13,6 Milliarden Jahre alter Stern entdeckt

Mit seinen 13,6 Milliarden Jahren haben australische Wissenschaftler den ältesten jemals entdeckten Stern ausfindig gemacht. Der Stern soll den Berechnungen zufolge 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden sein. Damit existierte er bereits während der Anfänge des Universums.


Wissenschaftler haben den bisher ältesten Stern gefunden. Er ist 13,6 Milliarden Jahre alt.

Wissenschaftler haben den bisher ältesten Stern entdeckt. Der Stern ist 13,6 Milliarden Jahre alt und entstand rund 200 Millionen Jahre nach dem Urknall. Damit existierte der Stern bereits während der Anfänge des Universums. Die australischen Wissenschaftler veröffentlichten ihre Entdeckungen in der Zeitschrift Nature. Bisher galten zwei Himmelskörper mit einem Alter von 13,2 Milliarden Jahren als die ältesten entdeckten.

Das neu gefundene Objekt trägt die Nummer SMSS J031300.36-670839.3. Der jetzt gefundene Stern sei zudem nah an der Erde dran. Der Stern liege in der Milchstraße und 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Alter des Sterns haben die Entwickler aufgrund des Fehlens des Eisens im Lichtspektrum des Stern nachgewiesen, wie die Wissenschaftler gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärten.

Den Wissenschaftlern zufolge würde der Eisenanteil im Universum mit der Zeit steigen. Der Eisenanteil des neu gefundenen Sterns sei sechzig Mal geringer als bei anderen Sternen. Dementsprechend ist der Stern der älteste, der jemals gefunden wurde.

via: 20min.ch.

Forscher entdecken die größte Struktur im Weltall

Unvorstellbar riesig: Ein Team von Astronomen hat die größte Struktur im Universum entdeckt, die jemals erspäht wurde. Sie besteht aus einer Gruppe von mehr als 70 extrem hellen Quasaren.

Die künstlerische Darstellung zeigt den weit entfernten Quasar ULAS J1120+0641, der von einem Schwarzen Loch Energie bezieht. Quasare sind helle Galaxienkerne, die sich zu großen Gebilden sammeln können

Ein internationales Astronomen-Team hat die bislang größte Struktur im Universum entdeckt. Die „Große Quasar-Gruppe“ ist rund vier Milliarden Lichtjahre lang. Das berichten die Forscher um Roger Clowes von der Universität von Zentral-Lancashire im britischen Preston im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS). Die Gruppe umfasse 73 Quasare.

Quasare sind extrem helle Galaxienkerne aus der Jugendzeit des Universums. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Quasare sammeln sich in extrem großen Gruppen

Seit den 1980er-Jahren ist bekannt, dass sich Quasare in erstaunlich großen Gruppen sammeln. Eine derart gigantische Gruppe wurde jedoch niemals zuvor beobachtet.

„Während das Ausmaß dieser Großen Quasar-Gruppe kaum zu erfassen ist, können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sie die größte Struktur ist, die jemals im Universum erspäht wurde“, betonte Clowes in einer Mitteilung seiner Universität. „Das ist sehr aufregend – nicht zuletzt, weil es unserem gegenwärtigen Verständnis von der Skala des Universums widerspricht.“

Denn die moderne Kosmologie baut auf das sogenannte kosmologische Prinzip, das 1933 von dem Astrophysiker Edward A. Milne eingeführt wurde. Dem zufolge sieht der Kosmos auf einer ausreichend großen Skala überall gleich aus

Nach dem kosmologischen Prinzip, das allerdings nie zweifelsfrei bewiesen worden sei, sollte es jedoch keine Gebilde von mehr als etwa 1,2 Milliarden Lichtjahren Größe geben, erläuterten die Forscher. Sie wollen nun nach weiteren Beispielen für „zu große“ Strukturen im Universum suchen.

