Diese Pflastersteine beseitigen Smog

Zwar herrscht in einigen Teilen Deutschlands gerade Schneechaos – die Ruhrgebietsstadt Bottrop rüstet sich dennoch schon für den Sommer. Dafür pflastern Arbeiter derzeit einen Teil einer Kreuzung in der Innenstadt neu. Die unscheinbaren Steine aus Beton sollen dafür sorgen, dass die Sonne keinen Sommersmog mehr verursachen kann. Den reinigenden Effekt ermöglicht ein Zuschlagstoff in den Pflastersteinen, Photoment genannt.

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Dieses fotokatalytische Material auf der Basis von Titandioxid verwandelt mit Hilfe der ultravioletten Sonnenstrahlen Stickoxide, aus denen sich Ozon und damit der berüchtigte Sommersmog bildet, in Nitrate um. Diese spült der nächste Regen in die Kanalisation. Die Mengen sind so gering, dass sie keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
Auch gegen Moose immun

„Einer dieser Steine reinigt nach Berechnungen der TU Berlin mehr als einen Kubikmeter Luft in der Stunde“, freut sich Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Testfläche ist rund 750 Quadratmeter groß.

Wissenschaftler der Berliner Hochschule haben 1500 dieser Pflastersteine getestet und ihre Wirkung bestätigt. Als erste Stadt in Deutschland hatte Laupheim in Baden-Württemberg Anfang 2014 rund 500 Quadratmeter Bürgersteige mit Photoment-Platten belegt.

Den schadstoffvernichtenden Zuschlagstoff hat die zum Essener Kraftwerkskonzern Steag gehörende Steag Power Minerals gemeinsam mit dem Leverkusener Titandioxidhersteller Kronos Titan entwickelt. Sie knacken nicht nur Stickoxidmoleküle, sie verhindern auch, dass sich an wenig befahrenen und begangenen Stellen organische Beläge wie Flechten oder Moose bilden.

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Wie der Schmutzkiller funktioniert – der Regen wäscht das Nitrat vom Stein. (Grafik: Steag)

Der fotokatytische Effekt sorgt auch für die Zerstörung anderer Schadmoleküle, etwa Motoröl. Photoment kann jedem Betonpflasterstein zugesetzt werden. Der Katalysator ist am effektivsten, wenn die Sonne scheint, funktioniert allerdings auch bei Kunstlicht, etwa unter Straßenlaternen.

Der reinigende Belag kommt aber nicht für lau. Drei bis fünf Euro Mehrkosten enstehen pro Quadratmeter. Der Effekt soll sich laut den Entwicklern nicht abnutzen. Auch der Photoment Beton soll so stabil wie herkömmlicher Baustoff sein.
Schmutzige Städte

Der Einsatz von Photoment ist nicht auf Pflastersteine beschränkt. Sämtliche Formteile aus Beton lassen sich mit dem Luftreiniger versetzen, etwa Dachziegel, Fassadenfarben oder Lärmschutzwände. Das könnte den Städten helfen, die Grenzwerte für die Belastung der Luft mit Stickoxiden einzuhalten, die die Europäische Union festgelegt und für 2015 noch verschärft hat.

140 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürfen niemals überschritten werden, 100 Mikrogramm an allenfalls 18 Tagen pro Jahr. Bisher kann kaum eine Stadt im EU-Raum diese Werte einhalten. Ob allein der neue Baustoff die Situation verbessern kann, ist allerdings fraglich – an weniger Autos in den Innenstädten führt wohl auch mit ihm kein Weg vorbei.

