App macht Tesla zum Science-Fiction-Auto

Google Glass – Schon vor einigen Wochen hat Google seine Datenbrille Glass an die ersten Interessenten und Entwickler verkauft. Letztere haben nun erste Apps auf den Weg gebracht, die zeigen, wohin die Reise mit dem Gadget gehen kann.


Der Blick durch die Goggle-Brille könnte bei Anwendung der Tesla-App so aussehen. Quelle: glasstesla.com

Wer heute schon eine Google Glass besitzt und einen Tesla fährt, ist in Sachen extravagante Innovationen auf jeden Fall ganz vorne mit dabei. Doch was bisher nur Technerds besitzen und nutzen, könnte sich binnen weniger Jahre durchsetzen und unser Verhalten im Alltag grundlegend verändern. Wer zweifelt, möge sich klar machen, dass Steve Jobs erst vor sechs Jahren der erstaunten Netzgemeinde erklärte, wie man mit dem Finger auf Apples iPhone scrollt. Heute glauben Kleinkinder, dass sich so jedes Elektrogerät anschalten lässt.

Vor allem die Verknüpfung des Internets mit der Automobilbranche hält etliche Funktionen bereit, die sich heute noch stark nach Science Fiction anfühlen – und doch zum Greifen nah sind. So bedienen wir heute schon Navigationsgeräte per Spracherkennung und große Forschungsinstitute arbeiten an Autos, die ohne Fahren durch den Stadtverkehr sausen.
Aktuellstes Beispiel ist die neue App „GlassTesla“ für einen Tesla Model S. Die Anwendung macht es heute schon möglich mit einem Touch an den Brillenrand oder per Sprachsteuerung das Auto zu bedienen. So erfahren die User zum Beispiel, wie lange das Elektroauto noch laden muss.

Auch der Ladeprozess lässt sich über die Brille starten oder auch stoppen. Und die Türen, der Kofferraum oder das Sonnendach lassen sich ganz einfach öffnen. Gleiches gilt für die Bedienung der Klimaanlage.

Wer vergessen hat, wo er sein Fahrzeug abgestellt hat, kann sich ganz einfach über die Karten-Anwendung zu seinem Auto zurückführen lassen. Und auch beim Fahren selbst kann die Brille zum Einsatz kommen. Über die App lassen sich die Hupe, die Lichter und auch die Temperatur kontrollieren.

Entwickler der App ist der Pepperdeck -Gründer Sahas Katta. Künftig will er über die Brille auch die Steuerung und das eigentliche Fahren des Autos steuern. Doch noch sei die Technik in den Computerbrillen zu langsam, um mit der Menge an Daten in Echtzeit sicher umgehen zu können. Entsprechend ist die App bisher auch nur ein Prototyp.

Nach eigenen Angaben gegenüber Digital Trends soll Katta die App ohne einen Auftrag von Tesla entwickelt haben. Schlicht die Tatsache, dass er über das Elektroauto und die Brille verfügt, sei Ansporn genug gewesen, eine Anwendung zu programmieren. Es ist die erste dieser Art für Tesla.

via: www.wiwo.de/technologie/

YouTube zeigt künftig professionell produzierte Sendungen

Das Fernsehen der Zukunft? Google füttert seine Video-Plattform YouTube künftig mit professionell produzierten Sendungen. Das kündigte YouTube in seinem Blog an. Der Schwerpunkt der bereits vorgestellten Kanäle liegt auf Musik, Unterhaltung und Sport.

Laut der Nachrichtenagentur dpa wurde sogar Madonna für einen Tanz-Kanal gewonnen und der frühere NBA-Star Shaquille O’Neal soll ein Comedy-Programm präsentieren. Die neuen YouTube-Kanäle sollen schrittweise ab November eingeführt werden. Angeblich wird es künftig über 100 Kanäle geben, die auf der ganzen Welt verfügbar sein sollen.

Auf die Kanäle kann der Nutzer den Angaben zufolge auch über die Google-TV-Plattform zugreifen, die mit einem Software-Update aufgemotzt werden soll. TV-Sender wollen allerdings nicht mit Google zusammenarbeiten. Sie fühlen sich bedroht und schließen Google TV vom Zugang zu ihren Internet-Angeboten aus.

Google Fiber – Ultra High Speed Netzwerk

Google Fiber gestartet – High Speed Breitband ermöglicht 1,6 GB Filmdownload in 10 Minuten. Oh wie glücklich können die Einwohner in Stanford sein. Hier hat Google sein 1 Gbps Breitband Netzwerk gestartet. Das Glasfaser-Netzwerk soll Datenübertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1 Gbps ermöglichen. In einem Test wurde beispielsweise ein 1,6 GB großer Film innerhalb nur 10 Minuten komplett heruntergeladen. Sicherlich ist das nur ein Beta Test. Dieser Betatest soll die Grundlage für ein größeres Ultra High Speed Netzwerk bilden, das in Kansas City geplant ist. Das Gebiet für den Beta Test erstreckt sich auf einen Wohn-Vorort der Universität. Zu den ersten Nutznießern dieser Technologie gehören Studenten und Dozenten der Universität.