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Neuer Mars-Meteorit entzückt Forscher

Im Vergleich zu anderen enthält der Stein mehr Mineralien, Wasser und Sauerstoff. Ein neu entdeckter Mars-Meteorit liefert einzigartige Einblicke in die geologische Geschichte des Roten Planeten. Der 2,1 Milliarden Jahre alte Stein unterscheide sich von allen anderen bekannten Marsmeteoriten und begründe eine neue Klasse, berichten Forscher um Carl Agee von der Universität von New Mexico im US-amerikanischen Albuquerque im Fachblatt „Science“.

Bislang sind rund 110 Exemplare bekannt, die alle zur sogenannten SNC-Gruppe (Shergotty, Nakhla, Chassigny) gehören. Ihr genauer Herkunftsort auf dem Mars ist jedoch unbekannt. Zudem stimmt ihre chemische Zusammensetzung nicht gut mit den aktuellen Analysen des Marsbodens durch Rover und Sonden auf und bei dem Roten Planeten überein.

Den rund 320 Gramm schweren neuen Meteoriten hatten Forscher 2011 von einem marokkanischen Händler erworben. Die Analyse zeigt, dass er hohe Anteile von Mineralien wie Feldspat und Pyroxen enthält, die vermutlich vulkanischer Herkunft sind. „Die chemische Zusammensetzung dieses ungewöhnlichen Meteoriten legt nahe, dass er aus der Marskruste stammt“, erläutert Koautor Andrew Steele von der Carnegie Institution in Washington in einer Mitteilung. „Es ist bislang die erste Verbindung irgendeines Marsmeteoriten mit der Kruste.“

Der Stein enthält erstaunlich viel Sauerstoff, was auf Reservoirs im damaligen Marsboden schließen lässt, und rund zehn Mal soviel Wasser wie andere Marsmeteoriten. „Das vielleicht Aufregendste an dem hohen Wassergehalt ist, dass er eine Wechselwirkung des Steins mit Oberflächenwasser entweder vulkanischer Herkunft oder von einschlagenden Kometen damals nahelegt“, betont Steele.

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Quasar spuckt Rekordmenge Energie ins All

Schwarze Löcher: Die Masse von 400 Sonnen, jedes Jahr weggeschleudert mit knapp 30 Millionen Kilometern pro Stunde: Astronomen haben einen Quasar entdeckt, der mehr Energie aussendet als alle bekannten Schwarzen Löcher. Die Analyse des Himmelsobjekts beendet eine jahrzehntelange Suche.

Quasare gehören zu den hellsten Objekten im Universum. Sie bilden das Zentrum entfernter Galaxien und feuern große Mengen Energie ins All, die auch bei der Entwicklung von Galaxien eine Rolle spielt. Nun haben Forscher einen Materiestrom aufgenommen, der alle bisher beobachteten Energiemengen um ein Vielfaches übersteigt. Zum ersten Mal stimmt die aufgezeichnete Energie mit theoretischen Berechnungen von Astronomen überein.


Rekord-Quasar (Illustration): Energie strahlt 1000 Lichtjahre in die ihn umgebende Galaxie

Der untersuchte Quasar schickt jährlich eine Materiemasse von rund 400 Sonnen ins All und zwar mit knapp 30 Millionen Kilometern pro Stunde. Dieser Materiestrom enthalte zwei Billionen Mal mehr Energie, als unsere Sonne abstrahlt, berichten spanische und amerikanische Forscher in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts „The Astrophysical Journal“. Der Strom habe mindestens fünfmal mehr Energie als der vorige Rekordhalter.
„Wir haben den energiereichsten Quasar-Materiestrom entdeckt, der je beobachtet wurde“, sagt Nahum Arav von der Technischen Universität von Virginia in Blacksburg. Die Materie strahle hundertmal mehr Energie aus als die gesamte Milchstraße. „Das ist ein wahrhaft gigantischer Energieausstoß.“

Mit der Aufnahme sei es erstmals gelungen, einen Quasar-Materiefluss zu messen, der so hohe Energiemengen zeigt, wie von der Theorie vorhergesagt, so Arav weiter. Alle zuvor beobachteten Quasar-Materieflüsse seien nicht so stark wie von Theoretikern erwartet: „Nach etwas Derartigem haben wir Jahrzehnte gesucht.“