Hier noch ein Video zum selbstreinigenden Beton:

via: http://green.wiwo.de/

Innovation: 16-Jährige stellt Plastik aus Bananenschalen her

Die Welt ist abhängig vom Kunststoff – mit fatalen Folgen: Plastikmüll verschmutzt die Meere, ein hoher Ölpreis verteuert die Herstellung. Immerhin: An überraschenden Ideen, diese Probleme zu lösen, mangelt es nicht. Denn wer hätte gedacht, dass sich Kunststoff auch aus Bananenschalen herstellen lässt? Bei der alljährlichen Google Science Fair, einem Online-Wissenschaftswettbewerb für Schüler zwischen 13 und 18 Jahren, präsentierte eine 16-jährige Schülerin aus Istanbul, Elif Bilgin, genau dies:

In ihrem schon zwei Jahre währenden Projekt beschäftigt sie sich mit der Verwendung von Bananenschalen in der Produktion von Bio-Kunststoff. Er soll als Ersatz für das herkömmliche, Erdöl-basierte Plastik dienen. Bilgin entwickelte zum einen ein Verfahren zur Herstellung des Plastiks aus Bananenschalen. Ein mögliches Einsatzgebiet: In der Isolierung von Kabeln. Auf die Idee brachte sie Plastik aus den Resten von Mangos – auch deren Stärke wird in der Kunststoffproduktion eingesetzt.

Die Schülerin recherchierte, dass allein in Thailand – der Gegend aus der die Banane ursprünglich stammt – rund 200 Tonnen an Schalen pro Tag weggeworfen werden. Die Schale mache gut 30-40 Prozent einer Banane aus. Dieser Ausschuss könne wesentlich besser genutzt und weiterverwertet werden, dachte sie sich.

Die Methode, die Bilgin erarbeitete, ist dabei so einfach, dass man die Experimente in einem einfach eingerichteten Labor oder auch zu Hause nachstellen kann – alles, was man braucht ist Chlorwasserstoff, Glycerin, Natronlauge und Natriumdisulfit. Manche der verwendeten Chemikalien sind zwar reizend, aber nicht extrem gefährlich. Begeistert hat das auch die Jury des mit 50.000 Dollar dotierten “Science in Action”-Preises, den Bilgin kürzlich gewann.

Problem bei Bioplastik: Die Kompostierbarkeit

Bisher gibt es vor allem Tüten und Folien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais-, Zuckerrüben-, oder Kartoffelstärke. Wer aber glaubt, dass Kunststoffe auf Biomasse-Basis eine neue Erfindung sind, der irrt: Der erste industriell produzierte Kunststoff (1869) war ein Biokunststoff – Celluloid. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten auf Erdölbasis gefertigten Kunststoffe erfunden.

Ob Biokunststoffe aber wirklich so umweltfreundlich wie erwartet sind, ist umstritten. Dies belegt zum Beispiel die jüngste Studie des Bundesumweltamtes über Verpackungsmaterial aus Bio-Kunststoffen.

Im Jahr 2011 wurde zudem gegen Danone, Aldi und REWE Anzeige wegen irreführender Werbung erstattet. Sie bewarben ihre Joghurtbecher und Einkaufstüten aus Polymilchsäure-basierten Kunststoffen als kompostierbar. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sie einfach auf den Komposthaufen werfen kann: Viele Biokunststoffe zerfallen nur unter ganz spezifischen Bedingungen in Wasser und Kohlendioxid. Bedingungen, wie sie nur in einigen wenigen professionellen Kompostwerken herrschen.

Daher landet das Bioplastik oft – zusammen mit den herkömmlichen Stoffen – in der Verbrennungsanlage. Ob auch dem Bananen-Kunststoff von Bilgin ein ähnliches Schicksal droht, bleibt abzuwarten.

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Ausrollbare Aquawand kann Fluten schnell stoppen

Ein deutscher Ingenieur hat eine mobile Schutzwand entwickelt, die vor Hochwasser schützt. Die Erfindung kann dazu beitragen, dass sich Städte künftig extrem schnell vor den Fluten wappnen können. Von Silvia von der Weiden


Foto: Infografik Die Welt

Hochwasser-Schutzwände werden bisher in Depots gelagert. Künftig wäre es möglich, eine ausrollbare Folie unter dem Bürgersteig zu installieren, die bei Bedarf von zwei Technikern sehr schnell aufgebaut werden kann

Moderne Technik für den Hochwasserschutz ist kostspielig. In Dresden schützen derzeit mobile Schutzwände die Semperoper vor dem Elbehochwasser. Riesige Wassertanks fangen das abgepumpte Sickerwasser auf, das der Fluss in die Keller des Gebäudes drückt.

