Trend Enzyklopädie - Futureclick

Roboter als Elfmeter-Killer

goalias.jpg

Selbst Fußball-Nationalstürmer Mario Gomez hat gegen ihn angeblich nur begrenzt eine Chance: Der Torwart-Roboter „Goalias“ ist im Elfmeterschießen beinahe unüberwindbar – erklären zumindest seine Erfinder.


goalias.jpg

Roboter „Goalias“ soll in der Lage sein, 120 km/h schnelle Schüsse von Profifußballern zu parieren.

Forscher des Instituts für Automatisierungs- und Softwaretechnik (IAS) der Universität Stuttgart haben einen automatisierten Torhüter entwickelt, der Anfang Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

„Er hält besser als ein Bundesliga-Torwart“, verspricht Mathias Maurmaier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut und technischer Leiter des Projekts. „Er kann sehr schnell die Bälle aus den Ecken fischen, was kein Bundesliga-Torwart so zuverlässig kann.“ Nach Angaben des Instituts ist „Goalias“ der erste automatisierte Torwart, der Bälle in einem Tor von Bundesliga-Größe abwehrt.

Seine Fähigkeiten soll der Roboter am 22. Mai unter Beweis stellen, wenn auf der Messe Stuttgart die Frauen-Fußball-Nationalmannschaft gegen ihn antritt. Auch andere Besucher der Technik-Erlebniswelt Ideenpark können vom 17. bis 25. Mai den automatisierten Keeper testen.

Derzeit trainiert „Goalias“ noch in der Universität. Im blauen Trikot und in schwarzer Hose, aufgemalt auf einer rechteckigen Kunststoffscheibe, steht er regungslos im Tor, vor ihm ein Stück Kunststoffrasen. Maurmaiers Kollege Christoph Malz tritt vom Elfmeter-Punkt gegen ihn an – „Goalias“ hält. Malz versucht es noch einmal, härter und platziert in die linke untere Ecke – doch wieder ist die Torwart-Maschine zur Stelle.

„Goalias“ hechtet nicht wie ein Bundesliga-Keeper nach dem Ball. Er steht stattdessen auf einer Schiene, auf der er sich von links nach rechts bewegt. Dabei kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern in der Stunde erreichen. Den Ball wehrt er mit seinem ganzen Körper ab. „Wir würden sagen, jeden zweiten Schuss von Mario Gomez hält er“, erklärt Institutsdirektor Peter Göhner.

„Goalias'“ Paraden haben mit Intuition oder Nervenstärke nichts zu tun. Drei Kameras helfen ihm, den Ball zu erkennen. Ein Rechner kalkuliert die aktuelle Position des Balls und seinen Auftreffpunkt im Tor. Ein Motor bringt „Goalias“ in Schwung. Bei harten Schüssen muss alles ganz schnell gehen: Nur 400 Millisekunden bleiben dann Zeit.

„Wir wollen mit ihm zeigen, was heute in den verschiedenen Bereichen der Automatisierungs- und Softwaretechnik möglich ist, und wir wollen Schüler motivieren, Ingenieurswissenschaften zu studieren“, sagt Maurmaier. Insgesamt sechs Wissenschaftler tüftelten zusammen mit Studenten rund neun Monate intensiv an dem Projekt.

Noch ist „Goalias“ nicht ohne Fehler: Man kann ihn überlisten mit Schüssen mit Drall, die gleichzeitig schnell genug sind, dass er sie nicht berechnen kann, verrät Göhner.

Speak Your Mind