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Samen für die Unendlichkeit

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Als „Arche Noah“ für alle Nutzpflanzen auf der Welt hat am Dienstag eine neue Samenbank ihre Tore auf der Polarinsel Spitzbergen geöffnet. Eine tiefgekühlte Schatzkammer für die Kulturpflanzen der Menschheit, soll die Samenbank sein.

In drei Berghöhlen sollen hier bei Dauerfrost die Keime von mehr als vier Millionen Pflanzen wie Reis, Mais, Bohnen und Kartoffeln gesammelt, eingefroren und für die Zukunft gesichert werden. Mit dieser „eisernen Reserve“ sollen die Menschen nach möglichen Katastrophen durch Klimaänderungen, Kriege, Epidemien oder anderen Problemen wieder neue Keime aller existierenden Nutzpflanzen anbauen können.

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Der aus Brüssel in die Polarkälte gereiste EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte die Anlage einen „gefrorenen Garten Eden“: „Das ist wirklich ein Symbol dafür, dass wir die Artenvielfalt der Welt auch für zukünftige Generationen bewahren können.“ Die Friedensnobelpreisträgerin und Umweltschützerin Wangari Maathai aus Kenia trug zusammen mit Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg die erste Kiste mit Saatgut aus 104 Ländern in eine der drei Lagerhallen in einem Bergmassiv nahe des norwegischen Polarstädtchens Longyearbyen.

Für umgerechnet 6,3 Millionen Euro (50 Millionen Kronen) hat die Osloer Regierung drei Hallen samt Zugang in einen permanent von Frost gekühlten Berg bohren und sprengen lassen.

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Zusätzliche Kühlaggregate halten die Temperatur auf minus 18 Grad. Fallen sie aus, bleibt es durch den natürlichen Permafrost (Dauerfrost) im Stein immer noch so kalt, dass die gigantische Samensammlung nicht auftaut. In regelmäßigen Abständen sollen aus allen Ländern neue Samenproben geschickt werden, damit die Genbank für alle Zeiten funktionsfähig bleibt.

Angelegt ist das Lager in einer Höhe von 130 Metern, damit selbst Überschwemmungen von kaum vorstellbaren Dimensionen keinen Schaden anrichten können. Ein bisschen an Bizarres aus James-Bond-Filmen erinnert auch die stolze Mitteilung der Konstrukteure, dass ihre Samenbank sicher gegen Atomkriege sowie direkte Raketenangriffe konstruiert ist. Gesichert und überwacht wird die Anlage in Sichtweite des Polarmeeres durch unzählige Bewegungsmelder und Videokameras vom benachbarten Flugplatz Longyearbyen aus. Die Technik schließt auch aus, dass sich jemand allein Zutritt verschaffen kann.

Hintergrund: immer mehr Nutzpflanzen verschwinden aus Nachlässigkeit, oder weil den Bauern die Mittel zu ihrer Erhaltung fehlen. Auf diese Weise sind in den vergangenen Jahren in Asien allein 70 000 Reis-Sorten für immer verschwunden. Ab sofort nun können mit der Artenerhaltung beschäftigte Wissenschaftler aus allen Ländern der Welt Kopien ihrer eigenen Saatgutsammlungen nach Spitzbergen schicken.

Link: www.regjeringen.no

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