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Solarflug nach Paris

Öko-Flieger „Solar Impulse“. Rückschlag für die „Solar Impulse“: Nachdem der erste internationale Flug des Schweizer Sonnenenergie-Flugzeugs nach Brüssel glattgegegangen war, scheiterte die Passage nach Paris am Wetter. Doch schon Dienstag soll es nach Willen der Initiatoren einen weiteren Versuch geben.

Hamburg/Brüssel – Fliegen ohne Sprit – ein Traum? Der Schweizer Abenteurer und Flugzeugkonstrukteur Bertrand Piccard wollte ihn wahrmachen und entwickelte die „Solar Impulse“. Ohne Probleme war das Sonnenenergie-Flugzeug am 13. Mai vom Schweizer Militärflughafen Payerne gestartet und kam genau 13 Stunden später in Brüssel an.

Doch am Samstag musste ein weiterer Test des Ökö-Fliegers aufgrund des Wetters abgebrochen werden: Wegen starken Gegenwinds und technischer Probleme kehrte Pilot André Borschberg auf halber Strecke nach Paris wieder um und landete am späten Abend sicher am Startflughafen Brüssel-Zaventem. Immerhin: fünf Stunden soll sich die „Solar Impulse“ bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern und auf einer Höhe von gut 900 Metern in der Luft gehalten haben.

Flugleiter Raymond Clerc sagte: „Wir haben gesehen, dass wir nicht ausreichend Energie hatten, um sicher nach Le Bourget (bei Paris) zu gelangen. Es gab keinen geeigneten Flughafen auf der Hälfte der Strecke, und so war die Rückkehr die sicherste Lösung.“ Die ausschließlich von Sonnenenergie getriebene Maschine war bei wechselhaftem Wetter von Zaventem aus zu ihrem zweiten internationalen Flug gestartet. Anlass: In Le Bourget wird bald die internationale Luftfahrtschau eröffnet.

Die einsitzige „Solar Impulse HB-SIA“ hat mit 64 Metern die Spannweite einer Boeing 777 – allerdings wiegt sie nur 1,6 Tonnen. Das Flugzeug wird von vier Elektromotoren mit einer Leistung von etwa 10 PS vorangetrieben, die ihre Energie aus 12.000 Sonnenzellen auf den Tragflächen beziehen.

Ist der Traum vom umweltbewussten Fliegen nun ausgeträumt? Keineswegs, meinen die Initiatoren. Pilot Borschberg erklärte nach der Paris-Pleite: „Das ist ein experimentelles Vorhaben, deshalb machen wir Versuche, die nicht immer erfolgreich sind.“ Und Konstrukteur Bertrand Piccard ergänzte: „Die Erfolge der ersten Flüge haben zum falschen Eindruck geführt, wonach die Dinge einfach sind.“

Unterkriegen lassen wollen sich die Verantwortlichen aber nicht. Sie sehen gute Chancen dafür, dass die Batterien der „Solar Impulse“ über Pfingsten wieder aufgeladen werden könnten – mit einigem Glück wird die Maschine am Dienstag dann ein weiteres Mal nach Frankreich aufbrechen.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/

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