Zukunft der Arbeit – Die Digitalisierung bedroht die Mittelschicht

Die Digitalisierung wird klassische Jobs vernichten, die für die Mittelschicht stehen. Übrig bleiben hochqualifizierte und einfache Tätigkeiten. Das stellt das Selbstbild einer Gruppe infrage, die sich für die tragenden Säule der Gesellschaft hält.

Hätte man vor zehn oder 20 Jahren einmal die Frage gestellt, welcher Beruf besonders sicher ist, „Finanzbeamter“ hätte als Antwort wohl weit vorne gelegen. Steuern wollen eingetrieben werden, solange es Staaten gibt. Und immer neue Steuergesetze machen die Sache mit dem Finanzamt nicht einfacher, sondern immer komplizierter.

Doch wer weiß, ob Finanzamtsmitarbeiter nicht einmal zu den aussterbenden Berufsgruppen zählen werden. Die Steuerbehörden machen zwar ein größeres Geheimnis daraus – aber schon jetzt wird ein zweistelliger Prozentsatz der Steuererklärungen in Deutschland nicht mehr von Menschen geprüft. Spezielle Computerprogramme winken die einfachen Fälle durch, allenfalls Stichproben werden noch von Beamten gesichtet.

Das soll Platz schaffen für komplexere Vorgänge – doch auch diese könnten irgendwann einmal vom Kollegen Computer bearbeitet werden. Schneller und zuverlässiger als von Menschen, „Big Data“ sei dank.

Digitalisierung der Arbeit
Die Digitalisierung verändert die Industrie – doch ganz ohne Menschen geht es trotzdem nicht.

Die Formel Bildung gleich Chancen könnte nicht mehr aufgehen

Dass Technik Arbeitsplätze vernichtet, ist keine neue Erkenntnis. Die gesamte industrielle Revolution war getragen davon. In den 1930er Jahren hatte der bekannte Ökonom John Maynard Keynes vor einer „neuen Krankheit“ gewarnt: der durch technischen Fortschritt verursachten Arbeitslosigkeit. In Zukunft, so seine Prognose, gebe es bloß noch Bedarf für eine 15-Stunden-Woche.

Keynes lag falsch. Zwar wurden viele Arbeitsschritte durch Maschinen ersetzt. Das aber machte auch viele Produkte billiger. Die Verbraucher gaben das so gesparte Geld für anderes aus – vor allem Dienstleistungen, was wiederum viele neue Jobs schuf. Es waren vor allem einfache Tätigkeiten, die ersetzt wurden. Um den Kampf gegen die Maschine zu gewinnen, sollten die Menschen sich weiterbilden – ein Mantra, das bis heute gilt.

Mit der digitalen Revolution aber könnte die Formel Bildung gleich größere Chancen zum ersten Mal nicht mehr aufgehen. Waren es früher mechanische Handgriffe, die ersetzt wurden, sind heute vor allem Jobs bedroht, die in Industrieländern als typisch für die Mittelschicht gelten.
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Eine Studie der Universität Oxford kam vor zwei Jahren zu dem Schluss, dass 47 Prozent der US-Bevölkerung in Berufen arbeiten, die besonders stark durch die Digitalisierung gefährdet sind: Buchhalter, Kreditsachbearbeiter und eben Finanzbeamte zählen dazu – klassische Schreibtischjobs, die früher als absolut sicher und weniger „schmutzig“ als manuelle Tätigkeiten galten.

Fachliche Kenntnisse werden in Zukunft wohl eine immer geringere Rolle spielen – weil reines Wissen durch Computer viel besser analysiert und zur Verfügung gestellt werden kann. Der Mathematiker und Autor Gunter Drueck hat dafür den Begriff der „Amateurintelligenz“ geprägt, für die es bald keinen Bedarf mehr gebe. Hat der Durchschnitt also ausgedient?

