen, beispielsweise das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands mit dem Frankreichs, das Ergebnis berechnen und grafisch darstellen. Hier ist Google deutlich überfordert. Allerdings leistet sich der Herausforderer auch ein paar unschöne Patzer. Wer sich beispielsweise für die die vergangenen US-Wahlen interessiert, erhält keine Antwort. Auch im Bereich Kultur hat Wolfram Alpha diverse Wissenslücken, die durch intensive Berechnungen noch geschlossen werden müssen. Ebenfalls fahrlässig ist die Quellenlage: So erhält man keine Angaben, woher die Zahlen eigentlich stammen, die der Service gerade miteinander vergleicht.

Vor allem internationalen Nutzern dürfte die Tatsache missfallen, dass bis jetzt nur eine englische Version der Webseite zur Verfügung steht. Die gestellten Fragen müssen damit zwingend in englischer Sprache formuliert werden, um überhaupt ein Ergebnis zu erhalten.

Fazit: Eine neue Art von Wissensermittlung Wolfram Alpha ist weder der vielbeschworene Google-Killer, noch ein neues Wikipedia. Stattdessen versucht Wolfram Alpha das Beste aus den beiden Welten in sich zu vereinen. Aufbereitetes, relevantes Wissen soll nur eine Frage, oder einen Mausklick weit vom Nutzer entfernt sein. Allerdings muss das Projekt noch vieles lernen und berechnen. Bis jetzt münden viele Anfragen einfach im Nichts des Eingabefensters. Doch die Macher sehen Wolfram Alpha als „Work in Progress“ und damit ständiger Veränderung und Verbesserung unterworfen. Schließlich haben auch Google und Wikipedia eine Entwicklung hinter sich, die bis heute andauert.

via: www.chip.de/artikel/Wolfram-Alpha-Der-Google-Killer

visit: www.wolframalpha.com

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