US-Forscher lassen künstliche Rattenpfote wachsen

Durchbruch in der Transplantationsmedizin – Forscher lassen bald Gliedmaßen künstlich wachsen. Arme und Beine züchten in der Retorte? Das gibt es nur in Science-Fiction-Romanen. Einem Forscherteam ist es jetzt aber gelungen, die Pfote einer Ratte wachsen zu lassen. Der erste Schritt zu Science-Fiction?

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Das Foto zeigt eine künstliche Rattenpfote, die ein US-Forscherteam in einem Nährmedium wachsen lassen hat.

Eine von einem amerikanischen Forscherteam künstlich erzeugte Rattenpfote hat Hoffnungen auf Hilfe für Menschen mit abgetrennten Gliedmaßen geweckt. „Ich hoffe, dass in vielleicht zehn Jahren Menschen einen konkreten Nutzen haben werden“, sagte Forschungsleiter Harald Ott vom Massachusetts General Hospital (MGH) in Boston der Deutschen Presse-Agentur. Das Team des Österreichers hatte in einem Nährmedium die Pfote wachsen lassen, die ein funktionierendes Gefäß- und Muskelgewebe habe.

„Wir haben die Pfote einer toten Ratte von allen Zellen befreit, so dass sie keinerlei Zellen mehr enthielt“, sagte Ott. „Dann haben wir sie mit lebenden Zellen quasi besiedelt.“ Das Ergebnis sei eine im Wesentlichen funktionierende Gliedmaße gewesen. „Wir haben auch den Unterarm eines Pavians von Zellen befreit und so nachgewiesen, dass die Methode grundsätzlich auch bei Primaten angewendet werden kann.“ Ott rechnet mit einer Anwendung in der Humanmedizin in etwa zehn Jahren. „Dann wird man nicht gleich einen Unterarm wachsen lassen, aber vielleicht Muskeln.“

Die Forscher hatten mit einem Lösungsmittel in einem tagelangen Prozess alle lebenden Zellen von der amputierten Pfote einer Ratte gelöst. Nur die Grundstrukturen seien erhalten geblieben. Dann hätten sie die einzelnen Teile wieder mit lebenden Zellen eines anderen Tieres besetzt. In den folgenden Tagen seien die einzelnen Gewebe wie Muskeln und Adern wieder herangewachsen. Bei den Muskeln sei das Zellwachstum zusätzlich durch elektrische Stimulation angeregt worden. Insgesamt dauerte der Wiederbesiedlungsprozess demnach zwei Wochen.

Der große Vorteil des Verfahrens ist, dass die Immunreaktion nach einer Transplantation weit geringer ausfiele, weil das transplantierte Organ ja mit den eigenen Zellen besiedelt wurde. Funktionstests hätten gezeigt, dass die Muskeln der künstlichen Pfote auf elektrische Anregung mit Kontraktionen reagierten, erläuterten die Forscher. Ihre Kraft habe etwa 80 Prozent der von Muskeln einer neugeborenen Ratte erreicht.

Nach der selben Methode – Entfernung aller Zellen eines Spenderorgans und Besiedelung mit lebenden Zellen – seien schon Nieren, Lebern, Herzen und Lungen von Tieren geschaffen worden. Gliedmaßen seien aber viel komplexer. In einem weiteren Versuch seien bei einem Unterarm eines Pavians alle Zellen entfernt und mit der Neubesiedlung begonnen worden, ergänzte Otts Team. Die bisherigen Ergebnisse nährten zwar die Hoffnung, so irgendwann auch beim Menschen Gliedmaßen ersetzen zu können. Der Aufbau der Nerven bleibe aber eine große Herausforderung.

Den Medizinern zufolge leben allein in den USA mehr als 1,5 Millionen Menschen mit fehlenden Gliedmaßen. Trotz großer Fortschritte bei den Prothesen sei dies eine Belastung für das tägliche Leben und nicht zuletzt das Empfinden. „Die komplexe Natur unserer Gliedmaßen macht es zu einer großen Herausforderung, sie zu ersetzen“, so Ott. „Sie bestehen aus Muskeln, Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern und Nerven – alles muss aufgebaut werden und alles bedarf einer bestimmten Grundstruktur.“ Sein Team habe nun bewiesen, dass diese Struktur erhalten und mit neuem Gewebe versehen werden kann.

Wirklich neu sei der Ansatz nicht, sagte Raymund Horch, Direktor der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen. Eine solche Dezellularisierung und Repopularisierung sei auch schon mit anderen Geweben wie Herz und Trachea gemacht worden, habe aber bisher dennoch keinen Einzug in die klinische Anwendung gefunden.

„Es ist aber ein interessanter Ansatz, weil man letztlich doch die Natur braucht, um ein optimales Stützgerüst zu haben, welches dann durch Dezellularisieren wieder lebendig gemacht werden soll“, so Horch. „Das eigentliche Anliegen, nämlich einmal ganze Organe zu züchten, wird damit nicht wirklich gelöst.“ Selbst wenn bei dem Ansatz künftig einmal alles gut funktionieren sollte, werde immer noch ein Spenderorgan benötigt. „Das ist aber das Problem bei der initialen Idee des Tissue Engineering gewesen: Man wollte eben gerade den Mangel an Spenderorganen umgehen.“

via: www.rp-online.de/

Druck Dir Deine Welt

3D-Printer – Kleider, Schuhe, Wasserhähne, ja komplette Büros, Autos und Brücken – bald gibt es nicht mehr viel, was 3D-Drucker nicht herstellen können. Ein Blick auf ein neues Zeitalter.