Tatsächlich sagt die Oxford-Studie voraus, dass Architekten, Ingenieure, Richter oder Ärzte noch eine ganze Weile gebraucht werden – was wenig überraschend ist. Aber auch am anderen Ende der Skala gibt es Berufe, die noch eine Zukunft haben sollen, weil sie durch „Big Data“ nicht gefährdet sind. Friseure, Gärtner, Kellner zum Beispiel zählen dazu, handwerkliche Berufe sowieso.
Die Digitalisierung kann soziale Unterschiede vergrößern

Wird Keynes’ düstere Prophezeiung von der Gesellschaft, der die Arbeit ausgeht, also doch noch wahr, nur mit einiger Verzögerung? Zumindest könnte die Digitalisierung den auch in Deutschland vorherrschenden Glauben an den Aufstieg durch Arbeit infrage stellen. Die Angestelltenmentalität ist hier vielleicht weiter verbreitet als anderswo und zukunftsträchtige „kreative Intelligenz“ ist an Schulen und Unis viel schwerer zu vermitteln als reines Faktenwissen.

Vor allem aber gefährdet die Internet-Revolution das Selbstbild einer Mittelschicht, die sich als tragende Säule des Staates versteht. Noch operiert gerade in Deutschland die Politik eher mit Szenarien, die wegen des Geburtendefizits Vollbeschäftigung in Aussicht stellen. Politischer Druck wurde in der Vergangenheit vor allem auf jene ausgeübt, die als unqualifiziert und arbeitsscheu galten, nicht aber auf den mittleren Teil der Gesellschaft, der sich nach unten gerne abgrenzt.

Die Digitalisierung kann die sozialen Unterschiede vergrößern – trotzdem wäre es falsch, in ihr nur ein Untergangsszenario zu sehen. Zum sichersten Beruf kürten die Oxford-Forscher schließlich den „Recreational Therapist“, was man mit Entspannungstherapeut übersetzen könnte. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist.

via: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/

Künstliches Leben: Forscher erschaffen Chromosom

Sensation mit Hefe. Sieben Jahre dauerte es, jetzt haben Forscher ein synthetisches Hefe-Chromosom konstruiert – von seinem natürlichen Vorbild kaum zu unterscheiden. Es ist ein Durchbruch auf dem Weg zu komplexen künstlichen Lebewesen, denn bisher wurden nur Bakterien nachgebaut.

Chromosomen tragen die Erbinformationen von Lebewesen – Wissenschaftlern ist es nun gelungen, eine solche Struktur aus der Bäckerhefe künstlich nachzubauen. Das Designer-Chromosom sei voll funktionsfähig, Hefezellen mit ihm unterschieden sich nicht von natürlichen Hefezellen, berichten die Forscher im Fachblatt „Science“. Ziel der Methode sei es, künftig gezielt Lebewesen zu entwerfen, die bestimmte Kraftstoffe, Arzneimittel oder andere Substanzen herstellen.

Als Chromosomen werden die Strukturen in den Zellen bezeichnet, die die Gene – die Erbinformationen – des jeweiligen Lebewesens enthalten. Menschen haben 23 Chromosomen-Paare, die gewöhnliche Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) hat 16. Dank der raschen technologischen Fortschritte und der sinkenden Kosten bei der Synthese von DNA haben Wissenschaftler in den vergangenen Jahren bereits einige bakterielle Chromosomen und Erbgut von Viren im Labor nachgebaut.

Mit dem Chromosom der Hefe sei nun erstmals ein Chromosom eines sogenannten eukaryotischen Lebewesens synthetisch hergestellt worden, schreiben die Forscher. Unter diesem Begriff werden Lebewesen mit einem Zellkern in den Zellen zusammengefasst – etwa Pflanzen, Tiere oder Pilze. Sie werden in der Biologie von den Prokaryoten unterschieden, zu denen Bakterien und Archaebakterien gehören.

Konstruktion des Genoms dauerte sieben Jahre

Das Forscherteam um Jef De Boeke von der Johns Hopkins University in Baltimore baute das Chromosom III der Hefe nach, das drittkleinste der 16 Chromosomen. Die Abfolge seiner Bausteine – insgesamt besteht es aus mehr als 316 000 solchen Basenpaaren – ist bereits seit über 20 Jahren bekannt.

