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Tabletten heilen Mäuse von Schlafkrankheit

Neuer Wirkstoff gegen die Schlafkrankheit. Es könnte ein neuer Ansatz im Kampf gegen die tödliche Schlafkrankheit sein: Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der im Versuch mit Mäusen vielversprechende Ergebnisse erzielt hat. Am bisher oft verwendeten Medikament waren zahlreiche Menschen gestorben.

Jedes Jahr stecken sich bis zu 30.000 Menschen weltweit mit der Schlafkrankheit an, schätzt die Weltgesundheitsorganisation ( WHO). Ohne Behandlung führt das Leiden, das in 36 afrikanischen Ländern vorkommt, unweigerlich zum Tod.

Tsetse-Fliege: Sie überträgt den Erreger der Schlafkrankheit

Bislang wurden Betroffene hauptsächlich mit Melarsoprol versorgt, einem arsenhaltigen Wirkstoff, der direkt in die Vene gespritzt wird. Doch diese Injektion muss in hohen Dosen erfolgen und ist sehr schmerzhaft. Bei rund fünf Prozent der Patienten führt die Therapie zu tödlichen Nebenwirkungen, viele andere erleiden bleibende Hirnschäden.
Nun haben Forscher der University of Glasgow das Medikament weiterentwickelt. Dafür haben sie das Melarsoprol mit Cyclodextrinen gemischt. Anders als das bisherige Mittel, das intravenös verabreicht wird, kann das neue Medikament wie eine herkömmliche Tablette geschluckt werden: Die Zuckerstrukturen schließen den Wirkstoff ein und machen ihn so wasserlöslicher und weniger giftig.

Der neue Wirkstoff ist weniger gefährlich

Außerdem berichtet das Forschungsteam um Peter Kennedy im Online-Journal „PLoS Neglected Tropical Diseases“ von einem weiteren Vorteil: Die neue Substanz scheint keine schweren Komplikationen auszulösen. Im Laborversuch mit Mäusen habe der veränderte Stoff die Nager innerhalb einer Woche von den Erregern befreit.

Die einzelligen Krankheitserreger – Trypanosoma brucei gambiense und Trypanosoma brucei rhodesiense – werden durch die Tsetse-Fliege übertragen und sind äußerst hartnäckig. Gelangt der Parasit durch einen Stich in die Blut- und Lymphbahnen, vermehrt er sich stark und verursacht zunächst Kopfschmerzen und Fieber. Nach einigen Wochen oder Monaten dringen die Trypanosomen dann ins Gehirn ein und sorgen für starke Schläfrigkeit. Die Erkrankten magern ab, bis der Körper den Parasiten nichts mehr entgegenzusetzen hat. Viele fallen ins Koma und sterben.

Alle Versuche, einen Impfstoff gegen die tödliche Krankheit zu entwickeln, waren bisher erfolglos. Das arsenhaltige Melarsoprol zählt zu den wenigen Medikamenten, die noch helfen können, wenn das zentral Nervensystem befallen ist.

Sollten sich die aktuellen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen, könne die Behandlung der Schlafkrankheit verkürzt und ein Teil der Patienten zu Hause versorgt werden, so die Forscher. Für viele Betroffene wäre es ein deutlicher Fortschritt, diese Pillen schlucken zu dürfen.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/иконииконописikoni

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