Chinesen drucken Haus: Werden Bauarbeiter bald arbeitslos?

Die wohl modernste und nachhaltigste Villa Chinas wurde nicht nur aus recycelten Materialien hergestellt … sie kommt auch noch aus einem 3D-Drucker!

Das Unternehmen WinSun nutzte Bauabfälle und neu aufbereitete Steine, um das 1115 Quadratmeter große Anwesen Schicht für Schicht zu drucken. Der 3D-Druck von Gebäuden ist damit einen großen Schritt vorangekommen.
Druck mit Bauabfällen

Chinesen drucken Haus_WinSun_Futureclick

Für den Druck der Häuser verwendeten die Chinesen einen Drucker, der eigens für diesen Zweck entwickelt und designed wurde: Er ist sechs Meter hoch und hat ein Druckbett von mehr als 370 Quadratmeter Fläche. Die Druckköpfe spucken eine Kombination aus Zement und recycelten Baumaterialien aus.

Chinesen drucken Haus_Futureclick

Chinesen drucken Haus_Treppenhaus_Futureclick

Die einzelnen Teile des Designs werden schichtweise aufgetragen und müssen anschließend nur noch aushärten, bevor Schlüsselstellen mit Stahl verstärkt und Isolierungen in die Hohlräume der Konstruktion eingebracht werden können.

Zwar haben auch schon andere Unternehmen Gebäude gedruckt, WinSun ist aber drauf an dran, ein neues Zeitalter der Nachhaltigkeit für die Immobilienindustrie einzuläuten.

Revolution in der Immobilienindustrie

Aus dem gleichen Printer, der das Anwesen druckte, kam auch schon ein fünf Stockwerke hohes Appartmentgebäude. Wie lange das gedauert hat? Einen Tag zum Drucken, fünf weitere für den Zusammenbau. Das ist schneller als die Herstellung eines Fertighauses, die dazu noch in einer Fabrik abläuft und nicht direkt am Standort.

Zusätzlich überzeugen 3D-Drucker auch beim Druck von Häusern in puncto Materialeffizienz. Es entsteht nahezu kein Abfall, da das Gerät nur das Material verwendet, dass das Design vorsieht. Hinzu kommt beim Drucker von WinSun noch der Recycling-Anteil beim Material, wodurch der Ressourcenverbrauch noch niedriger bleibt.

Ebenfalls gering ist der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft. Bauarbeiter dürfte diese Entwicklung also eher nicht erfreuen.
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Das fünfstöckige Appartment-Gebäude von WinSun – ebenfalls gedruckt. (Copyright: WinSun)

Nachhaltige Produktion, günstige Preise

Auch in der für den Verbraucher interessantesten Kategorie überzeugen die gedruckten Häuser: Das Riesen-Anwesen kostet nach Unternehmensangaben lediglich 161.000 US-Dollar. Ein Fertighaus der gleichen Größenordnung kommt den Käufer um ein Vielfaches teurer zu stehen.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte der 3D-Druck also die immer gravierenderen Platzprobleme der sieben Milliarden Menschen auf der Erde auf günstige und effiziente Weise lösen. Die Hälfte von ihnen lebt mittlerweile in Städten.

Dass 1000-Quadratmeter-Villen dafür weder die platzsparendste, noch die günstigste Variante sind, wissen auch die Designer bei WinSun. Aber sie können es auch weniger pompös: Im März 2014 druckten sie ebenfalls aus recyclten Materialien eine Baureihe von zehn kostengünstigen Wohnhäusern – zum Preis von jeweils 5000 US-Dollar.

Für die Zukunft denkt man bei WinSun allerdings in anderen Größenordnungen: Als nächste Projekte werden gedruckte Brücken und Wolkenkratzer angegeben. Um den Materialbedarf zu decken, sollen in ganz China bis zu 100 Recyclinganlagen den Betrieb aufnehmen.

via: http://green.wiwo.de/

Diese Pflastersteine beseitigen Smog

Zwar herrscht in einigen Teilen Deutschlands gerade Schneechaos – die Ruhrgebietsstadt Bottrop rüstet sich dennoch schon für den Sommer. Dafür pflastern Arbeiter derzeit einen Teil einer Kreuzung in der Innenstadt neu. Die unscheinbaren Steine aus Beton sollen dafür sorgen, dass die Sonne keinen Sommersmog mehr verursachen kann. Den reinigenden Effekt ermöglicht ein Zuschlagstoff in den Pflastersteinen, Photoment genannt.