Rund 130 Millionen Euro hat das die Stadt gekostet. Angesichts der 50 Millionen Euro Schäden, die die Flut 2002 an dem historischen Gebäude verursachte, ist das eine Aufwendung, die sich nun bezahlt macht. Auch am Rhein wird Hochwasserschutz großgeschrieben.

Allein die Stadt Köln investierte in den vergangenen Jahren 260 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen. Als eine der wirkungsvollsten hat sich schon mehrfach die insgesamt 9,3 Kilometer lange und bis zu vier Meter hohe, mobile Hochwasserschutzwand bewährt, welche die tief gelegene Altstadt und weitere Stadtteile sogar vor einem Rekordhochwasser sichern soll.

„Solche mobilen Schutzwände bestehen aus zwei Komponenten: den Mittelstützen, die im Hochwasserfall in regelmäßigen Abständen montiert werden, und den Dammbalken, die dazwischen gestapelt werden. Spezielle Verschraubungs- und Anpresstechniken sorgen für die Dichtigkeit der Schutzwand“, erläutert Xaver Storr. Er ist Geschäftsführer beim mittelständischen Anlagenbauer IBS aus dem bayerischen Thierhaupten, der die Kölner Hochwasserschutzwand ausgeführt hat. Diese lagert normalerweise, in mehrere Teile zerlegt, im Depot.

Ist Hochwasser zu erwarten, muss der Aufbau schnell gehen. Das erfordert neben einer ausgeklügelten Logistik vor allem auch leichte und kompakte Bauteile. Um neben den Dammbalken auch die Stützen unter ein Gewicht von 70 Kilogramm zu drücken, hat das Unternehmen daher eine neue Stützengeneration aus reinem Aluminium entwickelt.

Schutzwand muss gewaltigen Kräften standhalten

„Damit können die Bauteile mit zwei Mann unabhängig von zusätzlichem technischem Gerät installiert werden“, erklärt Storr. Zwei bis drei Tage Vorlauf braucht es aber auch dann, um die Schutzwand in der gesamten erforderlichen Länge zusammenzubauen. Die Schutzwand muss bei ihrem Einsatz im Hochwasser gewaltigen Kräften standhalten.

„Beim Volleinstau mit maximalem Pegelstand haben wir eine Flächenlast von mindestens zwei Tonnen pro Quadratmeter im obersten Meter der Schutzwand berücksichtigt“, erläutert der Experte. „Außerdem muss die Wand auch an ungünstigen Stellen des Bauwerks einem Anprall etwa durch Treibgut widerstehen, was einer Einzellast von drei Tonnen entspricht.“

Die sichtbare Schutzwand ist aber nur der kleinere Teil einer mächtigen Konstruktion, die auf Stahlbeton ruht. Je nach der Beschaffenheit des Untergrundes ist das Fundament bis zu 20 Meter tief im Boden verankert und hält so das vom Fluss eindringende Sickerwasser zurück. Zusätzlich sorgen Pumpwerke in regelmäßigen Abständen dafür, dass nachdrängendes Wasser nicht unter das Fundament gelangt.

Es müsste doch auch einfacher und schneller gehen, dachte sich ein Münsteraner Wasserschutzingenieur und entwickelte 2006 mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt die „ausklappbare Stauwand“.

„Die Schutzwand besteht aus einer dicken, polyesterverstärkten PVC-Plane, die von Stahlpfosten in regelmäßigen Abständen gehalten wird. Auf der wasserabgewandten Seite wird die flexible Kunststofffolie zusätzlich durch ein aufgespanntes Lawinenschutznetz aus Stahl verstärkt, was der Schutzwand die nötige Stabilität verleiht“, erläutert Hartmut Wibbeler, der Erfinder des Systems.