Gig U – Projekt soll 29 College Orte mit einem Ultra High Speed Netzwerk versorgen

Google hofft darauf, dass mit weiterem Ausbau des Ultra High Speed Netzwerkes auch andere Unternehmen an diese Idee anknüpfen werden und eigene Innovationen vorantreiben. Man will im Rahmen des Gig U – Projekts das 1 Gbps Breitband in 29 College Orte im Herzen Amerikas bringen. Bleibt uns nur zu hoffen, das auch deutsche Unternehmen Interesse an einem Projekt dieser Art bekommen. Auf alle Fälle liegt das Ultra High Speed Netzwerk im Trend, da ein immer größeres Streben nach schnelleren Datenübertragungsmöglichkeiten besteht.

Via: digitaltrends

Google räumt seinen Suchalgorithmus auf

„Panda“ ist Googles Versuch, in seinem Suchalgorithmus Seiten mit guten Inhalten besser zu platzieren. Wer Inhalte nur schlecht aggregiert oder den Nutzern nicht das Gewünschte liefert, ist jetzt kaum noch sichtbar. Google schraubt eigentlich ständig an seinem Suchalgorithmus herum, um bessere Suchergebnisse anzuzeigen und Spam auszusortieren. Doch kaum eine Änderung hat für so viel Aufregung gesorgt wie das Panda-Update, das dieser Tage auch in Deutschland eingeführt wurde. Mit Panda will Google Seiten mit guten, originären Inhalten belohnen, im Gegenzug aber Angebote bestrafen, die nur Inhalte anderer Seiten zusammentragen oder Nutzern nicht das Gesuchte bieten. „Die Richtung ist sehr klar: Artikelverzeichnisse, Contentaggregatoren, Pseudoinfo-Seiten und magere Personen- oder Preis-Suchmaschinen raus und redaktionelle Inhalte rein“, beschreibt Eric Kubitz vom Suchmaschinenoptimierer Contentmanufaktur die Absicht der Suchmaschine.

Die ersten Tests der Suchmaschinenoptimierer Searchmetrics zeigen, dass Google Panda sein Ziel weitgehend erreicht hat. In der Liste der Panda-Gewinner stehen Verlagsangebote wie Golem.de, Focus.de und Stern.de weit oben, werden also häufiger als früher angezeigt, auch wenn der Zuwachs an Sichtbarkeit eher gering ausfällt. Auch die Seiten großer Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Apple landen nun häufiger auf den ersten Plätzen in den Suchergebnissen. Weniger sichtbar sind nun Seiten wie die Ratgeber-Community Gutefrage.net oder Personensuchmaschinen wie Yasni und 123People. Oft kommen Gewinner und Verlierer sogar aus dem gleichen Haus, denn zum Beispiel gehören Hauptverlierer wie Gutefrage.net, Cosmiq.de oder Gesundheitsfrage.net zur Verlagsgruppe Holtzbrinck oder die Contentfarm Suite101 zu Burda.

Auch die Verweildauer ist ausschlaggebend

Die meisten Internetseiten werden Panda gar nicht bemerken. „Für die meisten Sprachen wird diese Änderung typischerweise 6 bis 9 Prozent der Suchanfragen in einem Umfang betreffen, den die Nutzer bemerken können. Dies ist deutlich niedriger als bei unserem ersten Panda Rollout, der fast 12 Prozent aller englischen Suchanfragen in einem sichtbaren Umfang beeinflusste“, schreibt Google in seinem Unternehmensblog. „Für Betreiber klassischer Unternehmensauftritte wird das Update eher eine Verbesserung bringen“, sagt Christian Mauer vom Kölner Suchmaschinenspezialisten Sumo. „Auch Online-Shops brauchen keine Angst vor dem Update zu haben. Eng wird es allerdings für Websites, die Content ausschließlich deshalb veröffentlichen, um in den Suchergebnissen mit ihrem Angebot oben zu stehen.“ Solchen Seiten werde jetzt die Geschäftsgrundlage entzogen. „Zusammengeklaubte Inhalte funktionieren nicht mehr. Die Betreiber haben mit diesem Modell in der Vergangenheit mitunter gut verdient. Aber das scheint jetzt vorbei“, sagt Mauer. Allerdings bedeutet Panda nicht zwingend, dass die Seiten künftig weniger Besucher haben, denn andere Quellen wie soziale Medien oder Links bleiben unberührt.

Panda war ursprünglich die Antwort von Google auf sogenannte Content-Farmen wie Demand Media, die viele Inhalte möglichst billig erstellen, um von Google viele Besucher zu bekommen. Sie sollten mit dem Panda-Update bestraft werden. Auch viele Preisvergleiche oder Gutscheinportale finden sich wie erwartet auf der Verliererliste wieder. Allerdings werden nicht alle Seiten einer Kategorie gleichermaßen abgestraft, denn schließlich können sie den Nutzern auch wertvolle Informationen liefern. Zu diesem Zweck hat Google die Seiten von Testern anschauen lassen, die Fragen wie „Würden Sie dort Ihre Kreditkartendaten eingeben?“ beantworten sollten.

In den Algorithmus sind auch Faktoren wie die Verweildauer eingeflossen: Findet der Nutzer die gewünschte Information, klickt er dort mehrere Seiten an, oder kehrt er sofort wieder zu Google zurück, um auf ein anderes Suchergebnis zu klicken? Das Ergebnis: Vergleichsseiten wie Ciao (das dem Wettbewerber Microsoft gehört), Kelkoo (das zu Yahoo gehört) oder Dooyoo verlieren kräftig, während Idealo weitgehend ungeschoren davonkommt. Kubitz vermutet, dass die längere Verweildauer der Nutzer auf Idealo den Ausschlag gab, die Seite nicht abzuwerten.

