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Mobiler Öko-Strom

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Die Batterien und Akkus von morgen sind grün. Ob Food, Auto oder Elektronik: Die Klima-Diskussion macht vor keiner Branche halt und hat jetzt auch die Hersteller von Akkus und Batterien erfasst. Die Ladegeräte der Zukunft sind kleiner, effektiver und umweltfreundlicher.


Do-it-yourself-Strom: Handys und MP3-Player beziehen künftig ihre Energie vom menschlichen Körper Ähnlich wie der Dynamo beim Fahrrad oder die Unruh einer Uhr nimmt ein kleiner Generator die Vibrationen aus der Umgebung auf und wandelt sie in elektrischen Strom um. Der Generator soll so effizient werden, dass er sogar winzige Bewegungen umwandeln kann, wie z. B. einen Herzschlag. „Mit dieser Spannung können Akkus geladen sowie Mobiltelefone und GPS-Empfänger direkt betrieben werden“, erklärt Steve Beeby, Dozent für Elektrotechnik an der Southampton University.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch ein Rucksack, der für Bergsteiger gedacht ist: Er nutzt die Bewegung des Wanderers. Die Energie kann so Strom für Kamera, Taschenlampe etc. liefern. Und Körperflüssigkeiten wie Schweiß oder Blut könnten in Zukunft ebenfalls Energie liefern. Forscher testen derzeit ihre Eignung als alternative Elektrolyte für Akkus. Damit könnten Mini-Geräte betrieben werden, die im Blutkreislauf schwimmen.

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Batterien aus Pflanzen revolutionieren Medizin und Mobilität Aus Zellulose werden demnächst Akkus hergestellt, die sich wie Papier zusammenrollen, falten, knicken und schneiden lassen. Der Trick der US-Forscher des Rensselaer Polytechnic Institute in Troy/New York sind winzige Nano-Röhrchen aus Kohlenstoffatomen (Carbon Nano-Tubes, CNTs), die zwischen den pflanzlichen Zellulosefasern sitzen. Jedes einzelne Röhrchen, das als Elektrode dient, ist 10.000-mal dünner als ein menschliches Haar und kann so als Stromquelle für kleinste elektronische Geräte dienen; etwa für Implantate oder Herzschrittmacher.

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Aber auch Elektroautos könnten in Zukunft mit dem Stromspeicher aus Zellulose fahren. Der Akku lässt sich laut des Wissenschaftsmagazins „Proceedings of the National Academy of Sciences” nämlich wie ein Stapel Papier zusammenheften. Bei 500 Blättern ergibt sich so die 500-fache Spannung.

Ebenfalls aus Zellulose haben Forscher der Penn State University eine Natur-Brennstoffzelle entwickelt. Elektroaktive Bakterien fermentieren den Pflanzenbestandteil, und bei der Zersetzung der Fermentationsprodukte entsteht Strom.

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Zucker ist hingegen der Antrieb einer von Sony entwickelten Batterie. Ein Prototyp der Bio-Batterie erreichte bis zu 50 Milliwatt Leistung. Bei der Vorführung goss ein Sony-Mitarbeiter einen zuckerhaltigen Fitness-Drink auf die Batterien, um einen Walkman mit angeschlossenem Lautsprecher in Betrieb zu setzen.

Fazit: Der Megatrend Neo-Ökologie macht vor keiner Branche halt und erfasst jetzt auch die Elektronik-Industrie. Neben den Bedürfnissen nach immer kleineren und leistungsstärkeren Geräten müssen sich die Forscher jetzt auch der Forderung nach umweltfreundlicheren Produkten stellen. Die „grüne Energiewelle“ wird dabei herkömmliche Technologien für Batterien und Akkus vom Markt schwemmen und neue innovative, ökologische Ideen prosperieren lassen.

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