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Der Mond – ein Zwilling der Erde

Mondentstehung. Der Mond ist der Erde offenbar ähnlicher als gedacht. Dieser überraschende Befund bringt Astronomen in Erklärungsnöte, denn er passt kaum zum gängigen Modell der Mondentstehung.

Der Mond ist ein geochemischer Zwilling der Erde. Das schreibt ein Team um Junjun Zhang von der Universität Chicago im Fachjournal Nature Geoscience nach einer Analyse von Mondgestein.


Ein Mosaik von 53 Bildern, die die Raumsonde Galileo 1992 mit Hilfe spezieller Filter aufgenommen hat, zeigt den unterschiedliche mineralische Zusammensetzung der Oberfläche des Mondes. (© Nasa/JPL)

Die Forscher hatten die Häufigkeit zweier Varianten (Isotope) des Metalls Titan in Mondproben untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Verhältnis von Titan-50 zu Titan-47 im Mondgestein um nicht mehr als 0,0004 Prozent von der Verteilung in der Erdkruste abweicht. Das ist überraschend, denn die Isotopenhäufigkeiten schwanken im Sonnensystem sonst bis zu hundertmal so stark.

Das Ergebnis bringt das gängige Modell der Mondentstehung in Bedrängnis, demzufolge unser Trabant durch die Kollision eines marsgroßen Objekts namens Theia mit der jungen Erde entstanden ist. In diesem Fall sollte er allerdings zu mindestens 40 Prozent aus dem Material von Theia bestehen, und seine Isotopenverhältnisse sollten sich deutlich von den irdischen unterscheiden. Denn es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass Theia exakt dieselbe chemische Zusammensetzung besaß wie die Erde.

Die Untersuchung ist nicht der erste Hinweis auf die geochemische Ähnlichkeit zwischen Erde und Mond: Auch bei Sauerstoff, Silizium, Chrom und Wolfram gleichen sich die Isotopenverhältnisse, wie Matthias Meier von der schwedischen Universität Lund in einem Begleitartikel in Nature Geoscience betont.

Die Werte der drei letztgenannten Elemente ließen sich jedoch mit der Einschlagtheorie in Einklang bringen, wenn Theia eine ähnliche Zusammensetzung gehabt habe wie der Mars. Das Isotopenverhältnis des Sauerstoffs sei mit der Theorie allerdings nicht zu erklären.

via: http://www.sueddeutsche.de/wissen/

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