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Dieses fotokatalytische Material auf der Basis von Titandioxid verwandelt mit Hilfe der ultravioletten Sonnenstrahlen Stickoxide, aus denen sich Ozon und damit der berüchtigte Sommersmog bildet, in Nitrate um. Diese spült der nächste Regen in die Kanalisation. Die Mengen sind so gering, dass sie keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
Auch gegen Moose immun

„Einer dieser Steine reinigt nach Berechnungen der TU Berlin mehr als einen Kubikmeter Luft in der Stunde“, freut sich Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Testfläche ist rund 750 Quadratmeter groß.

Wissenschaftler der Berliner Hochschule haben 1500 dieser Pflastersteine getestet und ihre Wirkung bestätigt. Als erste Stadt in Deutschland hatte Laupheim in Baden-Württemberg Anfang 2014 rund 500 Quadratmeter Bürgersteige mit Photoment-Platten belegt.

Den schadstoffvernichtenden Zuschlagstoff hat die zum Essener Kraftwerkskonzern Steag gehörende Steag Power Minerals gemeinsam mit dem Leverkusener Titandioxidhersteller Kronos Titan entwickelt. Sie knacken nicht nur Stickoxidmoleküle, sie verhindern auch, dass sich an wenig befahrenen und begangenen Stellen organische Beläge wie Flechten oder Moose bilden.

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Wie der Schmutzkiller funktioniert – der Regen wäscht das Nitrat vom Stein. (Grafik: Steag)

Der fotokatytische Effekt sorgt auch für die Zerstörung anderer Schadmoleküle, etwa Motoröl. Photoment kann jedem Betonpflasterstein zugesetzt werden. Der Katalysator ist am effektivsten, wenn die Sonne scheint, funktioniert allerdings auch bei Kunstlicht, etwa unter Straßenlaternen.

Der reinigende Belag kommt aber nicht für lau. Drei bis fünf Euro Mehrkosten enstehen pro Quadratmeter. Der Effekt soll sich laut den Entwicklern nicht abnutzen. Auch der Photoment Beton soll so stabil wie herkömmlicher Baustoff sein.
Schmutzige Städte

Der Einsatz von Photoment ist nicht auf Pflastersteine beschränkt. Sämtliche Formteile aus Beton lassen sich mit dem Luftreiniger versetzen, etwa Dachziegel, Fassadenfarben oder Lärmschutzwände. Das könnte den Städten helfen, die Grenzwerte für die Belastung der Luft mit Stickoxiden einzuhalten, die die Europäische Union festgelegt und für 2015 noch verschärft hat.

140 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürfen niemals überschritten werden, 100 Mikrogramm an allenfalls 18 Tagen pro Jahr. Bisher kann kaum eine Stadt im EU-Raum diese Werte einhalten. Ob allein der neue Baustoff die Situation verbessern kann, ist allerdings fraglich – an weniger Autos in den Innenstädten führt wohl auch mit ihm kein Weg vorbei.

Hier noch ein Video zum selbstreinigenden Beton:

via: http://green.wiwo.de/

Fenster kühlen sich von selbst

Diese Fenster kühlen sich von selbst durch ein integriertes Kühlwasser-System. Entwickler von der Harvard University in den USA haben die ersten Fensterscheiben entwickelt, die sich in brütender Hitze nicht erwärmen und die Hitze ins Haus lassen, sondern sich selbstständig und umweltverträglich kühlen. Wie die “coolen” Fenster von der Harvard Universität funktionieren und wie man die Fenster zur sauberen Warmwassergewinnung nutzen kann erklärt dieser Artikel.

Integriertes Kühlwasser-System in den Fenstern

Das Prinzip der selbstkühlenden Fenster basiert auf einem integrierten Kühlwasser-System. Hauchdünne Venen ziehen sich durch die Fensterscheibe und sobal es draußen heiß wird, wird Wasser durch die dünnen Kanäle gepumpt. Dieses nimmt die Wärme der aufgeheizten Fenster auf und transportiert sie ab. Das Kühlsystem soll es ermöglichen Fenster ohne nennenswerten Energieaufwand bis zu 8 Grad abzukühlen.


Fenster die sich von selbst kühlen

Die größte Herausforderung während der Entwicklung der neuen Fenster von der Harvard University bestand darin, die Kanälchen für das menschliche Auge unsichtbar zu gestalten und Schmutzpartikel aus den Kanälen fern- um die Scheiben so sauber zu halten.

Gekühlte Fensterscheiben zur Wärmegewinnung einsetzen

Eigentlich sind hier nicht die Fensterscheiben, sondern mehr das abtransportierte Wasser gemeint. Denn dieses wird automatisch erwärmt und kann später als Warmwasser genutzt werden. Wenn man darüber nachdenkt, wie viel Fläche Fensterscheiben es in Gebäuden, vor allem in gläserne Hochhäusern gibt, sieht man das Potential von Glas für Energiegewinnung an sich.

via: http://www.dvice.com/