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Google greift Microsoft an

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Das neue Google Betriebssystem „Chrome OS“ soll Windows-Kunden locken. Der US-Konzern Google hat den Quellcode zu seinem ersten Betriebssystem Chrome OS als offenes Programm für Entwickler in aller Welt freigegeben. Nun sollen freie Programmierer helfen, Chrome OS marktreif zu machen.


„Das Betriebssystem richtet sich an Menschen, die cloud computing verstanden haben und ihre Daten künftig im Web verwalten statt zu Hause auf der Festplatte“, sagte Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland.

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Unter cloud computing verstehen Fachleute das über das Internet vernetzte Arbeiten mit Computern, deren Daten und Anwendungen unabhängig sind vom Standort eines lokalen Rechners. Bei Chrome OS sollen alle Anwendungen wie das Schreiben von Texten oder Tabellenkalkulation über das Internet ausgeführt werden. Die Nutzer des Betriebssystems müssten nichts herunterladen und keine Updates mehr durchführen. Die Arbeitsfenster laufen jeweils in eigenen „Sicherheitsbereichen“, die es Hackern und bösartiger Software schwerer machen sollen.

Chrome OS ist nach Angaben des Sprechers für Netbooks gedacht und soll die mobilen Computer binnen Sekunden hochfahren lassen. „Einfach, schnell und extrem sicher“, diese Bedingungen soll das Programm erfüllen. Doch bis es soweit ist, vergeht noch fast ein Jahr: Google hat das vierte Quartal 2010 als Startzeitpunkt ausgegeben, pünktlich zum nächsten Weihnachtsgeschäft. „Das System soll ja nicht fehlerhaft auf den Markt kommen“, sagte der Sprecher. Das Google-Betriebssystem basiert auf dem Webbrowser Google Chrome. Der Suchmachinen-Konzern will sein Betriebssystem künftig mit Netbooks verkaufen. Nach eigenen Angaben geht Google vor diesem Hintergrund Partnerschaften mit mehreren Herstellern ein. Analysten meinen, dass die von Google anvisierten Mini-Laptops jedoch nicht kompatibel seien mit herkömmlicher Software – und von daher nur für einen kleineren Teil der Konsumenten von Interesse.

Die kleinen, leichten Computer gelten aber als Chance für Google, ein alternatives Betriebssystem zum dominierenden Windows von Microsoft durchzusetzen. Windows-Versionen laufen heute auf neun von zehn Computern. Und Microsoft schläft nicht: Während der Konkurrent mit dem behäbigeren Windows Vista als Betriebssystem für Netbooks scheiterte, findet Windows 7 laut Microsoft jedoch derzeit viele neue Kunden.

via: www.welt.de/die-welt/wirtschaft

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