Eingefangen hat die Strahlung der abgeworfenen Materie das Very Large Telescope (VLT) in Chile. Ausgesendet wurde sie vom Quasar mit der sperrigen Bezeichnung SDSS J1106+1939 aus dem Sternbild Löwe. Astronomen gehen davon aus, dass es sich bei Quasaren um supermassereiche Schwarze Löcher handelt. Eigentlich sind diese vor allem dafür bekannt, Materie zu verschlingen. Dabei schleudern sie jedoch auch einen Teil der Materie mit hoher Geschwindigkeit zurück ins All.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/

Weltraumteleskope erspähen bislang fernste Galaxie

MACS0647-JD ist noch ein Baby und 13,3 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Die Weltraumteleskope Hubble und Spitzer haben einen Blick auf sie erhascht – aber auch nur mit kosmischer Hilfe.


Astronomen haben die älteste bislang bekannte Sterneninsel entdeckt: Die Baby-Galaxie bekam die Katalognummer MACS0647-JD

Auf der Suche nach den ältesten Galaxien im Universum sind Astronomen auf einen neuen Rekordhalter gestoßen: Sie entdeckten eine Sterneninsel in 13,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa und die Europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilten.

„Wir sehen die neu entdeckte Galaxie mit der Bezeichnung MACS0647-JD so, wie sie 420 Millionen Jahre nach dem Urknall aussah“, hieß es. „Ihr Licht war 13,3 Milliarden Lichtjahre zur Erde unterwegs.“ Damals hatte das Universum erst drei Prozent seines heutigen Alters.

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt – knapp zehn Billionen Kilometer. Das Urknall-Modell besagt, dass das Universum vor rund 13,7 Milliarden Jahren entstand und sich seither ausdehnt.

Astronomisches Vergrößerungsglas

Auf die Spur kamen die Astronomen der nun entdeckten Galaxie durch einen Effekt, der an ein astronomisches Vergrößerungsglas erinnert. Dieser sogenannte Graviationslinsen-Effekt entsteht, wenn sich genau auf der Linie zwischen Beobachter und Galaxie ein zweites massereiches Objekt befindet, das durch seine Gravitation die Lichtstrahlen der dahinter liegenden Galaxie beugt und massiv verstärkt.

Eine solche Gravitationslinse erlaubt Astronomen die Beobachtung von Sterneninseln, deren Licht schwächer ist als dasjenige einer Kerze auf dem Mond. Dieser Effekt machte auch die Beobachtung der lichtschwachen Galaxie MACS0647-JD durch die Weltraumteleskope Hubble und Spitzer erst möglich.

„Dieser Galaxienhaufen schafft, was kein von Menschen gemachtes Teleskop erreicht“, betonte der Leiter des Forscherteams, Marc Postman, vom Space Telescope Science Institute in Baltimore. „Ohne die Vergrößerung wäre die Beobachtung dieser Galaxie eine Herkulesaufgabe.“

Objekt mit sehr großer Rotverschiebung

Die Astronomen hatten das Himmelsobjekt durch insgesamt 17 Farbfilter beobachtet – von Ultraviolett bis Infrarot. Nur in den beiden Rötesten tauchte es überhaupt auf. Die Forscher schließen daraus auf seine enorme Entfernung. Denn die Ausdehnung des Universums dehnt auch die Wellenlänge des Lichts ferner Himmelsobjekte und verschiebt es umso stärker ins Rote, je weiter das Objekt entfernt ist.

Würde es sich nur um ein näher gelegenes, schwach leuchtendes rotes Objekt handeln, müsste es in den Aufnahmen des Infrarotteleskops „Spitzer“ hell strahlen, erläuterten die Forscher. Mit „Spitzer“ sei die Galaxie jedoch kaum nachzuweisen. Das spreche dafür, dass es sich um ein enorm weit entferntes Objekt mit sehr großer Rotverschiebung handele.

Ein Bruchteil unserer Milchstraße

Die neu entdeckte Galaxie weist einen Durchmesser von weniger als 600 Lichtjahren auf – das ist nur ein Bruchteil des Durchmessers unserer Milchstraße, der auf 150.000 Lichtjahre geschätzt wird. Selbst die Große Magellansche Wolke, eine kleine Satellitengalaxie der Milchstraße, ist noch 14.000 Lichtjahre groß.

