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Selbst Fühlen wird digital

Der edle, virtuelle Zwirn von morgen. Wie fühlt sich der Pullover an, den ich bei eBay ersteigern will? Wie bewegen sich etwa die Falten eines Hemdes, wenn der Arm gehoben wird? Wie ist die Textur, Weichheit und Rauheit des Stoffes? Solche Fragen lassen sich künftig auch aus der Ferne beantworten.


Beim Projekt „Haptex“ werden bereits heute Textilien am Computer simuliert, die man über das System „HAPtic sensing of virtual TEXtiles“ dann virtuell berühren kann. Dafür steckt man die Finger in spezielle Fingerhüte, in denen kleine Drahtenden in Schwingung versetzt werden.

Die Überlagerung dieser Vibrationen wird so gesteuert, dass der Eindruck eines echten Gewebes entsteht. Die virtuellen Stoffe können kratzen oder weich sein und aus unterschiedlichen Geweben bestehen.

In Zukunft wird es Handschuhe geben, die einen umfassenden Fühleindruck der Waren eines Online-
Shops ermöglichen.

Noch handelt es sich um Grundlagenforschung, denn unser Tastsinn nimmt etwa 1.000 Informationen pro Sekunde wahr, und die Simulation in Echtzeit bedarf enormer Rechnerleistung.

Von der taktilen und haptischen Internet-Revolution profitieren Design, Entwicklung, industrielle Fertigung, Medizin, Unterhaltungselektronik, E-Commerce und die Cyber-Sex-Industrie. In wenigen Jahren können z. B. hiesige Textilhändler via Web die Seide einer chinesischen Weberei begutachten, ohne eine Stoffprobe in den Händen zu halten.

Bald darauf werden tagtäglich Online-Shopper im Internet fühlen,wie die Wunsch-Kamera in der Hand liegt und wie gut sich die Knöpfe bedienen lassen.

Und so funktioniert’s:


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