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Handy zum verbiegen

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Die finnische Nokia und die University of Cambridge wagen einen Blick in die Zukunft des Handys. Die Handys der nächsten Generation sollen biegsam und selbstreinigend sein. Die Studien tragen den bezeichnenden Namen „Morph“


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Das neue Nokia MORPH ist vollgepackt mit Nanotechnologie, so soll das MORPH biegsam und elastisch sein. Die Oberfläche besteht aus selbstreinigendem Material, wie es in der Autobranche bereits für Lacke zum Einsatz kommt.

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Gemeinsam mit der University of Cambridge forscht der finnische Handy-Hersteller Nokia an Konzepten für Mobiltelefone der Zukunft und hat sogar ein eigenes Forschungszentrum auf dem Gelände der Uni errichtet. Ein erstes Zwischenergebnis haben die Partner nun vorgestellt. Allerdings nicht auf einer Hightech-Messe, sondern in einem Museum, dem Museum of Modern Arts (MoMA) in New York.

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Design und Kunst verschmelzen einmal mehr, das neue MORPH wird an der MoMa Austellung vorgestellt.

Morph lautet die Bezeichnung für das außerordentlich grüne Gerät, das demonstrieren soll, woran Uni und Unternehmen forschen. Morph, der Name ist Programm. Denn die Haupteigenschaft des Geräts ist, dass man es nach Lust und Laune drehen, biegen und quetschen kann. Statt es in der Jackentasche zu verstecken, biegt man es einfach ums Handgelenk, wo es unterwegs als Armbanduhr fungiert, zieht es zum Telefonieren wieder glatt, knüllt es wie ein Stück Papier zusammen, wenn es mal schnell in der Tasche verschwinden soll.

Möglich wird diese phantastische Flexibilität durch neue Materialien, die formbar und doch stabil sein sollen. Die Grundlage dazu soll Nanotechnologie bilden – und die wird in Cambridge entwickelt. „Wir betreiben Grundlagenforschung, die uns Wege zeigen soll, wie wir kontrolliert und sicher neue Materialien entwickeln und nutzen können“, sagt der Chef des Nokia-Forschungszentrums in Cambridge, Tapani Ryhanen.

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Dazu zählen freilich nicht nur flexible Materialien, sondern beispielsweise auch transparente Elektronik, die völlig neue Handy-Designs ermöglichen würde – und darauf hat es Nokia wohl auch abgesehen. Denn abgesehen von Feinheiten unterscheiden sich die grundlegenden Designkonzepte aktueller Mobiltelefone nicht wesentlich von denen aus der GSM-Steinzeit, Mitte der neunziger Jahre. „Das Nokia Research Center sucht nach Wegen, Form und Funktion mobiler Geräte neu zu erfinden. Das Morph-Konzept zeigt, was möglich wäre“, erklärt Nokias Technik-Chef Bob Iannucci.

Und möglich wäre offenbar auch eine schmutzabweisende Behandlung zukünftiger Handys mit einer dauerhaften Nano-Beschichtung. Die würde dann auch den Umgang mit Touchscreen-Handys zu einer sauberen Sache machen, weil Fettflecken und Schmutzränder darauf einfach keine Chance mehr hätten, einfach von dem Gerät abrutschen würden.

Doch das ist vorerst noch Science-Fiction. Erst in etwa sieben Jahren rechnet Nokia damit, die in Cambridge entwickelten Nanotechnologien und -Materialien in Serienprodukte einfließen zu lassen. Bis es ein Handy gibt, das so aussieht wie das jetzt in New York ausgestellte Konzept-Gerät, dürfte es sogar noch etwas länger dauern. Bis dahin, so viel ist klar, dürfte das MoMA nicht mehr nur für Kunst- sondern auch für Handy-Fans zur Kultstätte sein.

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