„Soziale“ Suche

Eine sehr starke Präsenz von kommerziellen Angeboten direkt auf der Startseite könnte auch ein Faktor sein, Seiten abzuwerten – muss es aber nicht. „Google hat überhaupt kein Problem mit stark kommerzialisierten Seiten. Die Frage ist nur, wie die Kommerzialisierung umgesetzt wird. Potentiell ,dünnen‘ Content haben ja etwa auch die Kleinanzeigenportale, doch die haben sogar recht breit gewonnen“, sagt Kubitz.

Google schraubt aber gleich an mehreren Stellen an seinem Algorithmus herum. Nicht weniger wichtig ist die Anreicherung der Suchergebnisse um Beiträge aus dem neuen sozialen Netzwerk Google+. Wer einen Nutzer zu seinen Kreisen auf Google+ zugefügt hat, kann dessen öffentlichen Beitrag auf Google+ in seinen Suchergebnissen wiederfinden. Dahinter steht der Gedanke, dass Informationen von Freunden und Bekannten aus sozialen Netzwerken einen höheren Stellenwert haben als Inhalte von fremden Quellen. Google+ soll die Suchmaschine auch mit Echtzeitergebnissen füttern. Diese „soziale Suche“ wird auch vom Konkurrenten Microsoft stark forciert, dessen Suchmaschine Bing Ergebnisse von Facebook und Twitter anzeigt. Google hat seine Partnerschaft mit Twitter jüngst beendet und setzt für die Echtzeitsuche künftig auf die Ergebnisse von Google+.

Via: http://www.faz.net/

Mozilla plant Firefox-Betriebssystem

Alles im Browser: Ganz auf das Web ausgerichtet, offen und kostenlos für jedermann: Die Mozilla-Foundation, von der Firefox entwickelt wird, will um den Browser ein eigenes Betriebssystem basteln – und könnte damit Apple und Google Konkurrenz machen. Der Titel sagt schon fast alles: „Booting to the Web“, zu deutsch „ins Internet starten“, ist ein Artikel im MozillaWiki überschrieben, in dem die Entwicklung eines neuen offenen Betriebssystems angekündigt wird. Die Software soll auf Gecko basieren, einem grundlegenden Bestandteil des Web-Browsers Firefox und der E-Mail-Software Thunderbird. Daher kommt auch der Titel des Projekts: Boot to Gecko, kurz B2G, haben die Autoren es benannt. Ihr Ziel: „ein komplettes und eigenständiges Betriebssystem für ein offenes Web“ zu entwickeln.

Firefox-Mobile-Logo: Bald ein eigenes Betriebssystem?

Das hört sich erst einmal nach Google an. Schließlich hat der Internetkonzern gerade die erste Version seines Online-Betriebssystems Chrome OS veröffentlicht, das auf speziellen Notebooks, den Chromebooks , läuft. Als Basis dafür diente Google der hauseigene Web-Browser Chrome. Die Software funktioniert nur, wenn man eine Internetverbindung hat, aber genau das ist auch die Idee hinter Chrome OS: Statt Programme und Daten im Gerät selbst zu speichern werden sie vom Chrome-Betriebssystem in die Datenwolke, die Cloud, ausgelagert. Sie werden auf Servern abgelegt, die irgendwo auf dem Globus stehen können, und per Online-Verbindung in den Arbeitsspeicher geladen.

Nach demselben Prinzip soll auch Boot to Gecko funktionieren. Nur, dass die Mozilla-Entwickler nicht Desktop-Rechner oder Notebooks versorgen wollen. Ihre Software soll auf Smartphones und Tablets laufen. Weil sie dafür das Rad nicht neu erfinden wollen, wollen sie Bestandteile von Googles Android-Betriebssystem übernehmen, allerdings nur einige grundlegende Dinge. „Wir planen so wenig wie möglich von Android zu verwenden“, schreibt Entwickler Andreas Gal in einem Forumsbeitrag. Von Google will man sich nicht abhängig machen, doch schließlich sei es „schön, mit etwas zu beginnen, von dem man weiß, dass es funktioniert und Zugang zu all jenen Geräten gewährt, die man unterstützen will“.

Software für Cloud-Handys

Ein ausgesprochen pragmatischer Ansatz. Doch auf diese Weise steht vom Start weg ein gewaltiger potentieller Markt für das neue OS bereit. Durch die Verwendung von Android-Kernprogrammen könnte Boot to Gecko – zumindest theoretisch – auf Millionen Google-Handys installiert werden. Zudem, argumentiert Entwickler Randell Jesup, würden Hersteller von Handy-Chips, so wie Texas Instruments, bereits von sich aus die nötigen Software-Treiber bereitstellen, die man braucht, um ihre Chips mit Android zu verwenden.

Von Android selbst soll für die Anwender von Boot to Gecko aber nichts zu sehen sein. Auch Android-Apps sind mit dem Mozilla-Betriebssystem nicht kompatibel. Das würde dem Grundgedanken der Software widersprechen, deren Hauptzweck darin besteht, Web Apps, also Anwendungen, die im Web-Browser laufen und nicht als eigenständiges Programm, auf Smartphones eine leistungsfähige Plattform zu bieten.