200 Meter lange Schutzwand extrem schnell aufgebaut

Sicherheitsgurte, die von Pfosten zu Pfosten gespannt werden, verstärken das Ganze. Der Clou: Die bis zu 1,80 Meter hohe Folie samt Netz ist zusammenrollbar und verschwindet normalerweise in einem Betonkanal, der Teil beispielsweise eines Bürgersteiges oder eines Deiches ist.

Im Ernstfall lässt sich die Schutzwand dann ruck, zuck ausrollen. „Ausgerüstet mit einem Haken und einem Multischlüssel, bauen zwei Personen in zwei Stunden 200 Meter der Schutzwand auf“, verspricht Wibbeler.

Er vermarktet das System inzwischen bereits kommerziell. Noch steht die große Bewährungsprobe dafür allerdings aus. Sicherheitstests am TuTech Zentrum für Klimafolgenforschung in Hamburg-Harburg haben ergeben, dass die Schutzwand auch bei hohen Anprallversuchen von Treibgut nicht versagt, so Wibbeler. Und auch bei den Dichtigkeitstests der Folie hätte sich nur eine geringe Durchsickerungsrate ergeben.

Der Wasserschutzingenieur zeigt sich deshalb auch sehr zuversichtlich: „Wir haben die mobile Schutzwand schon auf mehreren Messen und Ausstellungen vorgestellt. Das Interesse daran war groß.“ An einer ausfahrbaren Hochwasserschutzwand haben sich zuvor auch schon die Hersteller von Dammbalken-Wänden versucht.

„In ein solches Vorhaben haben wir viel Entwicklungsarbeit und Zeit gesteckt“, sagt IBS-Experte Storr. „Aber eine solche Technik wird nicht vom Markt nachgefragt.“ Immerhin einen Fortschritt kann das Unternehmen dabei aber vermelden: In einem Projekt in Irland erprobt es nun eine Hochwasserschutzwand, bei der zumindest die Pfosten versenkbar sind.

via: http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/

Verkehrslärm verändert Zirpen von Grashüpfern

Partnersuche. Nachtigall-Grashüpfer: Am lauten Straßenrand wird anders gezirpt als auf der stillen Wiese
Verkehrslärm macht auch Grashüpfern zu schaffen: Leben die Insekten in der Nähe viel befahrener Straßen, passen sie ihren Balzgesang an, um von Weibchen noch gehört zu werden. Biologen befürchten, dass das die Partnerwahl der Insekten beeinflusst.

Grashüpfer zirpen, um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Doch was tun, wenn man in der Nähe einer Straße lebt, wo der Autolärm fast alles andere übertönt? Die Heuschrecken verändern dann ihr Liebeslied, berichten Forscher der Universität Bielefeld im Fachmagazin „Functional Ecology“.

Das Team um Ulrike Lampe sammelte 200 männliche Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus) aus ruhigen Gegenden sowie aus dem Grasstreifen entlang stark befahrener Straßen ein. Im Labor ließen sie die Tiere in der Nähe eines Weibchens zum Minnesang antreten. Ergebnis: Die Hüpfer vom Straßenrand verschieben beim Zirpen die mittleren Töne in den hohen Bereich. Das sei sinnvoll, weil der Verkehrslärm die Signale im mittleren Frequenzbereich leicht überdecken könne, kommentierte Biologin Lampe. So verhindern die Insekten offenbar, dass die Weibchen sie wegen des Hintergrundlärms überhören.

Dass Vögel, Wale und Frösche ihre Gesänge in lauten Umgebungen verändern, ist schon seit einiger Zeit bekannt. Dies sei nun der erste Beleg für eine solche Anpassung bei einem Insekt. „Der von Menschen verursachte Lärm beeinträchtigt zunehmend die akustische Kommunikation von Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen“, schreiben die Forscher. Bei den Grashüpfern ist der Gesang ein wichtiger Teil des Paarungsverhaltens: Die Männchen erzeugen ihn, indem sie mit ihren Hinterbeinen über eine hervorstehende Ader ihres Flügels streichen, und locken so Weibchen an.

Passen die Grashüpfer ihren Gesang spontan an?

