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Streicheleinheiten

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Für Streicheleinheiten gibt es spezialisierte Nervenzellen in der Haut. Ein sanftes Streicheln beruhigt, kann sogar Schmerzen lindern und fühlt sich einfach gut an. Jetzt haben schwedische Forscher entdeckt, warum das so ist:


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Die Haut ist von speziellen Streichelnerven durchzogen – Nervenfasern, die gezielt auf langsame, gleitende Berührungen reagieren. Sie schicken ihre Signale über eine eigene Direktverbindung zum Gehirn, genauer gesagt in ein Hirnareal, das für die Verarbeitung positiver Gefühle zuständig ist. Dieser Weg bleibt auch dann frei, wenn aus dem gleichen Hautareal andere Signale ans Gehirn gemeldet werden, beispielsweise Schmerzreize. Vermutlich ist das das Geheimnis hinter den wohltuenden Effekten von Streicheleinheiten, berichten Håkan Olausson von der Universität Göteburg und seine Kollegen.

Die These vom Streichelnerven-Netz in der Haut hatten Olausson und sein Team bereits vor einigen Jahren aufgestellt. Auslöser war eine Patientin, deren für den Tastsinn zuständigen Nervenfasern defekt waren, die aber trotzdem streichelnde Berührungen als angenehm empfand. Bei einer genaueren Untersuchung stießen die Wissenschaftler dann auf ein Netzwerk aus sogenannten C-taktilen oder CT-Nerven, die die Haut durchziehen und Signale im Vergleich zu anderen Nerven eher langsam leiten. Diese CT-Fasern waren bei der Patientin im Gegensatz zu anderen Hautnerven intakt. Direkt nachweisen, dass die CT-Nerven aufs Streicheln spezialisiert sind, konnten die Forscher damals allerdings nicht.

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Aus diesem Grund setzten sie bei der aktuellen Studie auf direkte Messungen in der Haut gesunder Freiwilliger: Sie stachen feinste Elektroden so in die Unterarmhaut der Probanden, dass jede das Signal einer einzelnen Nervenfaser registrierte. Anschließend ließen sie einen Roboter mit einem weichen Ziegenhaarpinsel in einer genau definierten Geschwindigkeit und mit einem ganz bestimmten Druck über die Haut der Testteilnehmer streichen. Zusätzlich sollte eine andere Gruppe von Probanden angeben, welche Geschwindigkeit-Druck-Kombination ihnen am angenehmsten war. Wie erhofft feuerten die CT-Fasern in genau dem Geschwindigkeitsbereich am stärksten, der auch am angenehmsten beurteilt wurde. Das galt allerdings nur für Hautbereiche, die auch von CT-Nerven durchzogen waren: In der Handinnenfläche, in der es keine solchen Fasern gibt, fand sich auch kein derartiger Zusammenhang.

Natürlich spielen auch andere Faktoren wie der Kontext, vorherige Erfahrungen und die aktuelle Stimmungslage eine Rolle dabei, als wie angenehm eine Streicheleinheit empfunden werde, kommentieren die Forscher. Hauptverantwortlich sei jedoch das CT-Netz. Mit sexueller Stimulation haben die Streichelnerven übrigens nichts zu tun, denn in den Genitalien gibt es keine CT-Nerven. Das Streichelnetzwerk dient vermutlich vielmehr dazu, soziale Nähe zu vermitteln, die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken – und eben einen Gegenpol zu den unangenehmen Schmerzreizen zu schaffen.

via: www.wissenschaft.de

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