Web-Apps, der zweite Versuch

Apple hatte so etwas schon mit dem ersten iPhone versucht. Heute, nachdem mehr als 15 Milliarden Apps aus dem App Store geladen wurden, vergisst man leicht, dass der US-Konzern ursprünglich die Installation fremder Software auf seinem Handy nicht vorgesehen hatte. Stattdessen sollten schon beim iPhone Web Apps, die im Browser laufen, den Funktionsumfang des Handys erweitern. Der Versuch scheiterte allerdings grandios, weil das Angebot mager, die Möglichkeiten mickrig und die Performance lausig waren.

Mit einem komplett auf Web Apps ausgerichteten Handy-Betriebssystem könnte das anders aussehen. Zum einen bieten moderne Smartphones mit ihren Dual- und bald auch Quadcore-Chips erheblich mehr Leistung als seinerzeit das iPhone, zum anderen sind die Mobilfunknetze seither besser ausgebaut und schneller geworden. Zudem ist ein Handy per se immer online, immer mit dem Mobilfunknetz verbunden, kann also immer auf Apps und Daten zugreifen – zumindest in den halbwegs mit Mobilfunktechnik erschlossenen Regionen der Welt.

Wer angesichts solcher Verheißungen ungeduldig mit den Füßen scharrt, muss sich in Geduld üben. Bisher gibt es für das Projekt Boot to Gecko nicht einmal einen Zeitplan. Stattdessen diskutieren Entwickler und Interessierte in Mozillas Foren eifrig über Details aber auch über grundlegende Fragen der geplanten Software-Entwicklung. Etwa, ob man statt Android nicht auch das von Nokia und Intel entwickelte Meego als Grundlage verwenden könnte.

Aber genau das ist es, was die Entwickler der Software sich gewünscht hatten, als sie ihren Plan veröffentlichten. „Wir sprechen schon jetzt darüber, weil wir die Expertise von allen Mozilla-Mitgliedern brauchen – und von jenen, die noch nicht dazu gehören.“ Mit einer kollektiven Ideensammlung anfangen – das ist eine der Stärken von Open Source. Es dauert nur manchmal etwas länger.

via: http://www.spiegel.de/netzwelt/

Google+ im ersten Test

Was der Facebook-Konkurrent schon kann. Mit Google+ versucht der Internetkonzern es nach Google Buzz erneut mit einem Online-Netzwerk. Google hat ein Online-Netzwerk gestartet, das Facebook tatsächlich gefährlich werden kann. Erste Erfahrungen mit Google+ und seinen Funktionen.

Trotz der großen Popularität von Facebook, dessen Nutzerzahl sich mittlerweile auf die 750 Millionen Marke zubewegt, scheint GoogleBedarf und Chancen für ein alternatives Online-Netzwerk zu sehen. Google+ (Google Plus) kommt bei aktuellen Tests und Erfahrungsberichten im Netz bisher zumeinst gut an. Wir haben uns die Facebook-Alternative angesehen und erste Eindrücke zusammengefasst. ?

? Was kann Google+?

GoogleGoogle+ Circles

Circles: Einen dicken Pluspunkt erhält Google für die Filterfunkton bei Kontakten. Was auf Facebook nur mühsam möglich ist, ist mit Plus übersichtlich einzustellen. Nutzer können eigene Kontakte in folgende Kategorien unterteilen: Freunde (Friends), Familie (Family), Bekannte (Acquaintances) und Following. Darüberhinaus kann jederzeit ein eigener Circle definiert werden, z.B. Kollegen, Schulfreunde oder Ex-Freundinnen. Hat man einen Kontakt zu einem Circle hinzugefügt, bedeutet das allerdings noch nicht, dass man mit diesem Kontakt im klassischen Sinne befreundet ist – für viele Facebook-Nutzer mit Sicherheit erst einmal verwirrend.

Hangout: Eine sehr nützliche und sicher manchmal amüsante Funktion ist Hangout, zu Deutsch „Treffpunkt“. Der integrierte Gruppenchat funktioniert ähnlich wie Skype. Neu und besser ist, dass sich bei Google+ bis zu zehn Nutzer gleichzeitig unterhalten, Youtube-Videos ansehen oder chatten können. Wer gerade Lust auf eine Unterhaltung startet einen Hangout und lädt ganze Circles oder Einzelpersonen ein.

Der erste Hangout bringt die Runde mit Sicherheit zum Lachen. Sich gemeinsam Videos anzusehen ist ein nettes Feature. Allerdings sollten sich die Hangout-Teilnehmer einigen, welches Video gerade betrachtet wird, sonst wird es chaotisch. Sollte Google irgendwann noch TV-Livestreams in Hangout integrieren, wäre die Funktion perfekt. Gemeinsam fernsehen in einem Sozialen Netzwerk könnte ein Trend werden. Wer einfach klassisch mit einer Person chatten will kann dabei auf die aus Google-Mail bekannte „Chat“-Funktion zurückgreifen.

GoogleGoogle+ Mobile

Mobile: Man kann sich direkt aus Google+ einen Link zur mobilen Browser-App schicken lassen. Diese ist unter http://m.google.com/plus erreichbar. Dort stehen die Features Stream, Fotos, Kreise, Profil und Benachrichtigungen in reduzierter Form zu Verfügung. Großer Pluspunkt: Google verknüpft das Netzwerk jetzt mit dem Standort des Handy-Nutzers und somit mit Google Maps. So kann man sehen, welcher der Kontakte bzw. Circles sich in der Nähe aufhält. Zusätzlich kann man in Facebook-Foursquare-Manier bei den Orten „einchecken”. Die Aktion ist dann im Stream der eigenen Kontakte zu sehen. ?