„Nachtigall-Grashüpfer erzeugen Gesänge, die aus tiefen und höheren Frequenzkomponenten bestehen“, erklärt Lampe. Typischerweise dauere eine Strophe zwei bis drei Sekunden und bestehe aus schneller werdenden Tick- und Zirpgeräuschen. Die Zusammensetzung der Strophen und die Art, wie sie vorgetragen werden, helfen den Weibchen dabei, einen passenden Partner zu finden.

Nach Ansicht der Forscher könnte zunehmender Verkehrslärm langfristig Folgen für das Paarungsverhalten der Grashüpfer haben – trotz der festgestellten Anpassungen. „Die Weibchen könnten bei zunehmendem Lärm die männlichen Balzgesänge nicht mehr richtig hören und so die Männchen ihrer eigenen Art nicht mehr erkennen“, sagt Lampe. Der veränderte Gesang könnte es den Weibchen zudem erschweren, am Zirpen einzuschätzen, ob ein Männchen attraktiv sei oder nicht.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher klären, ob die Grashüpfer ihre Gesänge spontan an den Lärmpegel ihrer Umgebung anpassen. Möglich wäre auch, dass der Lärm im Laufe der Generationen bereits genetische Spuren hinterlassen hat. Das veränderte Gesangsverhalten wäre dann im Erbgut der Männchen aus lauten Habitaten verankert, ihre Gene müssten sich von denen der Männchen aus leiseren Standorten unterscheiden.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/

Mais-Gen steigert Ausbeute von Biosprit

Alternativer Kraftstoff. Ein Gen aus der Maispflanze könnte die Gewinnung von Biosprit deutlich effizienter machen: Es soll die Verarbeitung erleichtern und verhindern, dass die manipulierten Pflanzen ihr Erbgut in der Umwelt verbreiten. Das Hauptproblem des vermeintlichen Öko-Kraftstoffs besteht allerdings weiter.

Nach dem Einbau eines Gens aus der Maispflanze können Pflanzen womöglich besser zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt werden. Wie US-Forscher zeigten, lassen sich aus derart gentechnisch veränderten Pflanzen jene Zucker leichter entfernen, die zur Kraftstoffproduktion nötig sind. Außerdem speichern die Pflanzen erheblich mehr Stärke, schreiben die Forscher im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Ein weiterer Vorteil: Die Pflanzen blühen nicht und bilden damit auch keine Samen oder Pollen, mit denen das Fremdgen womöglich auf Wildpflanzen übertragen werden könnte.

Zuckerrohr-Ernte in Brasilien: Mais-Gen könnte Biosprit-Produktion effizienter machen.

Biokraftstoffe werden hergestellt, indem die verschiedenen Zucker in der pflanzlichen Biomasse mit Hilfe von Bakterien vergoren werden. Der Abbau der Zuckerstoffe wird derzeit häufig dadurch erschwert, dass diese in die pflanzlichen Zellwände eingelagert und eng mit sogenannten Ligninfasern verbunden sind, welche die Pflanzenwände festigen.

George Chuck von der University of California in Berkeley und seine Mitarbeiter suchten nun nach einem Weg, wie sich die Biokraftstoffproduktion vereinfachen und die Effizienz steigern lässt. Sie bauten dazu ein Gen der Maispflanze, genannt Corngrass1 (Cg1), in verschiedene andere Pflanzen ein, unter anderem in die Rutenhirse (Panicum virgatum). Die Rutenhirse ist eine aus Nordamerika stammende Graspflanze, die als erfolgversprechender Rohstoff-Kandidat für die Herstellung von Biokraftstoffen gilt.

Der Einbau des Maisgens hatte nach Angaben der Forscher zur Folge, dass die Pflanzen deutlich mehr Seitenäste und Blätter bildeten. Außerdem verblieben diese Teile der Pflanzen in einem jugendlichen Stadium, so dass die darin enthaltenen Zucker sehr viel einfacher gewonnen werden können.

In den Stämmen der Rutenhirse hätten sich nach dem Gentransfer außerdem bis zu 250 Prozent mehr Stärke abgelagert. Bakterien können Stärke leichter verarbeiten als zum Beispiel Zellulose. Dazu sei lediglich das Enzym Amylase nötig, eine Vorbehandlung der Pflanzen zur Gewinnung der Zuckerstoffe sei überflüssig, so die Forscher.

