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Magazin fürs «Social Web»

Das iPad wird sozial: Die Nachrichtenflut von Twitter, Facebook und Co. kennt keine Grenzen. Flipboard, eine neue App für das iPad, räumt auf, und macht eine Art digitale Zeitung daraus. Die Nutzer sollen damit endlich den Überblick behalten.

Flipboard macht es möglich, das «Social Web» mit Twitter, Facebook und Nachrichten auf die gleiche Weise durchzublättern wie eine Zeitschrift. Die bislang nur in langen Listen verfügbaren Statusmeldungen und Mitteilungen der sozialen Netzwerke ordnet Flipboard auf einer Magazinseite an, zweispaltig und in einem aufgelockerten Layout. Enthält ein Facebook-Eintrag oder Tweet einen Link auf ein Foto, ein Video oder eine Webseite, werden diese Inhalte in die Flipboard-Seite eingebunden. Somit sieht der Leser auf einen Blick viel mehr als nur die dürre 140-Zeichen-Botschaft mit ihren oft kryptischen Hyperlinks.

Flipboard bezeichnet sich als weltweit erstes Magazin fürs «Social Web». Zwar gibt es bereits andere Versuche, aus Twitter-Beiträgen eine Art Social-Media-Zeitung zu erstellen, etwa die Web-Anwendung Twittertim.es. Das intuitive Umblättern, ein übersichtliches Layout und die ansprechende Darstellung von Fotos bringt die neue App aber näher an die Lese-Erfahrung von gedruckten Medien heran. Der Vorstandschef des gleichnamigen Unternehmens, Mike McCue, erklärte zum Start der Anwendung: «Wir sind überzeugt, dass die zeitlosen Prinzipien von Print das Rauschen in den sozialen Medien verringern können und ihren optischen Reiz verstärken.»

Das Magazin wird allerdings nicht von Redaktionen zusammengestellt, sondern von den Nutzern – also von allen, die in den persönlichen Kreis von Kontakten aufgenommen wurden. Sie verweisen zwar oft auf Angebote von Online-Medien. Zugleich könnte die App ein Anreiz für Medienverlage sein, mit eigenen attraktiven Angeboten ihr Publikum zu sichern und damit Abo- oder Werbeeinnahmen zu erzielen.

Zunächst allerdings fiel das Programm aber dem eigenen Erfolg zum Opfer. Die App löste bei der Einführung am Mittwoch derart großes Interesse aus, dass der Dienst erst einmal seine Grenzen erreichte. Die Anwendung ließ sich zwar herunterladen und installieren. Der Flipboard-Server akzeptierte aber nur eine begrenzte Zahl von Anmeldungen für Twitter und Facebook. Enttäuschte Nutzer sprachen daraufhin vom «Flopboard».

Unternehmenssprecherin Marci McCue antwortete auf eine Anfrage nach der Server-Kapazität, das Unternehmen arbeite an einer Erweiterung. Für neue Nutzer gebe es eine Warteschlange, bis sie ihre Twitter- oder Facebook-Accounts anmelden könnten. Zur Zahl der Downloads am ersten Tag machte McCue keine Angaben.

Die Software fürs iPad wird kostenlos angeboten. Das Unternehmen will Erlöse erzielen, indem beim Flipboard-Blättern ganzseitige Anzeigen auf dem iPad platziert werden. Das Flipboard-Projekt will auch weitere beliebte Orte im Netz integrieren, etwa das Fotoportal Flickr oder den Lokalisierungsdienst FourSquare.

via: news.de/dpa

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