Die Forscher entfernten zunächst im Computer aus dieser Sequenz alle überflüssigen oder sich wiederholenden Abschnitte. Sie fügten aber auch einige Basenpaare zu der ursprünglichen Abfolge hinzu. Diese dienten als Markierung oder dazu, bestimmte Gene später zu löschen oder zu verändern. Anschließend machten sie sich daran, das Chromosom basierend auf dieser Sequenz zu synthetisieren. Die gesamte Konstruktion dauerte sieben Jahre.

Genom-Veränderungen sind ein „Glücksspiel“

Das fertige „snyIII“ ist mit gut 272 000 Bausteinen etwas kleiner als sein natürliches Gegenstück. Es funktioniert allerdings offenbar genauso: Hefezellen mit dem synthetischen Chromosom unterschieden sich nicht von den rein natürlichen Vorbildern. “ Wenn man das Genom verändert, ist das ein Glücksspiel. Eine falsche Veränderung und die Zelle stirbt“, sagte De Boeke. „Wir haben über 50 000 Veränderungen in dem Chromosom vorgenommen, und unsere Hefe lebt immer noch. Das ist bemerkenswert.“

In weiteren Versuchen testeten die Wissenschaftler, welche der Gene unter bestimmten Bedingungen für das Überleben der Hefe notwendig sind. Dies gehört zu den Grundfragen beim Nachbau von Lebewesen in der synthetischen Biologie. „Rasche Fortschritte in der synthetischen Biologie in Kombination mit den sinkenden Kosten der DNA-Synthese lassen es bald möglich erscheinen, neue eukaryotische Genome – inklusive Genome von Pflanzen und Tieren – mit synthetischen Chromosomen zu bauen“, schreiben die Wissenschaftler.

via: http://www.focus.de/wissen/natur/

TV Werbung passt sich individuell an Zuschauer an

Auf den Haushalt abgestimmte TV Werbung. Eine amerikanische TV Group plant im nächsten Jahr, bis zu 10 Millionen amerikanischer Haushalte mit Fernsehwerbung zu versorgen, die den Bedürfnissen der einzelnen Haushalte entspricht. Diese Idee personalisierter Werbung ist nicht neu. In Tokyo beispielsweise werden Werbeplakate aufgestellt, die ihren Inhalt an die jeweiligen Betrachter anpassen. Auch Google plant beispielsweise mit den Suchergebnissen, ohne überhaupt gesucht zu haben, eine ähnliche Idee zu verfolgen. Contextual Discovery könnte Werbung, angepasst an den jeweiligen Standort auf die mobilen Geräte der Nutzer bringen.

Die DirecTV Group beabsichtigt maßgeschneiderte Werbung in die Haushalte zu bringen. So sollen in Haushalten, in denen Hunde vorhanden sind, Werbespots für Hundeprodukte gezeigt werden. Haushalte in denen Kinder leben sollen mit Werbespots zu Themen Rund ums Kind versorgt werden. Für Werbeanbieter wäre dies eine optimale Art der Vermarktung ihrer Produkte. Der neue Service soll laut Laura Desmond, der CEO der Starcom Media Invest, die eine Partnerschaft mit dem Sat-TV Dienstleister eingegangen ist, schon im nächsten Jahr starten. Starcom will für den neuen Service im Anfangsjahr bereits 10 bis 20 Millionen USD Dollar ausgeben.

