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Die Schwerkraft-Lampe

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In Standuhren halten an Ketten aufgehängte Gewichte das Pendel in Schwung. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet eine Leuchte, die ein amerikanischer Designstudent ersonnen hat. Sie besteht aus einer Acrylglassäule, in der Messinggewichte langsam zu Boden sinken. Die dabei freigesetzte “Fallenergie” wird genutzt, um die Säule glimmen zu lassen.


Gut vier Stunden benötigen die Gewichte, um durch die 1,2 Meter hohe Säule zu sinken und sie ähnlich hell wie eine 40-Watt-Glühbirne leuchten zu lassen. Danach müssen die 5 Messingklötze, jeder gut 4,5 Kilogramm schwer, wieder in die Ausgangsposition gehoben werden.

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Vor das stimmungsvolle Glimmen habe die Physik also auch in diesem Fall die Arbeit gesetzt, erläutert Clay Moulton vom Virginia Tech in Blackburg. “Das ist schon etwas komplizierter als das Betätigen eines Schalters. Es kann aber zur gefälligen, sogar angenehmen Routine werden, wie das Aufziehen einer schönen Uhr oder das Zubereiten guten Kaffees.”

Nicht von ungefähr hat Moulton seine Entwicklung auf den Namen “Gravia” getauft. Die Gewichte im Innern der Acrylglassäule sind um eine Gewindestange herum gruppiert und versetzen diese bei ihrem langsamen Fall in Drehung. Die Stange treibt einen Generator im Sockel der Säule an, der wiederum eine Reihe von Leuchtdioden mit Energie versorgt.

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Moulton schätzt die Lebensdauer der mechanischen Komponenten auf mindestens 200 Jahre, selbst bei täglichem Betrieb. Und mit der Zeit reife die Leuchte sogar wie ein guter Wein, so der Designer. Die energiereiche Strahlung der Leuchtdioden lasse das Acrylglas altern, sodass das Glimmen von einem leicht blaustichigen Weiß zu einem wärmeren Farbton übergehe. Dieser Prozess dauere schätzungsweise 15 Jahre.

Forschung: Clay Robert Moulton, Department of Architecture, Virginia Polytechnic Institute and State University, Blacksburg

Link: School of Architecture and Design, Virginia Tech

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