Die Forscher glauben daher, dass wir die weit entfernte Galaxie in den ersten Stadien ihrer Entwicklung sehen. Das schreiben sie im Fachblatt „The Astrophysical Journal“ vorstellen. „In den kommenden 13 Milliarden Jahren wird sie möglicherweise Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende Male mit anderen Galaxien und Galaxiefragmenten verschmelzen“, meint Erstautor Dan Coe.

Die Galaxie sei möglicherweise zu weit entfernt, um mit einem existierenden Teleskop ihre Entfernung exakt zu bestimmen, erläuterte die Nasa. Erst der „Hubble“-Nachfolger, das im Bau befindliche „James Webb“-Weltraumteleskop, werde voraussichtlich dazu in der Lage sein. Es soll 2018 ins All geschossen werden.

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Erstmals Planet mit vier Sonnen gesichtet

Amateur-Astronomen haben einen einzigartigen Himmelskörper entdeckt: ein Planet, sechs Mal so groß wie die Erde, an dessen Himmel vier Sonnen stehen. Ein solches System ist nie zuvor gesichtet worden.


Künstlerische Darstellung des Planeten PH1 (im Vordergrund), der zuerst von Amateur-Astronomen entdeckt wurde. Es ist der erste bekannte Planet, der um einen Doppel-Stern rotiert, der wiederum von einem zweiten entfernten Sternen-Paar umkreist wird

Ein Team aus Profi- und Amateurastronomen hat einen Planeten entdeckt, an dessen Himmel vier Sonnen stehen. Er kreist demnach um zwei Sonnen und wird von zwei weiteren Sternen umrundet, wie die American Astronomical Society auf einer Konferenz mitteilte.

Der neue Planet mit der Bezeichnung PH1 befinde sich etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Bislang seien lediglich sechs Planeten bekannt, die um mehr als eine Sonne kreisen. Ein System wie das nun entdeckte sei bisher noch nie gesichtet worden.

Der Name PH1 bezieht sich auf das Programm Planet Hunters („Planetenjäger“) der US-Universität Yale, bei dem Freiwillige sich an der Suche nach neuen Himmelskörpern beteiligen können.

Planet wurde zuerst von Amateur-Astronomen entdeckt

Zwei Teilnehmer des Programms hatten PH1 als erste entdeckt. Ihre Beobachtung wurde dann von Forschern aus den USA und Großbritannien bestätigt, die auf Hawaii arbeiteten.

Der Planet hat demnach einen Radius, der 6,2-mal so groß ist wie die Erde. Für eine Umrundung seiner beiden Sonnen brauche PH1 138 Tage.

Die Entdeckung solcher Sonnensysteme zwinge Wissenschaftler, sich neue Gedanken darüber zu machen, wie Planeten unter extremen Bedingungen entstehen und sich entwickeln, sagte Meg Schwamb, die leitende Autorin der jetzt vorgestellten Studie über PH1.

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Astronomen gelingt Rekordblick auf Schwarzes Loch

Mit zweimillionenfacher Vergrößerung haben Astronomen eine ferne Galaxie ins Visier genommen. Dazu haben sie drei Radioteleskope kombiniert, die Tausende Kilometer auseinander liegen. Mit der Technik wollen sie auch den Schatten des Schwarzen Lochs im Herz der Milchstraße beobachten.

Es ist die Bauanleitung für ein virtuelles Teleskop der Extraklasse: Man nehme mindestens drei Anlagen, die extrem weit voneinander entfernt stehen – in diesem Fall das „Apex“-Teleskop in Chile, das Submillimeter Array auf Hawaii und das Submillimeter Telescope im US-Bundesstaat Arizona. Richtig zusammengeschaltet können diese Teleskope Beobachtungen mit extrem großer Präzision ermöglichen.