Dies trage auch dazu bei, Energie zu sparen, da die sonst übliche Vorbehandlung bei hohen Temperaturen erfolge und nach ätzenden Chemikalien verlange. Das Cg1-Gen könne auch auf andere Pflanzen übertragen werden, um ihre Eigenschaften für die Herstellung von Biokraftstoffen zu verbessern.

Das grundsätzliche Problem, das Kritiker in Biotreibstoffen sehen, dürfte damit allerdings nicht behoben sein: Ihre Massenproduktion benötigt gigantische Ackerflächen. Sie entstehen meist durch Umwidmung von Flächen, die zuvor der Nahrungsmittelproduktion dienten, oder durch Abholzung von Regenwäldern. Die Folgen sind drastische Steigerungen bei den Nahrungsmittelpreisen und die Beschleunigung des Klimawandels.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft

Abfall in Rohstoffe verwandeln

Neues Verfahren soll Abfall mittels Enzymen in Rohstoffe verwandeln. Der thailändische Technik Pioneer Paijit Sangchai will mittels eines Enzyms in der Lage sein, auch schwer recycelbare Abfälle zu recyceln, um aus ihnen begehrte Rohstoffe zu gewinnen. In seinem thailändischen Unternehmen Flexoresearch hat er mehrere Enzyme entwickelt die in der Lage sind auch aus Mischverpackungen wie Aufklebern, Milchtüten oder anderen Hartverpackungen, die aus Materialkombinationen bestehen, Rohstoffe wie beispielsweise Zellstofffasern oder Kunststoffe zu gewinnen. Dabei greift das erste Enzym zunächst die wasserdichten, chemisch beschichteten Oberflächen an. Weitere Enzyme lösen dann die Klebstoffe aus dem Papier, dadurch kann anschließend der zurückbleibende Zellstoff recycelt werden.

Ein weiterer Rohstoff, der zurückbleibt, sind die gelösten Kunststoffe, die im Anschluss ebenfalls erneut als Material für die Produktion neuer Produkte zur Verfügung stehen. Der recycelte Zellstoff kann zur Papierherstellung genutzt werden oder als Baumaterial eingesetzt werden. Das hier angewandte Verfahren soll das erste dieser Art sein. Ähnlich wie die von uns bereits vorgestellte Methangasanlage, die in China betrieben wird, ist auch dieses Verfahren ein Schritt in Richtung Umweltschutz.

Bereits jetzt wurde eine erste Auszeichnung erreicht

Erst vor Kurzem wurde das Unternehmen Flexoresearch als eines von 31 als Technology Pioneers vom World Economic Forum ausgezeichnet. Das Time Magazin bezeichnete das Unternehmen Flexoresearch sogar als eines der 10 Start-ups, die das Leben verändern werden. Laut Paijit Sangchai wird gerade in Ländern wie Thailand in der Regel das Hartpapier einfach achtlos weggeworfen. Viele Menschen in Thailand verbrennen diesen Abfall illegal und verursachen dadurch umweltschädliche Gase. Doch auch die USA entsorgen diese Verpackungen zwar durch sichere Verbrennungsmethoden, allerdings seien sie auch nicht in der Lage diese zu recyceln. Er denkt dadurch, dass in jedem Land kaschierte Papiere und Pappen als Verpackungen genutzt werden, an einen globalen Markt für sein Verfahren. Eine besondere Idee zum Umweltschutz durch umweltfreundliche Verpackungen zeigt uns das Unternehmen Dell auf, die ihre PCs in Bambus verpacken.

