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„Project Jacquard“: Google und Levi’s wollen Kleidung zu Trackpads machen

Die Versmartung der Welt macht auch vor Jacke und Hose nicht halt: Google präsentierte bei seiner Entwicklerkonferenz ein Projekt, dass Stoff zum Eingabegerät macht. Jeanshersteller Levi Strauss ist Kooperationspartner.

Der Jeanshersteller Levi Strauss will künftig „smarte“ Stoffe verarbeiten, mit denen Bekleidungsstücke in Eingabeinstrumente für Smartphones und andere Mobilgeräte verwandelt werden können. Levi’s ist der erste Kooperationspartner von Google im „Project Jacquard“[1], mit dem intelligente Textilien massentauglich
gemacht werden sollen.

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„Es gibt eine Chance, dass die von uns geliebte Kleidung uns dabei helfen kann, das beste und notwendige dieser digitalen Welt anzusprechen“, sagte Paul Dillinger, Designer bei Levi Strauss, am Freitag auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco. „Und wenn wir dabei den Augenkontakt mit der Person beibehalten können, mit der wir gerade zu Abend essen, dann hat das einen besonderen Wert.“ Der Projektname spielt auf Joseph-Maria Jacquard[2] an, den Erfinder des lochkartengesteuerten Webstuhls.

Um Jacken und andere Kleidungsstücke als eine Art Trackpad einsetzen zu können, müssen in den Stoffen dünne Metallfäden verwoben werden, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Dabei stehen die Forscher vor zahlreichen Herausforderung: Die Elektronik muss miniaturisiert werden, die Fäden sowie die winzigen Kommunikationschips müssen die Integration in die Stoffe schadlos überstehen und die verwobene Technik muss auch noch mit Strom versorgt werden.

Erste Anwendung dieses „smarten“ Stoffs könnte etwa die Steuerung von Mobilgeräten sein. Mit einem berührungssensitiven Jackenärmel könnte ein Smartphone-Anwender beispielsweise einen Anruf auf seinem Kopfhörer annehmen, ohne das Telefon auf der Tasche zu holen. Wie Engadget berichtete[3], zeigte Google unter anderem wie Toucheingaben auf dem Stoff Lampen und einen Mediaplayer steuern konnten. Auch Zweifingergesten soll das Material erkennen können. Die Kommunikation mit den Geräten sei über WLAN gelaufen.

Bis zur Integration in Bekleidung dürfte es allerdings noch dauern. Berichten nach planen beide Partner für das kommende Jahr mit fertigen Produkten. Man darf gespannt sein, wie alltags- und waschmaschinentauglich die technisierte Bekleidung dann sein wird.

via: http://www.heise.de/newsticker/

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