Zentrum der Galaxie 3C279 (künstlerische Darstellung): Gigantisches Schwarzes Loch

Mit dieser Technik ist es Astronomen nun gelungen, in das Herz einer fernen Galaxie zu sehen, berichtet die Europäische Südsternwarte (Eso). Dank des Teleskop-Tricks habe man mit zweimillionenfacher Vergrößerung auf das zentrale Schwarze Loch einer mehr als fünf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie blicken können. Das sei, als ließe sich aus Frankfurt am Main eine Zeitung in Los Angeles lesen, erklärte das federführende Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn.

Die Detailschärfe des virtuellen Riesenteleskops ergab sich aus seinem riesigen Durchmesser. Die Abstände waren:

9447 Kilometer von Chile nach Hawaii,
7174 Kilometer von Chile nach Arizona,
4627 Kilometer von Arizona nach Hawaii.

Das Zusammenschalten lief über eine Technik, die als Very Long Baseline Interferometry (VLBI) bezeichnet wird. Dabei erhält man umso schärfere Beobachtungsdaten, je größer der Abstand der Teleskope ist.

Vier Terabyte Daten pro Teleskop

Die Daten – in diesem Fall vier Terabyte von jedem der drei Teleskope – wurden auf Festplatten zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie geschickt und dort verarbeitet. Die Messungen bei kurzen Wellenlängen von 1,3 Millimetern zeigten, dass die Radiosignale der Galaxie mit der Katalognummer 3C279 aus einem eng begrenzten Bereich im Zentrum kommen.

Die Astronomen vermuten dort ein Schwarzes Loch mit der unvorstellbaren Masse von rund einer Milliarde Sonnen. Wegen der großen Entfernung der Galaxie zur Erde konnte jedoch selbst das Superteleskop die Umgebung des Schwarzen Lochs nicht detailliert zeigen.
Die Technik, mit der zuvor bereits andere Radioteleskope zusammengeschaltet worden waren, soll nun weiterentwickelt und mit anderen Anlagen ergänzt werden. So hoffen Astronomen, noch detaillierter in ferne Galaxien blicken zu können und vielleicht einmal den Schatten des zentralen Schwarzen Lochs in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, direkt zu erspähen.

Dabei helfen soll auch das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array („Alma“). Dessen 54 Einzelteleskope, jedes mit zwölf Metern Durchmesser, sind „Apex“ sehr ähnlich. Außerdem gibt es noch zwölf kleinere Schüsseln mit sieben Metern Durchmesser. Derzeit prüfen Astronomen, wie sich „Alma“ in einen VLBI-Verbund integrieren lässt. Sie hoffen auf eine um den Faktor zehn verbessere Empfindlichkeit im Vergleich zum aktuellen Test.

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US-Forscher entdecken gigantisches Wasserreservoir im All

12 Milliarden Lichtjahre entfernt. Noch nie wurde in einer solchen Entfernung Wasser nachgewiesen: Forscher der Nasa haben zwölf Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt enorme Mengen H2O entdeckt – an einem gigantischen Galaxienkern, dessen Dimensionen jenseits des Vorstellbaren liegen.

Illustration eines Quasars: Ähnliche wie dieses Beispiel soll APM08279+5255 aussehen

US-Forscher haben das bislang größte und fernste Wasserreservoir im Weltall entdeckt. Die Menge umfasse das 140-billionenfache allen Meerwassers der Erde, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa am Freitag mit. In Dampfform umringe das Wasser einen Quasar, einen Galaxienkern, in dessen Zentrum ein Schwarzes Loch Materie um sich herum einsaugt. Die Wissenschaftler wurden in einer Entfernung von zwölf Milliarden Lichtjahren fündig. Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, es entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

„Dies ist ein neuer Beweis, dass Wasser überall im Weltall vorhanden ist, sogar schon zu einer sehr frühen Zeit“, sagte Forscher Matt Bradford. „Die Umgebung dieses Quasars ist dadurch sehr einzigartig, weil sie diese riesige Menge Wasser produziert.“ Der Quasar erhielt den Namen APM08279+5255 und ist den Angaben zufolge unvorstellbare 20 Milliarden Mal größer als unsere Sonne. Während er unablässig Materie verschlingt, produziert der Quasar so viel Energie wie tausend Billionen Sonnen.
Astronomen haben die Existenz von Wasserdampf auch in entfernteren Teilen den Universums erwartet. In dieser Distanz sei ihnen der Nachweis aber bisher noch nicht gelungen, teilte die Nasa mit. Dampf gebe es auch in der Milchstraße, jedoch in viel geringerer Menge.

