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Klimawandel über Nacht stoppen

Der US-Forscher Ken Caldeira hat einen kühnen Plan, um die Erderwärmung rückgängig zu machen. Prinzip: Eine Flotte von Militärflugzeugen wird mit einer Million Tonnen Schwefeldioxid beladen und versprüht das Gas in der Stratosphäre.

Dort verwandelt es sich in Moleküle aus Schwefelsäure und Wasser.


Dieses so genannte Sulfat-Aerosol fungiert wie ein Spiegel, der die Sonnenstrahlen zum Teil ins All reflektiert. So werde die Temperatur auf der Erde langsam zu sinken beginnen, sagt Caldeira voraus.

Dass die Idee funktioniert, hat die Natur schon bewiesen. Als der Vulkan Pinatubo 1991 ausbrach und 22 Mio. Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre ausstieß, sank die Temperatur innerhalb eines Jahres weltweit um ein Grad.

Man sieht: Caldeira ist kein Spinner. Er gehört zu einer Bewegung von so genannten Geoingenieuren, die den Klimawandel mit technischen Mitteln bekämpfen wollen.

Noch hat sein Plan jedoch drei Haken:

1) Das Schwefeldioxid könnte die Ozonschicht zerstören, wenn es nicht hoch genug versprüht wird.

2) Der Schwefel könnte als saurer Regen niedergehen.

3) Die Nebenwirkungen eines solchen Eingriffs in das chemische System der Atmosphäre sind insgesamt nicht zu kalkulieren.

Mehr zur Idee im Magazin „Wired“, 07/08; Kontakt zu Ken Caldeira von der Stanford University: E-Mail: kcaldeira@globalecology.stanford.edu, Tel: 001-650/704 7212

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