GoogleGoogle+ Sparks

Sparks: Über ein einfaches Suchfeld kann der Nutzer beliebige Themen suchen und erhält dann, ähnlich wie bei einer Google-Suche, die aktuellen Neuigkeiten. Diese Themen lassen sich nun abonnieren und sind bequem immer wieder über die Navigation abrufbar. Außerdem kann der Nutzer die gefundenen Artikel schnell und einfach mit seinen Kontakten teilen. Aus welchen Quellen genau die Ergebnisse aber kommen und nach welchen Kriterien dort vorsortiert wird, ist im Moment noch nicht besonders transparent. Warum Nutzern zum Beispiel Themen wie „Rezepte“ oder „Rennrad fahren“ vorgeschlagen werden, bleibt offen.

GoogleGoogle +1-Button

+1-Button: Zentrales Element ist der +1-Button, der analog zum bekannten Like-Button von Facebook funktioniert. Im Unterschied zu Facebook taucht dieser Button aber mittlerweile auch in den Suchergebnissen von Google auf. Die von einem Nutzer ausgewählten Seiten oder Posts können dann später auf dem eigenen Profil gesammelt gelesen werden.

? Was kann Google+ (noch) nicht?

Anmeldung und Einladung: Die Anmeldung über eine Einladung zu Google+ kann derzeit recht mühsam sein, was mit der Beta-Phase und der aktuellen Überlastung des Dienstes zusammenhängen wird. Google wird das aber wohl in Kürze in den Griff bekommen.

So kann man eine Google+ Einladung verschicken

Tipp: Als angemeldeter Nutzer von Google+ können Sie auf der Stream-Seite Ihres Google+ etwas – beispielsweise einen kurzen Gruß – mit einer beliebigen E-Mail-Adresse teilen (share). Der Empfänger erhält dann automatisch eine Einladung zu Google +.
Seiten: Ein wichtiges Feature auf Facebook sind die sogenannten Seiten für Vereine, Firmen etc. Vergleichbares gibt es auf Google+ derzeit nicht. Damit setzt Google den Fokus eindeutig auf den privaten Anwender, das könnte sich jedoch als großer Fehler herausstellen. Immerhin zeigt der Erfolg der Seiten auf Facebook, dass die Nutzer ein großes Interesse haben, sich mit einem „Like” über Neuigkeiten zu informieren. Konsequenz wird wahrscheinlich sein, dass sich Firmen, Künstler, Vereine usw. einen eigenen Google-Account zulegen, um mit einem Pseudo-Profil an Google+ teilnehmen zu können.

Gruppen und Events: Auch die bei Facebook mittlerweile überaus populären Gruppen und Events sind auf Google+ im Moment nicht integriert. Hier will sich Google wahrscheinlich den eigenen Applikationen keine Konkurrenz machen. Wer eine Gruppe gründen will, geht zu Google Groups, für die Events gibt es Calendar.

Pinnwand: Ein beliebtes Facebook-Ritual ist die Gratulation zum Geburtstag an der Pinnwand eines Freundes oder auch die Möglichkeit, jemanden über einen Pinnwandeintrag etwas mitzuteilen. Daran haben sich die Nutzer mittlerweile gewöhnt und werden das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Google+ erwarten.

FAZIT

Es ist durchaus eine gewisse Euphorie gegenüber Google+ zu spüren und das mit Sicherheit auch nicht unbegründet. Waren viele Nutzer bei der Einführung von Google Buzz enttäuscht, so stößt Google+ auf mehr Gegenliebe. Einige User erwägen vielleicht schon den Auszug aus dem bisherigen Wohnhaus Facebook – oder zumindest einen Parallelbetrieb. Früher oder später sollte man sich wohl entscheiden, ob man Facebook, Google+ oder eine andere Community benutzt, denn zwei oder mehr Netzwerke gleichzeitig zu bedienen ist mit Sicherheit auf Dauer zu zeitintensiv.

via: http://www.focus.de/digital

Pepsis neue Getränkeautomaten: Social Media meets Real Life

PepsiCo Inc. hat jetzt ein neues Modell seiner Getränkeautomaten angekündigt. Das sogenannte „Social Vending System“ ist Teil der ausgelobten Firmenstrategie, voll auf die Entwicklung von smarter Technologie zu setzen. Das bedeutet konkret, dass Pepsis Getränkeautomaten zukünftig voll digital und vernetzt arbeiten werden. Bekommt das Social Media Marketing endlich richtige Hardware, oder ist das Mobile Commerce im großen Stil? Was sich die Entwickler unter dem System vorstellen, haben wir uns einmal angesehen.

Pepsis neue Getränkeautomaten sind sozial

In diesen Tagen stellt PepsiCo auf der „National Automatic Merchandising Association’s One Show“ in Chicago einen ersten Prototypen dieser neuen Getränkeautomaten vor. Das als „Social Vending System“, also als „soziales Automatensystem“ geführt wird. Highlight dabei: Das High-Tech-Produkt verfügt über einen Touchscreen-Interface und über eine Internet-Verbindung.