Interessanter Vertriebsweg für Werbetreibende auch in Deutschland

Die DirecTV Group habe insgesamt über 19,1 Millionen Abonnenten, denen dieser Service angeboten werden soll. Als größte Bedenken seitens der Werbetreibenden werden zurzeit noch die Tests, in denen der Service zur Verfügung gestellt wurde, genannt. Das Ausmaß dieser Tests sei den Werbetreibenden nicht groß genug gewesen. So muss sich in der Zukunft zeigen, wie hoch die Akzeptanz der angebotenen Leistung, bei den Werbetreibenden ist. Sicherlich wäre dieser Vertriebsweg auch für Werbetreibende in Deutschland interessant, da man die Zielgruppen direkt erreichen kann. Somit würden die Kosten für Werbung viel effektiver eingesetzt. Wer gänzlich auf Werbung verzichten möchte, dem bietet sich online Fernsehen als Alternative.

Erneut liegen personenbezogene Daten zugrunde

Auch diese Art der Werbung ist wieder ein Zeichen für ein schnell wachsendes Phänomen. Die Daten-Sammelwut der Anbieter verschiedenster Services. Gerade im Bereich der Werbung werden diese personenbezogenen Daten oft gesammelt und gehandelt. Ob sich der Trend, zur haushaltsbezogenen Werbung auch bei uns durchsetzen, kann bleibt noch abzuwarten. Für Werbetreibende könnten die zielgerichteten Anzeigen teurer werden, als herkömmliche Anzeigen, dafür aber bessere Ergebnisse erzielen. Im Bereich Werbung finden sich immer wieder neue kreative Ideen, wie auch die Möglichkeit, Werbung automatisiert erstellen zu lassen.

Quelle: foxnews

Roboter zum Spargel stechen

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Endlich sollte die Diskussion beendet sein, wer in Deutschland überhaupt noch Spargel sticht. Denn die Antwort lautet: Panther – der Roboter der Spargel erntet.

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Financial Times zeichnet Gründer aus

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Die Gründerinitiative der Financial Times Deutschland enable2start hat 5 Gewinner. Der mit jeweils 50.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und soll mithelfen, neue innovative Produkte oder Dienstleistungen ins Laufen zu bringen.

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McDonald’s meets Biohof: Nat

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Offen für Neues müssen die Kunden von Nat auch sein, denn Rosenkranz wagt einen Spagat zwischen Schnellimbiss und Biohof. Immer mehr Menschen wenden immer weniger Zeit für ihre Mahlzeiten auf, wollen sich aber gleichzeitig möglichst gesund ernähren, ist Rosenkranz überzeugt. Im November wird in der Hamburger Innenstadt das erste Nat-Restaurant eröffnet.

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Der digitale Nachmachschutz

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Der Markt für gefälschte Produkte boomt. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit 700 Mrd. E mit Plagiaten umgesetzt. „Niemand, der sich einen Markenanzug kauft, kann sicher sein, dass er ein Original erwirbt“, sagt Mario Cameron.

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Die Sterne-Kita: Elly & Stoffl

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Anfangs reihte sich ein Rückschlag an den nächsten. „Eigentlich müsste man denken, dass Kinderbetreuung gerade in diesen Tagen ein großes Thema in Deutschland wäre“, sagt Susann Reimers. Doch die Realität sieht anders aus. Seit April 2006 verfolgt die 28-Jährige ihre Idee von der Gründung einer Kindertagesstätte auf Premiumniveau.

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Aktion sauberer Kofferraum: Bagpax

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Eine Spinne bringt Marvin Andrä auf seine Geschäftsidee. Mitten im Berufsverkehr sitzt das Tier plötzlich in seinem Sichtfeld auf der Windschutzscheibe. Andrä selbst hat den blinden Passagier an Bord gebracht, wenn auch unfreiwillig: Das Tier ist unter Gartenabfällen herausgekrabbelt, die er zu einer Deponie bringen will.

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Breakfast for One: Mymuesli.com

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Der Erfolg ihres Geschäftsmodells hat sich so schnell eingestellt, dass die drei Passauer selbst sichtlich überwältigt sind. Ein Müsli aus biologischen Zutaten, das sich jeder Käufer individuell zusammenstellen kann – so simpel ist die Idee, die die drei entwickelt haben. „Das Müsli, das jedem schmeckt, gab es einfach nicht zu kaufen“, sagt Hubertus Bessau.

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