Die Forscher benutzten ein Zehn-Meter-Teleskop auf dem Berg Mauna Kea auf Hawaii. Zusätzliche Daten lieferte die Carma-Forschungseinrichtung in den Inyo-Bergen im südlichen Kalifornien. Dort stehen mehrere Radioteleskope, die astronomische Beobachtungen im Millimeterwellenbereich ermöglichen.

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Forscher finden Leuchtfeuer aus der Frühzeit des Alls

Rekord-Quasar. Es ist ein seltener Blick in die Frühzeit des Universums: Astronomen haben einen Quasar entdeckt, der fast so alt ist wie der Kosmos selbst – und schon kurz nach dem Urknall eine gigantische Masse besaß. Sie ist so groß, dass sie die Theorie zur Entstehung Schwarzer Löcher in Frage stellt.

Quasare gehören zu den mächtigsten Erscheinungen im Universum. Nur explodierende Sterne und Gammablitze setzen noch mehr Energie frei, und das auch nur für kurze Zeit. Ein Quasar aber leuchtet dauerhaft, und das bis zu Hundert Billion Mal heller als unsere Sonne. Anfangs wurden diese kosmischen Leuchtfeuer wegen ihrer Helligkeit für nahe Sterne gehalten – bis sich herausstellte, dass sie bloß aufgrund ihrer großen Entfernung selbst in den größten Teleskopen noch als punktförmig und damit „quasi-stellar“ erscheinen.

Jetzt haben Astronomen erneut einen Quasar entdeckt – allerdings nicht irgendeinen: Das Objekt mit der etwas sperrigen Bezeichnung ULAS J1120+0541 ist der am weitesten von der Erde entfernte Quasar, der bisher bekannt ist, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature“. Unvorstellbare 12,9 Milliarden Jahre sei sein Licht zu uns unterwegs gewesen. Damit ist der Quasar nur 800 Millionen Jahre jünger als das Universum selbst, das 13,7 Milliarden Jahre Lenze zählt.

Quasare sind die Kerne aktiver Galaxien, in deren Zentren sich extrem massereiche Schwarze Löcher verbergen. Die Moloche können die milliardenfache Masse unserer Sonne erreichen. Das Schwarze Loch im Zentrum von ULAS J1120+0541 bringt es nach den Berechnungen der Astronomen auf zwei Milliarden Sonnenmassen. Dennoch fressen diese Giganten die Materie, die sie anziehen, nicht sofort. Sie rotiert in einer Scheibe um das Schwarze Loch, die extrem hell strahlen kann – mitunter heller als die gesamte umgebende Galaxie.

„Wertvolle Einblicke in das frühe Universum“

„Dieser Quasar verschafft uns wertvolle Einblicke in das frühe Universum“, erläuterte Forschungsleiter Stephen Warren vom Imperial College London. „Es handelt sich um ein sehr seltenes Objekt, das uns zu verstehen helfen wird, wie supermassereiche Schwarze Löcher einige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall an Masse zugenommen haben.“

Nach den gängigen Theorien sollten Schwarze Löcher eigentlich langsam gewachsen sein. Demnach aber dürfte es einen Riesen wie den im Zentrum von ULAS J1120+0541 gar nicht geben, da er weniger als 300 Millionen Jahre nach den ersten Sternen entstanden ist. Wie der Quasar dennoch seine enorme Masse erreichen konnte, ist den Wissenschaftlern bislang ein Rätsel.

Zwar seien noch weiter entfernte Objekte und Ereignisse beobachtet worden, heißt es in einer Mitteilung der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Garching. Doch der jetzt entdeckte Quasar sei mehrere hundert Mal heller und daher mit Abstand das fernste Objekt, das detaillierte Untersuchungen erlaube. Die Forscher vermuten, dass es am gesamten Himmel nur etwa 100 ähnlich weit entfernte Quasare gibt.