Pepsi-Kunden sollen mit diesem Technologie-Einsatz während des Kaufvorgangs, direkt am sogenannten „Point of Sale“, zu jeder Zeit und mit jeder Marke von PepsiCo in Verbindung stehen. Außerdem will das Unternehmen das Schaffen eines Markenbewusstseins auch über verschiedene Methoden ausbauen: Wer zum Beispiel eine bestimmte Brause im Automaten auswählt, soll diese auch als Geschenk verschicken können. Dazu würde die Eingabe eines Empfängernamens, dessen Handynummer und ein kurzes Anschreiben genügen. Das Geschenk soll sich außerdem mit direkt am Automaten aufgenommenen Videos personalisieren lassen.

PepsiCo Inc. entwickelt derzeit eine neue Verkaufsplattform. Pepsis Getränkeautomaten sollen zukünftig online und sozial sein. (Foto: Michel Filion / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Die ersten Bilder, bzw. Mockups von Pepsis Getränkeautomaten ziert wohl nicht umsonst ein aufforderndes „Be social“. Sollte das System so auf den Markt kommen, wäre es wohl eines der ersten, das derart konsequent – weil offensichtlich – auf die sozialen Strukturen der Kunden setzt.

Pepsis Getränkeautomaten als Spielkonsolen 2.0

Im Detail sollen derartige Spielereien wie folgt aussehen: Der Empfänger bekommt einen Code auf sein Mobiltelefon gesendet, geht zum nächstgelegenen Social Vending System von PepsiCo und holt sich sein Geschenk ab. Im Gegenzug könnte der Beschenkte dem Schenker eine Brause zurückschenken. Als sozialer Akt soll es aber ebenso möglich sein, Produkte auch an völlig Fremde zu senden, als Spende. Hier lassen diese ersten Details ein Punktesystem erahnen, in der ständige Interaktion mit der Marke Pepsi belohnt wird. Quasi ein Live-Action-Social-Game, wie es bis dato nur 100 Prozent digital aus einschlägigen Social Networks bekannt ist. Sonderaktionen, Coupon und Rabatt-Dienstleistung mal außen vor gelassen, die sich ja auch zwischen online und offline abspielen.

Derartige Spielereien sieht Mike Durham, Innovations-Chef von PepsiCo Foodservice, als Zukunftsmodell der Markenkommunikation. Bisher sei der Marketing-Einsatz von Social Media noch zu statisch und bilde sich zu sehr Online ab. Die Vision sei deshalb, so Durham, diese neuen Technologien so einzusetzen, dass gleichzeitig Neukunden gewonnen und neue Wege der Interaktion mit der Marke, mit Sozialen Netzwerken und am Verkaufsort geschaffen werden. Im Vordergrund stehe der Spaß beim Kauf, der die Kunden überzeugen soll.

Christine Sisler, Chefin der Entwickler dieses Equipment Innovation Teams, fast das Konzept präzise zusammen: Es sei optisch reizvoll, schnell, intuitiv und anwendbar.

via: http://t3n.de/news/

Die Zeitung, die die Welt verändert

Viel wurde geschrieben, über den Tod der Zeitung. Aber wie es so oft ist, wenn etwas stirbt: es entsteht etwas Neues. PostPost ist die erste wahre User-Driven-Content Newspaper der Welt. Post Post sammelt auf sehr ästhetische Art die Inhalte (Posts) meiner Freunde auf Facebook und wandelt sie in eine sechsspaltige Tageszeitung, oder besser Real-Time-Zeitung um.

Wir lesen auf der FAQ Seite von postpost.com:

Q: What is PostPost?

A: PostPost is your social newspaper. It compiles all the links, videos and pictures your friends post on Facebook into a real-time newspaper.

Visit: www.postpost.com

Internet-Nachrichten hängen Zeitungen ab

US-Studie: Das Internet wird zur wichtigsten Nachrichtenquelle: Eine jährliche Studie zeigt, dass US-Bürger Nachrichten häufiger im Netz lesen als in der gedruckten Zeitung. Nur das Lokalfernsehen wird häufiger genutzt – noch. Verlagen und Sendern droht ein Kontrollverlust.

Sie verlieren alle Reichweite: Lokalfernsehen, überregionales Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften und Radiosender in den USA. Gleichzeitig informieren sich immer mehr US-Bürger im Internet über das aktuelle Tagesgeschehen. Der Nachrichtenkonsum im Internet stieg im vergangenen Jahr um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Forschungsinstituts Project for Excellence in Journalism (PEJ) hervorgeht.

Damit verkündet die regelmäßig durchgeführte Studie eine Premiere: Das Internet hängt die Zeitung als Informationsmedium ab. Der Anteil der Befragten, die mindestens drei Mal pro Woche Nachrichten aus dem Internet beziehen, sei größer gewesen als der Anteil derjenigen, die sich mindestens drei Mal pro Woche Zeitungen lesen.

Erste Anlaufstelle seien für die Mehrheit der befragten US-Bürger ist aber nach wie vor die örtlichen Fernsehnachrichtenprogramme, so das Ergebnis der Studie. Allerdings sehe es so aus, dass das Internet auch die Fernsehnachrichten vom ersten Platz verdrängen wird, wie Projektleiter Tom Rosenstiel sagte. Der Studie zufolge gaben im Dezember 41 Prozent der befragten US-Bürger an, die meisten US- und internationalen Nachrichten aus dem Internet zu beziehen. Das seien mehr als doppelt so viele wie noch im Vorjahr.

