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Forscher drucken Leuchttapete

Lichtfolie – Leuchtende Dioden herzustellen, ist aufwendig und teuer. Skandinavische Forscher stellen nun eine günstige Alternative vor: Ihre Leuchtfolie lässt sich so einfach herstellen wie eine Zeitung.

Wissenschaftler aus Skandinavien haben eine Art Druckverfahren für selbstleuchtende Folie entwickelt. Sie sei robust, vielseitig einsetzbar und könne im industriellen Maßstab rollenweise produziert werden, schreibt das Team um Andreas Sandström von der Universität Umeå in Schweden im Wissenschaftsmagazin „Nature Communications“. Damit rückten Anwendungen wie eine bezahlbare Leuchttapete einen Schritt näher.

Kern der Leuchtfolie ist ein Kunststoff auf Kohlenstoffbasis, der bei Anlegen einer elektrischen Spannung Licht abstrahlt. Diesen Spezialkunststoff tragen die Forscher wie Tinte flüssig auf eine elektrisch leitende Trägerfolie auf. Auf die getrocknete Polymerschicht kommt eine halbdurchsichtige, ebenfalls elektrisch leitende Schicht als zweiter Anschluss.

Beide Beschichtungen haben die Forscher auf die Folie aufgetragen, indem diese über eine Trommel gezogen wurde, die sich unter einer Düse dreht. Auf diese Weise ließen sich ganze Rollen der Leuchtfolie herstellen, erläutern die schwedischen und dänischen Wissenschaftler. Das Herstellungsprinzip gleicht dem Drucken einer Zeitung.

Schichten der Leuchtfolie: Die strahlende Tapete besteht aus mehreren Schichten. Auch wenn sie nicht die gleiche Dicke haben, leuchtet die Folie gleichmäßig, berichtet das Team um Andreas Sandström von der Universität Umeå (Schweden).

Wie lange hält die Leuchtkraft?

Das Licht von der Rolle ähnelt organischen Leuchtdioden (OLEDs), von denen sich Forscher ähnliche Anwendungen versprechen. Trotz 20 Jahren Forschung existiere für OLEDs bislang jedoch kein preiswerter Prozess für die Herstellung im industriellen Maßstab, schreiben die Forscher.

Das Team setzte daher auf sogenannte Licht emittierende elektrochemische Zellen (Light Emitting Electrochemical Cells; LECs oder LEECs). Die hätten im Vergleich zu OLEDs entscheidende Produktionsvorteile, betonen sie. Die gesamte Herstellung lief bei normalen Umgebungsbedingungen ab, während zumindest manche Produktionsschritte von OLEDs im Vakuum stattfinden müssten.

Anders als organische Leuchtdioden würde es den LECs auch wenig schaden, wenn die Schichtdicke schwankt – was bei der verwendeten Drucktechnik passiert. Allerdings würden Sauerstoff und eine höhere Luftfeuchtigkeit die Leuchtkraft von LECs ebenso beeinträchtigen wie die von organischen Leuchtdioden. Kapselt man die Leuchtzellen ein, sollte dies jedoch unproblematisch sein.

Bevor eine günstige Leuchttapete auf den Markt kommt, müssten allerdings noch einige Eigenschaften der Folie verbessert werden – unter anderem die Haltbarkeit der Leuchtkraft.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/

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