Warren und seine Kollegen haben J1120+0641 unter Millionen von Objekten aufgespürt, die im Rahmen einer Durchmusterung des Himmels im infraroten Strahlungsbereich katalogisiert worden waren. Präzise Untersuchungen des Spektrums von J1120+0641 am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile sowie am Gemini-Nord-Teleskop auf Hawaii zeigten den Astronomen dann die Rekord-Entfernung des Quasars. Die Fahndung nach J1120+0541 hat fünf Jahre in Anspruch genommen.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft

Erste Fotos des Urplaneten

Raumsonde Dawn rückt Urplaneten Vesta auf die Pelle. Für Laien wirken sie verschwommen, doch es sind die brillantesten Aufnahmen, die es bisher gibt: 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet sich Vesta, ein Urplanet aus der Frühzeit des Sonnensystems. Die Schnappschüsse gelangen der Raumsonde „Dawn“, die dem Asteroiden immer näher kommt.

Vesta ist ein leicht kartoffelförmiger Gesteinsbrocken von etwa 530 Kilometern Durchmesser. „Wahrscheinlich ist er der einzige Protoplanet, der aus der Frühzeit des Sonnensystems erhalten ist“, sagt Martin Hoffmann vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau. Und nun bekommt Vesta schon bald Besuch. Die Raumsonde „Dawn“ ist auf dem Weg zu dem Himmelskörper. An Bord hat sie zwei Kameras der MPS-Forscher. Sie haben nun neue Bilder des Urplaneten geliefert.

„Dawn“ befindet sich derzeit im Anflug auf Vesta und soll den Asteroiden rund ein Jahr lang begleiten. Im Mai hatten die Forscher bereits das erste Bild veröffentlicht, das die Sonde von dem Himmelskörper gemacht hatte . Darauf war Vesta allerdings gerade einmal fünf Pixel im Durchmesser groß. Auf den neuen Bildern sind nun bereits Details von 20 Kilometern Größe zu erkennen. Damit ist die Auflösung doppelt so gut wie bei den besten Vesta-Aufnahmen des “ Hubble“-Weltraumteleskops.

Trotzdem sind die Fotos noch immer recht unscharf. Deswegen hoffen die Forscher auf mehr: In einigen Wochen soll „Dawn“ sich bis auf 200 Kilometer dem Asteroiden nähern und dann tausendfach kleinere Details von 20 Metern Größe erkennen.

„So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde“

Vesta hat eine helle und eine dunkle Seite. Das zeigten auch die jetzt veröffentlichten Aufnahmen aus rund 190.000 Kilometern Entfernung. „Die eine ist eher die ursprüngliche Seite von Vesta, auf der anderen sind vermutlich auch tiefer liegende Schichten freigelegt“, sagt Andreas Nathues vom MPS. Er ist der wissenschaftliche Leiter des „Dawn“-Kamerateams. „Vesta ist ein Urkörper des Sonnensystems, 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt. So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde“, sagt Nathues. „Aber wir müssen davon ausgehen, dass unsere Erde einmal ähnlich ausgesehen hat. Vesta ist in dieser Frühphase stehengeblieben. Das führt uns zurück zu den Anfängen.“

Die Kartoffelform von Vesta rührt nach Ansicht der Astronomen vermutlich von einem katastrophalen Einschlag her. Er dürfte große Mengen Gestein aus dem Protoplaneten herausgeschleudert haben. Eine ganze Asteroidenfamilie namens Vestoiden wurde damals begründet. „Wir finden auch Stücke von Vesta auf der Erde“, sagt Forscher Hoffmann.

Mitte Juli wird „Dawn“ in eine Umlaufbahn um den urtümlichen Protoplaneten einschwenken. Nach rund einem Jahr soll die Sonde den Asteroiden dann verlassen und den Zwergplaneten Ceres anfliegen. Er kreist zwar ebenfalls im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne, hat aber eine ganz andere Zusammensetzung. „Dawn“ soll unter anderem erkunden, warum die beiden Himmelskörper so unterschiedlich sind.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/