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Handyentsorgung für den guten Zweck

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Jahrelang war es ein treuer Begleiter und teuer war es oft auch. Doch irgendwann endet jedes Handyleben und dann muss das Telefon entsorgt werden. Der Hausmüll ist natürlich tabu und richtiges Recyclen hilft sogar sozial schwächeren Menschen.


Ausgediente Handys gehören weder in den Hausmüll noch dauerhaft in die Schublade. Die Geräte enthielten zum einen wertvolle und wiederverwertbare Materialien, erklärt Una Großmann, Sprecherin des Informationszentrums Mobilfunk (IZMF) in Berlin. Zum anderen stecken in Handys umweltbelastende Stoffe, die besser von Profis entsorgt werden.

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Die Realität sieht anders aus: Eine Umfrage des Herstellers Nokia hat gezeigt, dass nur etwa drei Prozent aller Mobiltelefonnutzer ihre nicht mehr benötigten Mobiltelefone recyceln lassen. Drei von vier Menschen gaben zudem an, dass sie das bislang noch nie in Betracht gezogen hätten, während nahezu die Hälfte der Befragten gar nicht wusste, dass dies möglich ist. Nun ist die Studie nicht mehr ganz taufrisch. An ihrer Aussagekraft hat sich jedoch kaum etwas geändert: «Das Recycling wird immer noch sehr verhalten angenommen», erklärt Nokia-Sprecher Georg Pohland.

Dabei ist es so einfach, ein nicht mehr benötigtes Handy wiederzuverwerten: In den meisten Gemeinden nehmen die Recyclinghöfe alte Elektrogeräte entgegen, also auch Handys. Dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) zufolge sind für die umweltverträgliche Entsorgung allerdings die Hersteller verantwortlich, die die Altgeräte von den Sammelstellen abholen.

Wenn es ums Handy geht, muss jedoch niemand zum Recyclinghof seiner Kommune fahren. Denn auch viele Händler und vor allem die Mobilfunkbetreiber nehmen alte Handys entgegen. Das gilt auch für Vodafone: «In den Vodafone-Shops gibt es Sammelboxen für ausgediente Handys», erklärt Tanja Vogt, Sprecherin des Unternehmens in Düsseldorf. Wer ein altes Mobiltelefon abgibt, kann zudem – wie an der Tankstelle – Punkte sammeln und diese später gegen Prämien eintauschen. Das Recycling-Angebot können nicht nur Vodafone-Kunden, sondern auch die anderer Provider in Anspruch nehmen.

Wohltätiges Recycling

Nokia hat bei rund 500 Händlern ebenfalls Rückgabeboxen aufgestellt. «Da dürfen die Kunden aber auch Handys reinschmeißen, die nicht von Nokia stammen», erklärt Pohland. «Merkwürdigerweise landen jedoch mehr Akkus im Recycling als komplette Handys.» Zum einen werden Akkus auch mal ausgetauscht, zum anderen lassen viele Verbraucher ihre alten Mobiltelefone wohl deshalb in der Schublade liegen, weil sie damit ja eventuell noch etwas anfangen könnten.

Doch wer sein Handy recyceln lässt, tut sogar Gutes: «Für jedes zurückgegebene Handy spenden wir drei Euro an wohltätige Organisationen», sagt Tanja Vogt. Wem der Weg zum nächsten Mobilfunkshop zu mühsam ist, der kann laut Una Großmann vom IZMF beim Mobilfunkanbieter auch einen Umschlag anfordern und das Handy darin auf seinen letzen Weg schicken.

Wer sein Handy recyceln lässt, tut auch etwas für die Umwelt: Viele Bestandteile des Handys wie zum Beispiel Leiterplatten, das LCD-Display oder der Akku haben laut Tanja Vogt unter bestimmten Umständen eine gefährliche Wirkung auf die Natur und unsere Gesundheit. In den Bauteilen eines Handys können zum Beispiel Arsen, Kadmium, Blei oder Quecksilber stecken. Wird das Handy einfach auf einer Müllhalde entsorgt, könnten manche Gifte ins Grundwasser gelangen. Und auch die Verbrennung ist keine gute Lösung, weil dabei entweichende Gifte in die Luft gelangen können.

Laut Nokia ließen sich 240.000 Tonnen an Rohstoffen einsparen, wenn jeder der weltweit drei Milliarden Handy-Besitzer nur ein nicht mehr genutztes Gerät zurückgeben würde. Hinsichtlich des Ausstoßes von Treibhausgasen hätte dies denselben Effekt, als wenn vier Millionen Autos aus dem Verkehr gezogen würden. Dem finnischen Hersteller zufolge lassen sich aus dessen Handys bis zu 80 Prozent der Materialien, die ja nicht alle giftig sind, wiederverwenden – etwa zur Herstellung von Wasserkesseln und Zahnfüllungen. Das ist allemal besser, als in der Schublade verstauben zu lassen.

via: News.de

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