Die Einnahmen aus Online-Werbung sollen in diesem Jahr die aus Zeitungsanzeigen erstmals übertreffen, sagte Rosentiel. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Die Auflagen der US-Zeitungen seien 2010 erneut gesunken, der Abwärtstrend habe sich aber etwas abgeschwächt. Die Zeitungskrise in den USA macht sich auch in den Redaktionen bemerkbar: Im Vergleich zum Jahr 2000 gab es im vergangenen Jahr 30 Prozent weniger Angestellte.

Im digitalen Zeitalter, so die Autoren der Studie, seien Verlage und Sender zunehmend von Geräteherstellern wie Apple und Softwarefirmen wie Google abhängig, um ihre Inhalte zu den Kunden zu bringen. Dieser Kontrollverlust sei ein grundlegender Wandel – und stelle die Verlage vor noch größere Herausforderungen als sinkende Leser- und Zuschauerzahlen sowie die Suche nach neuen Erlösmodellen.

via: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/

Trends 2011: Cloud Computing, mobile Vielfalt, Netze im Netz

Das Smartphone ist der neue persönliche Computer und spielt reibungslos mit Tablet und Fernseher zusammen. Dank mobilem Internet kommt man von überall an die eigenen Daten. Supercomputer gibt es stundenweise im Netz zu mieten, falls man sie braucht. Angesichts solcher Schwerelosigkeit sind die Tage des PC gezählt – wer nicht als Hobby an Hardware schraubt und Systeme administriert, wird bald auf die persönliche Datenzentrale im grauen Kasten verzichten.

Endlich hat Cloud Computing seine Berufung gefunden. Jahrelang war die Lösung auf der Suche nach einem passenden Problem und dienerte sich unter wechselnden Namen wie Application Service Providing (ASP) und Software as a Service (SaaS) vor allem dem zögerlichen Businesspublikum an. Doch erst mit der wachsenden Vielfalt der mobilen Lifestyle-Geräte wie Tablets und Smartphones verspürt die Masse der Nutzer das Bedürfnis, Daten, Programme und Rechenpower ins Netz auszulagern.

Man will nicht mehr planen, welche Dateien man wann auf welchem Gerät braucht. Man will die eigenen Texte, Bilder, Filme und Musik unterwegs auf all seinen Taschencomputern verfügbar haben und zu Hause auf Knopfdruck auf die großen Unterhaltungsmaschinen wie Fernseher und Soundsystem holen – und keinen Gedanken daran verschwenden, ob es sich dabei um Dateien, Webseiten oder Apps handelt. Die Cloud als Verteilerweg ist da nicht mehr eine Option, sondern das einzige, was rockt. Zwei Geräte per Hand, USB und Dateimanager oder Synchronisationsprogramm in Gleichtakt zu bringen ist lästig. Drei sind die Pest.

PC ade

Natürlich gibt es noch eine Menge PC-Nutzer vom alten Schlag, und so schnell werden sie nicht kapitulieren. Sie versuchen nach wie vor, ihre Fotos, Musikdaten und Videos auf immer größeren PC-Festplatten oder dauerlaufenden NAS-Kisten zu organisieren. Letztlich zeigen aber alle „Home Server“-Versuche der letzten Jahrzehnte, dass die meisten durchschnittlichen PC-Nutzer mit der Konfiguration und Wartung von Netzwerkspeichern überfordert sind. Bestenfalls stöpseln sie eine USB-Festplatte an die Fritzbox, die meisten setzen aber wohl eher auf externe Platten, die ab und zu angeschlossen werden.

Wie es anders geht, macht die Facebook-geprägte Jugend vor: Was wichtig ist, wandert ins Netz. Wer erst einmal die Scheu überwunden hat, Persönliches fremden Servern anzuvertrauen, macht es ihr nach. Das Webfrontend des kostenlosen Mail-Anbieters ist die Einstiegsdroge, dann benutzt man Online-Notizbücher wie Evernote und speichert seine Fotos auf Flickr, bei Picasa oder Windows Live. Woran man unterwegs arbeiten will, wirft man in die Dropbox. Früher kam keine Datei, sei es MP3, Digitalfoto oder Video, am zentralen PC vorbei, der über USB die Daten sammelte, verwaltete, ordnete, brannte und als Kopie sicherte. Heute spart man sich solche Umwege – was die Smartphone-Kamera knipst, wandert direkt ins Netz auf Twitpic.

Auf Zuwachs

Neulinge im eigenen Gerätezoo befüllt man aus dem Netz bequem mit dem elektronischen Adressbuch und der Musiksammlung, die man mit Glück sogar in die Playlist eines Gastgebers gebeamt bekommt. In den eigenen vier Wänden macht ein Tablet im Konzert mit einem Netzwerkspeicher und einem vernetzten Fernsehgerät den Media-Center-PCs überflüssig, das Smartphone mutiert mit der passenden App gleich zur Luxus-Fernbedienung. (Hoffentlich erfinden deren Programmier bald einen Dreh, wie man gleichzeitig die Musik ausschalten und einen Anruf annehmen kann.)