Das interesse an diesem Verfahren ist groß

Wie groß das Interesse an diesem Verfahren ist, zeigt auch die Aussage von Paijit Sangchai, das seit dem Gewinn des Technology Pioneer Awards, bereits unzählige Investoren angeboten haben, in dem Unternehmen Flexoresearch einzusteigen. An diesen Angeboten sei er jedoch nicht interessiert. Er habe jetzt ein Unternehmen, in dem er 17 Mitarbeiter beschäftige, aufgebaut dessen Interesse daran liege, weltweit den Menschen zu helfen die Umwelt zu schonen. Gerade im Bereich Umweltschutz bieten immer neue Entwicklungen die Möglichkeit aktiv daran teilzunehmen. So könnten die Pflastersteine die für bessere Luft sorgen ihren Teil dazu beitragen. Wir alle können durch Ideen wie dem Greenarator oder aktuell im Winter, durch Tipps zum Energiesparen beim Heizen unseren Teil dazu beitragen.

Quelle: physorg

Alternative Energie erzeugen auf dem eigenen Balkon

Greenerator Energieerzeugung auf dem Balkon

Solar- und Windenergie sind Themen, die sich bisher überwiegend für Hausbesitzer angeboten haben. Der Greenerator des Designers Jonathan Globerson soll dieses jetzt ändern. Mit einem Solarpanel und einer Windturbine, die in einer Einheit verbaut sind, bietet er eine Lösung zur Energiegewinnung an, die auch von Mietern genutzt werden kann. Bisher war es den Mietern nicht oder nur sehr schwer möglich den Trend in Richtung alternativer Energien zu nutzen.

Die Vermieter haben sich meist schon gegen das Anbringen einer Sat Schüssel an den Gebäude Außenseiten gewehrt. Geschweige denn, dass sie durch Mieter angebrachte Solarpanels, die mit dem Gebäude verschraubt werden müssen, gestattet hätten. Im Angesicht dieses Problems hat sich der Designer Globerson um eine Lösung des Problems gemacht. Er entwickelte und designte den sogenannten Greenerator. Ein System, das aus einem Solarpanel und einer Windturbine besteht. Dieses System kann ohne viel Aufwand am Balkongeländer befestigt werden. Laut dem Designer Globerson soll dieses System bis zu 6% der Stromrechnung einsparen können. Der Trend zu Hause eigene Energie zu erzeugen ist nicht ganz neu wie beispielsweise auch das Zuhause Kraftwerk belegt.

Energiegewinnung mittels Solarpanels – ein Trend für den Umweltschutz

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der, dass zudem im Interesse der Umwelt in etwa 1000 Kg CO2 eingespart werden können. So können auch Mieter einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz und zur alternativen Energieerzeugung liefern. Das Erzeugen von Energie mittels Sonne durch Solarpanels ist ein hoffentlich langanhaltender Trend. Der Greenerator des Designers Jonathan Globerson könnte einen großen Beitrag zu diesem Trend beisteuern. Allerdings ist nicht bekannt ob der Designer sein System vermarkten möchte. Auch ein Preis für den Greenerator wurde vom Designer nicht genannt. Im Bereich Solar Energie wurde kürzlich eine neue Generation an Straßenlaternen vorgestellt, die an den Solar Trend anknüpft.

Der Greenerator bietet Potenzial für die Weiterentwicklung

Der kompakte Greenerator würde sich in die Optik vieler Hausfronten oder Rückseiten integrieren. Durch weitere Innovationen könnte zudem eine höhere Leistung erzielt werden. Unter den vielen alternativen Möglichkeiten Energie zu erzeugen, könnte der Greenerator einen hohen Stellenwert einnehmen. Ein kleiner Beitrag von vielen, die dazu führen können, dass Atomanlagen in Deutschland endgültig abgeschaltet werden und nicht noch mehr gefährlicher Atommüll produziert wird.

via: www.trendsderzukunft.de

Der Food Foot-Print

Sustainable-Food-Chain: CO2 wird zum immer relevanteren Kaufkriterium. Nicht selten stellen die Konsumenten die Nachhaltigkeit in Frage, wenn die Bio-Kartoffel aus Ägypten kommt und tausende Kilometer hinter sich hat, bevor sie auf dem Teller landet. „Carbon Neutral Product“ von Eosta bietet dafür jetzt eine Lösung:

Als erster Bio-Lebensmittelhändler Europas verkauft EOSTA klimaneutrales Obst und Gemüse, sodass die Verbraucher nun CO2-relevante Kaufentscheidungen treffen können. Im Sortiment sind Äpfel und Birnen aus Argentinien, Tomaten aus den Niederlanden sowie Orangen aus Ägypten.

