Trend Enzyklopädie - Futureclick

Überall und Immerda: Hyperlocality

Hyperlocality macht die ganze Welt zum Einkaufszentrum. Bald wird Hyperlocality auch in die Unternehmen einziehen. Erste Anwendung ist etwa die Ermittlung von Warenbeständen.

Per Geo-Tracking kann eine Inventur per Knopfdruck erfolgen, sobald alle Waren mit Funkchips ausgestattet sind. Überdies lässt sich auch der Weg der Fracht in Echtzeit am Bildschirm verfolgen. So kann die Produktion sofort auf Verzögerungen reagieren.


Absehbar sind Umbrüche im Handel. Wem das Kleidungsstück eines Passanten auf der Straße gefällt, fotografiert es mit dem Mobiltelefon – ein Link führt ihn direkt zur Online-Bestellmöglichkeit.

Der Handel ist künftig nicht mehr auf einen Ort angewiesen, denn Shopping-Zone ist jetzt überall. Auch die Verbraucher-Demokratie bekommt eine neue Dimension. Mussten Produkt-Kritiken bislang mühsam in Fachforen im Netz gesucht werden, kann der Konsument diese in Zukunft virtuell direkt an das Produkt im Regal heften.

Der Laden von morgen ist ein Schauraum und Erlebnispark. Er stellt Ware zum Anklicken aus – der Käufer bekommt sie direkt nach Hause geliefert, ohne den Umweg über die teure Innenstadtlage.

Technologien, die Hyperlokalität ermöglichen, sind schon vorhanden. Auswahl: RFID-Chips auf Waren und Gegenständen machen diese per Funk lokalisierbar.

WLAN und UMTS ermöglichen drahtloses Internet an jedem Ort. Geotags verknüpfen Gegenstände, Firmen oder Menschen mit Orten auf der digitalen Landkarte. Das Mobiltelefon mit Kamera und Netzzugang wird zum universellen Kommunikations-, Einkaufs- und Bezahlgerät.

Schnappschuss genügt: In Zukunft niemanden mehr nach Namen und Beruf fragen – Erkennung per Gesichts-Google macht es möglich.

Hier einige Beispiele für Hyperlocality-Anwendungen:

– Mini testete in den USA eine neue Art der Plakatwerbung: Fährt ein Mini an der Plakatwand vorbei, zeigt diese eine Werbung speziell für den Fahrer. Die Plakatwand erkennt den nahenden Mini an einem RFID-Chip im Autoschlüssel.

– Staus lassen sich rechtzeitig erkennen. Tomtom (Navi-Hersteller) wertet dazu Bewegungsdaten von Mobiltelefonen aus. Aus den Mustern, wie schnell und wohin sich Signale bewegen, lassen sich Staus vorhersagen.

– Über den Internet-Dienst www.ehebruch24.de können misstrauische Eheleute jederzeit ermitteln, an welchem Ort sich der Partner genau befindet – per Handy-Ortung.

Mehr Information: Bruce Sterling, „Dispatches From the Hyperlocal Future“, in: „Wired“ (15/07), sowie Max Celko, „Hyperlocality: Die Neuschöpfung der Wirklichkeit“, in: „GDI-Impuls“, II/08.

Speak Your Mind