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Erste Fotos des Urplaneten

Raumsonde Dawn rückt Urplaneten Vesta auf die Pelle. Für Laien wirken sie verschwommen, doch es sind die brillantesten Aufnahmen, die es bisher gibt: 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet sich Vesta, ein Urplanet aus der Frühzeit des Sonnensystems. Die Schnappschüsse gelangen der Raumsonde „Dawn“, die dem Asteroiden immer näher kommt.

Vesta ist ein leicht kartoffelförmiger Gesteinsbrocken von etwa 530 Kilometern Durchmesser. „Wahrscheinlich ist er der einzige Protoplanet, der aus der Frühzeit des Sonnensystems erhalten ist“, sagt Martin Hoffmann vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau. Und nun bekommt Vesta schon bald Besuch. Die Raumsonde „Dawn“ ist auf dem Weg zu dem Himmelskörper. An Bord hat sie zwei Kameras der MPS-Forscher. Sie haben nun neue Bilder des Urplaneten geliefert.

„Dawn“ befindet sich derzeit im Anflug auf Vesta und soll den Asteroiden rund ein Jahr lang begleiten. Im Mai hatten die Forscher bereits das erste Bild veröffentlicht, das die Sonde von dem Himmelskörper gemacht hatte . Darauf war Vesta allerdings gerade einmal fünf Pixel im Durchmesser groß. Auf den neuen Bildern sind nun bereits Details von 20 Kilometern Größe zu erkennen. Damit ist die Auflösung doppelt so gut wie bei den besten Vesta-Aufnahmen des “ Hubble“-Weltraumteleskops.

Trotzdem sind die Fotos noch immer recht unscharf. Deswegen hoffen die Forscher auf mehr: In einigen Wochen soll „Dawn“ sich bis auf 200 Kilometer dem Asteroiden nähern und dann tausendfach kleinere Details von 20 Metern Größe erkennen.

„So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde“

Vesta hat eine helle und eine dunkle Seite. Das zeigten auch die jetzt veröffentlichten Aufnahmen aus rund 190.000 Kilometern Entfernung. „Die eine ist eher die ursprüngliche Seite von Vesta, auf der anderen sind vermutlich auch tiefer liegende Schichten freigelegt“, sagt Andreas Nathues vom MPS. Er ist der wissenschaftliche Leiter des „Dawn“-Kamerateams. „Vesta ist ein Urkörper des Sonnensystems, 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt. So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde“, sagt Nathues. „Aber wir müssen davon ausgehen, dass unsere Erde einmal ähnlich ausgesehen hat. Vesta ist in dieser Frühphase stehengeblieben. Das führt uns zurück zu den Anfängen.“

Die Kartoffelform von Vesta rührt nach Ansicht der Astronomen vermutlich von einem katastrophalen Einschlag her. Er dürfte große Mengen Gestein aus dem Protoplaneten herausgeschleudert haben. Eine ganze Asteroidenfamilie namens Vestoiden wurde damals begründet. „Wir finden auch Stücke von Vesta auf der Erde“, sagt Forscher Hoffmann.

Mitte Juli wird „Dawn“ in eine Umlaufbahn um den urtümlichen Protoplaneten einschwenken. Nach rund einem Jahr soll die Sonde den Asteroiden dann verlassen und den Zwergplaneten Ceres anfliegen. Er kreist zwar ebenfalls im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne, hat aber eine ganz andere Zusammensetzung. „Dawn“ soll unter anderem erkunden, warum die beiden Himmelskörper so unterschiedlich sind.

via: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/

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