Wer mit seinen Daten in die Cloud umzieht, muss nicht mehr in Dateien und Ordnern denken, kann Festplattengrößen und Backup-Mechanismen vergessen. Statt dessen muss er Tarife von Dienstleistern vergleichen, denn kostenlos ist der Online-Speicher meist nur für ein paar Gigabyte. Und er kann sich nach frischen Maschinchen umsehen, die sich mit dem vorhandenen vernetzen, Funktionslücken schließen oder einfach nur schick sind – zur Freude der Hardware-Hersteller.

Verschleierung

Das Buzzword Cloud Computing ist gut gewählt, ist es doch genauso wattig und schwer zu greifen wie das, was es im Grund bezeichnet, nämlich schleichende Abstraktion. Dieser Prozess begann schon vor Jahrzehnten auf dem PC mit Betriebssystem, Shell und GUI, mit denen sich eine um die andere Schicht zwischen Anwender und Hardware legte. Dank integrierter Desktop-Suche muss man bei Mac OS X und Windows 7 auch nicht mehr in hierarchischen Verzeichnisbäumen denken – die Dateien liegen irgendwo auf der Platte und das System findet sie zuverlässig. Der Schritt ins Netz ist da nur noch trivial.

Doch Online-Speicher ist nur ein Aspekt des Cloud-Trends, wenn auch der naheliegendste für den Privatanwender. Was ihn nicht juckt: Hinter seiner virtuellen Festplatte im Netz steckt keine simple Verzeichnisstruktur, sondern meist eine Datenbank, die Tausende Nutzer parallel bedient und sich automatisch redundant auf mehrere Server verteilt. Cloud Computing passt als Begriff auf alle Angebote, die Anwender übers Netz nutzen können, ohne dass sie sich mit technischen Details beschäftigen müssen und ohne dass sie Grenzen bei Speicherplatz und Rechenleistung erkennen. Wer Cloud-Dienstleistungen bucht, abonniert selten feste Kontingente, sondern zahlt nur für die genutzte Leistung und kann mit Hilfe der Wolke Lastspitzen stemmen – ohne Vertragsänderung. Start-ups müssen nicht mehr in eigene Server investieren, sie können deren Dienste vom Gruppenkalender übers elektronische Büro bis zum Hosting der fertigen Software aus der Cloud beziehen und auch wieder kündigen, falls ihr Traum platzt.

Schichtwolken

Cloud-Dienste gibt es in vielen Spielarten. Man kann beispielsweise reine Infrastruktur wie Server oder geballte CPU-Kraft übers Netz mieten: Bei Amazons Elastic Compute Cloud (EC2) etwa bekommt man virtuelle Maschinen unterschiedlicher Leistungsklassen, die man mit eigenen System-Images bespielen und deren Kapazität man bei Bedarf im laufenden Betrieb ändern kann. Server4You hingegen bietet seine „EcoServer aus der Cloud“ mit ganz konkreter Hardware-Spezifikation an.

Wem solche Cloud-Infrastruktur zu nackt ist, greift auf passende Plattformen zurück: Amazon bietet auch vorkonfigurierte virtuelle Maschinen an, Microsoft hat mit Azure ein Bündel aus einer Art Cloud-Betriebssystem und Services wie Datenbanken im Angebot. Auch Googles Apps Engine, eine Online-Werkstatt für Webanwendungen, lässt sich ähnlich verwenden.

Die meisten Anwender kommen mit der Cloud jedoch auf der Ebene von fertigen Webanwendungen in Berührung. Bekannte Vertreter wie Google Text & Tabellen oder Photoshop Express verbinden ein privates Online-Speicher-Depot pro Nutzer mit einer GUI im Browser, die sich ähnlich wie lokal installierte Anwendungen bedient. Cortado Workplace bietet nicht nur Online-Speicher, sondern auch Treiber, um vom Smartphone aus Dokumente auf per WLAN oder Bluetooth erreichbare Drucker zu schicken. Während die Notizverwaltung Evernote ihre Bedienoberfläche in Clients für die verschiedenen Plattformen und Betriebssysteme kapselt, beschränken Such- und Antwortmaschinen wie Google und Wolfram Alpha die Schnittstelle auf einen Textschlitz. Technisch stecken hinter beiden ebenfalls Cloud-Dienste.

Das Netz der Inseln

Über die Wolke muss die Freiheit im Netz ja wohl grenzenlos sein. Ein Irrtum, denn das Netz ist keine homogene Einheit öffentlich zugänglicher Ressourcen, sondern ein Patchwork aus schnellen und weniger schnellen Verbindungen – und manchmal auch ohne Verbindung, wenn sich die Silberrücken unter den Providern (fachsprachlich: Tier-1) über die Rangordnung in die Haare geraten oder eine Regierung auf die Idee kommt, das Internet abzuschalten. Solvente Serverbetreiber verbessern ihre Erreichbarkeit durch Lastverteilung oder investieren in die Nähe zu Knotenpunkten wie dem DE-CIX. Durch das öffentliche Netz gegrabene Tunnel verbinden private Endpunkte.

Unverkennbar geht der Trend dahin, im Internet zunehmend Bereiche für privilegierte Nutzer zu schaffen, um diesen geldwerte Vorteile zu bieten oder um sie fest an bestimmte Anbieter zu binden. Dies findet auf technischer und wirtschaftlicher Ebene statt, schlägt sich aber auch im Verhalten der Surfer nieder. (pek)

via: http://www.heise.de/