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Google+ im ersten Test

Was der Facebook-Konkurrent schon kann. Mit Google+ versucht der Internetkonzern es nach Google Buzz erneut mit einem Online-Netzwerk. Google hat ein Online-Netzwerk gestartet, das Facebook tatsächlich gefährlich werden kann. Erste Erfahrungen mit Google+ und seinen Funktionen.

Trotz der großen Popularität von Facebook, dessen Nutzerzahl sich mittlerweile auf die 750 Millionen Marke zubewegt, scheint GoogleBedarf und Chancen für ein alternatives Online-Netzwerk zu sehen. Google+ (Google Plus) kommt bei aktuellen Tests und Erfahrungsberichten im Netz bisher zumeinst gut an. Wir haben uns die Facebook-Alternative angesehen und erste Eindrücke zusammengefasst. ?

? Was kann Google+?

GoogleGoogle+ Circles

Circles: Einen dicken Pluspunkt erhält Google für die Filterfunkton bei Kontakten. Was auf Facebook nur mühsam möglich ist, ist mit Plus übersichtlich einzustellen. Nutzer können eigene Kontakte in folgende Kategorien unterteilen: Freunde (Friends), Familie (Family), Bekannte (Acquaintances) und Following. Darüberhinaus kann jederzeit ein eigener Circle definiert werden, z.B. Kollegen, Schulfreunde oder Ex-Freundinnen. Hat man einen Kontakt zu einem Circle hinzugefügt, bedeutet das allerdings noch nicht, dass man mit diesem Kontakt im klassischen Sinne befreundet ist – für viele Facebook-Nutzer mit Sicherheit erst einmal verwirrend.

Hangout: Eine sehr nützliche und sicher manchmal amüsante Funktion ist Hangout, zu Deutsch „Treffpunkt“. Der integrierte Gruppenchat funktioniert ähnlich wie Skype. Neu und besser ist, dass sich bei Google+ bis zu zehn Nutzer gleichzeitig unterhalten, Youtube-Videos ansehen oder chatten können. Wer gerade Lust auf eine Unterhaltung startet einen Hangout und lädt ganze Circles oder Einzelpersonen ein.

Der erste Hangout bringt die Runde mit Sicherheit zum Lachen. Sich gemeinsam Videos anzusehen ist ein nettes Feature. Allerdings sollten sich die Hangout-Teilnehmer einigen, welches Video gerade betrachtet wird, sonst wird es chaotisch. Sollte Google irgendwann noch TV-Livestreams in Hangout integrieren, wäre die Funktion perfekt. Gemeinsam fernsehen in einem Sozialen Netzwerk könnte ein Trend werden. Wer einfach klassisch mit einer Person chatten will kann dabei auf die aus Google-Mail bekannte „Chat“-Funktion zurückgreifen.

GoogleGoogle+ Mobile

Mobile: Man kann sich direkt aus Google+ einen Link zur mobilen Browser-App schicken lassen. Diese ist unter http://m.google.com/plus erreichbar. Dort stehen die Features Stream, Fotos, Kreise, Profil und Benachrichtigungen in reduzierter Form zu Verfügung. Großer Pluspunkt: Google verknüpft das Netzwerk jetzt mit dem Standort des Handy-Nutzers und somit mit Google Maps. So kann man sehen, welcher der Kontakte bzw. Circles sich in der Nähe aufhält. Zusätzlich kann man in Facebook-Foursquare-Manier bei den Orten „einchecken”. Die Aktion ist dann im Stream der eigenen Kontakte zu sehen. ?

GoogleGoogle+ Sparks

Sparks: Über ein einfaches Suchfeld kann der Nutzer beliebige Themen suchen und erhält dann, ähnlich wie bei einer Google-Suche, die aktuellen Neuigkeiten. Diese Themen lassen sich nun abonnieren und sind bequem immer wieder über die Navigation abrufbar. Außerdem kann der Nutzer die gefundenen Artikel schnell und einfach mit seinen Kontakten teilen. Aus welchen Quellen genau die Ergebnisse aber kommen und nach welchen Kriterien dort vorsortiert wird, ist im Moment noch nicht besonders transparent. Warum Nutzern zum Beispiel Themen wie „Rezepte“ oder „Rennrad fahren“ vorgeschlagen werden, bleibt offen.

GoogleGoogle +1-Button

+1-Button: Zentrales Element ist der +1-Button, der analog zum bekannten Like-Button von Facebook funktioniert. Im Unterschied zu Facebook taucht dieser Button aber mittlerweile auch in den Suchergebnissen von Google auf. Die von einem Nutzer ausgewählten Seiten oder Posts können dann später auf dem eigenen Profil gesammelt gelesen werden.

? Was kann Google+ (noch) nicht?

Anmeldung und Einladung: Die Anmeldung über eine Einladung zu Google+ kann derzeit recht mühsam sein, was mit der Beta-Phase und der aktuellen Überlastung des Dienstes zusammenhängen wird. Google wird das aber wohl in Kürze in den Griff bekommen.

So kann man eine Google+ Einladung verschicken

Tipp: Als angemeldeter Nutzer von Google+ können Sie auf der Stream-Seite Ihres Google+ etwas – beispielsweise einen kurzen Gruß – mit einer beliebigen E-Mail-Adresse teilen (share). Der Empfänger erhält dann automatisch eine Einladung zu Google +.
Seiten: Ein wichtiges Feature auf Facebook sind die sogenannten Seiten für Vereine, Firmen etc. Vergleichbares gibt es auf Google+ derzeit nicht. Damit setzt Google den Fokus eindeutig auf den privaten Anwender, das könnte sich jedoch als großer Fehler herausstellen. Immerhin zeigt der Erfolg der Seiten auf Facebook, dass die Nutzer ein großes Interesse haben, sich mit einem „Like” über Neuigkeiten zu informieren. Konsequenz wird wahrscheinlich sein, dass sich Firmen, Künstler, Vereine usw. einen eigenen Google-Account zulegen, um mit einem Pseudo-Profil an Google+ teilnehmen zu können.

Gruppen und Events: Auch die bei Facebook mittlerweile überaus populären Gruppen und Events sind auf Google+ im Moment nicht integriert. Hier will sich Google wahrscheinlich den eigenen Applikationen keine Konkurrenz machen. Wer eine Gruppe gründen will, geht zu Google Groups, für die Events gibt es Calendar.

Pinnwand: Ein beliebtes Facebook-Ritual ist die Gratulation zum Geburtstag an der Pinnwand eines Freundes oder auch die Möglichkeit, jemanden über einen Pinnwandeintrag etwas mitzuteilen. Daran haben sich die Nutzer mittlerweile gewöhnt und werden das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Google+ erwarten.

FAZIT

Es ist durchaus eine gewisse Euphorie gegenüber Google+ zu spüren und das mit Sicherheit auch nicht unbegründet. Waren viele Nutzer bei der Einführung von Google Buzz enttäuscht, so stößt Google+ auf mehr Gegenliebe. Einige User erwägen vielleicht schon den Auszug aus dem bisherigen Wohnhaus Facebook – oder zumindest einen Parallelbetrieb. Früher oder später sollte man sich wohl entscheiden, ob man Facebook, Google+ oder eine andere Community benutzt, denn zwei oder mehr Netzwerke gleichzeitig zu bedienen ist mit Sicherheit auf Dauer zu zeitintensiv.

via: http://www.focus.de/digital

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