Der Zertifizierungsstandard kommt vom TÜVNord Cert. Mittels so genannter Full Life Cycle Carbon Assessments sind alle produktspezifischen Treibhausgasemissionen transparent: von der Produktion über den Transport bis zur Distribution und Weiterverarbeitung.

Durch den Partner Soil & More (www. soilandmore.com) wird die errechnete Emissions-Menge durch Löschung äquivalenter Emissionszertifikate im Öko-Landbau der jeweiligen Produktionsländer ausgeglichen.

Visit: www.eosta.com

Algen Energie

Algen für Biogasanlagen mit Magneten ernten. Rohstoffquellen für Biogasanlagen könnten durch ein Verfahren von Siemens-Forschern besser erschlossen werden. Die Forscher haben eine neue Methode entwickelt, wie Algen besonders einfach geerntet werden können.

Den Forschern gelang es im Labor nachzuweisen, dass sich besonders schnell wachsende Algensorten an Magnetpartikel anlagern. Die für die CO2-neutrale Verbrennung vorgesehenen Algen können genauso unkompliziert geerntet werden, wie ein Magnet Eisennägel aufsammeln kann.

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Algen sind wertvolle Rohstofflieferanten. Über Jahrmillionen verarbeiteten sie in der Geschichte der Erde CO2 zu hochwertigen organischen Molekülen: Einige Arten spezialisierten sich darauf, Fettsäuren und Lipide zu produzieren. Ihre Überreste aus der Urzeit bilden eine Grundlage für das heute geförderte Erdöl und Erdgas. Auch heute haben Algen ein enormes Potenzial, sie könnten Lieferant für Biomasse, Biogas oder Biodiesel sein. Außerdem sind sie leicht zu züchten. Mehr als CO2 und Wasser brauchen sie nicht – vorzugsweise sogar Abwasser, weil darin Nährstoffe enthalten sind.

Bei all den Vorteilen bleibt ein Nachteil: Die Ernte der Algen stellte sich bislang als besonders schwierig dar. In einem Liter Wasser sind nur ein paar Gramm enthalten. Um sie zu ernten, muss das Wasser abgelassen und aufwändig gefiltert werden. Das ändert sich durch die neue Methode der Siemens-Forscher. Sie vermengen die Algen mit Magnetit. Diese nur wenige Mikrometer großen Eisenoxid-Teilchen – sie sind noch viel kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares – werden von den Algen eingeschlossen. Das entstandene Gemisch kann einfach mit Hilfe eines Magneten angezogen werden, ohne das Wasser ablassen zu müssen.

Die neue Technik bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Dadurch, dass der Wasserverlust geringer ist als bisher, werden Algen als Rohstofflieferanten auch für trockenere Gebiete interessant. Zudem können sie effizienter gezüchtet werden. Durch die verwendete Menge des Magnetits kann bestimmt werden, wie viele Algen geerntet werden. Eine gewisse Anzahl bleibt zurück, um als Ausgangsbasis für die nächste Population zu dienen.

Bislang wurde die neue Technik im Labormaßstab angewendet, doch sind sich die Siemens-Forscher sicher, dass es auch in einem größeren Maßstab funktioniert. Der nächste nötige Schritt wäre der Aufbau einer Pilotanlage, in der die Skalierbarkeit und Effizienz des Verfahrens weiter getestet werden kann.

via: www.innovations-report.de

Klappern für sauberen Strom

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25.000 Wassermühlen klappern für sauberen Strom. Ein norddeutscher Ingenieur verhilft einer fast vergessenen Technologie zum Comeback: der Wassermühle. Mit Tausenden solcher Anlagen will er künftig Strom produzieren. Die ersten Räder laufen bereits – und die Fachwelt räumt dem Projekt gute Chancen ein.

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