Wer genügend Zeit mitbringt, kann sich im Café DimensionAlley, gelegen im Berliner Trendviertel Prenzlauer Berg, einen besonderen Spaß erlauben: Bevor genussvoll der Espresso geschlürft wird, können sich die Kunden von Café-Besitzerin Norma Barr ihre persönliche Tasse entwerfen. Lange warten auf ihren Kaffee müssen sie aber nicht. In dem Laden steht ein 3D-Drucker, der auf Knopfdruck die individuelle Tasse Schicht für Schicht aufbaut.

Nicht nur am Prenzlauer Berg, überall auf der Welt wächst das Interesse daran, Alltagsgegenstände selbst zu gestalten und herzustellen, statt sie bloß zu kaufen. Immer raffiniertere 3-D-Drucker bieten die Möglichkeit dazu. Sie verarbeiten inzwischen eine Vielfalt an Materialien – von Kunststoffen über Metalle bis zu Holz –, können auch größere Dinge anfertigen und werden zugleich schneller und billiger. Brauchbare Einstiegsmodelle kosten nicht mehr als rund 500 Euro.

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Ein 3D-Drucker zeigt auf der Messe CeBIT in Hannover wie Plastik-Elemente gedruckt hat. Aus der kleinen rötlichen Spitze fließt das Material, das in hauchdünnen Schichten Stück für Stück aufgetragen wird. Dabei bewegt sich der Druckkopf langsam hin und her und gibt nach der Druckvorgabe vom PC das Material frei.

So wird von Berlin über Tokio bis New York gedruckt, was die Kisten hergeben: Brillengestelle, Schmuck, Spielfiguren, Lampen, Stühle oder Teegeschirr, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Selbst einen gestandenen Handarbeiter wie Deutschlands berühmtesten Modedesigner Karl Lagerfeld hat die Faszination der neuen Technologie gepackt: Auf der Modewoche Anfang Juli in Paris stellte er einen Anzug vor, der weitgehend aus dem Drucker stammen soll. Weltpremiere! Ein stolzer Lagerfeld verriet der französischen Nachrichtenagentur AFP: „Die Weste ist aus einem Stück gegossen, da ist kein Stück genäht.“
Deutsche würden 3D-Printer kaufen

Was in der Welt der Haute Couture Gesprächsstoff liefert, gefährdet womöglich schon bald die Existenz Zehntausender Näherinnen in Bangladesch. Nämlich dann, wenn sich eine Erfindung aus San Francisco durchsetzt. Dort haben die Gründer von Electroloom den mechanischen Webstuhl revolutioniert: Sie spritzen Baumwoll- und Polyesterfasern auf eine T-Shirt-Form aus Aluminium. Ein elektrisches Feld zieht die Fasern an. Unter Wärmezufuhr verkleben sie zum nahtlosen Hemd: abziehen, anziehen, fertig.

Wie 3D-Drucker unsere Wirtschaft verändern

Schuhe, T-Shirts und Handys aus dem 3D-Drucker: Verbraucher stellen ihre Wunsch-Produkte künftig einfach vor Ort selbst her. Welche Wirtschaftsprozesse das infrage stellt, wo es Geschäftschancen gibt.

Was aber wird aus Millionen Arbeitsplätzen in den Fabriken, wenn Konsumenten sich ihre Produkte lokal ausdrucken können? Dreht es die Globalisierung zurück, wie Richard D’Aveni, renommierter Wirtschaftsprofessor an der Business School des Dartmouth College in den USA, glaubt. Seine Voraussage: „Viele Produktionen wandern dann zurück vor Ort, egal ob Schuhe, Spielzeug oder Elektronik.“

Auch für die Koryphäen großer Beratungsunternehmen wie Gartner, McKinsey und PwC hat die Technologie das Potenzial, die Welt umzukrempeln. Und sie sehen sie auf dem Weg in den Massenmarkt. Laut der Marktforscher von Wohlers Associates haben sich die Umsätze mit der revolutionären Drucktechnik seit 2009 auf mehr als vier Milliarden Dollar gut vervierfacht; ihre Kollegen von Canalys sagen bis 2018 Wachstumsraten von fast 46 Prozent voraus – jährlich.

Da wollen auch die Deutschen nicht zurückstehen und kurbeln die Nachfrage an. Zwei von drei Bundesbürger liebäugeln einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid zufolge jedenfalls mit dem Kauf eines 3D-Druckers, zehn Prozent sind schon fest entschlossen. Jeweils rund ein Viertel der Befragten kann sich sogar vorstellen, dass die Geräte in Zukunft auch Lebensmittel und Mahlzeiten zubereiten.

Nichts scheint mehr unmöglich zu sein – und täglich neue Meldungen von unglaublichen Entwicklungen bestätigen diesen Eindruck.

Bald wird der US-Badausrüster American Standard besondere Waschtisch-Armaturen und Mischbatterien anbieten, die aus dem Drucker stammen – in extravaganten Designs, die mit herkömmlichen Gießformen nicht zu realisieren sind. Dubai investiert in das erste Büro aus dem Zauberkasten, China präsentierte einen gedruckten Roboter, der älteren Menschen zur Hand gehen soll. Flugzeugbauer wiederum planen komplette Rümpfe zu drucken, Architekten aus den Niederlanden schicke Brücken, die die Kanäle des Landes überspannen sollen.

via: www.wiwo.de/technologie/

„Project Jacquard“: Google und Levi’s wollen Kleidung zu Trackpads machen

Die Versmartung der Welt macht auch vor Jacke und Hose nicht halt: Google präsentierte bei seiner Entwicklerkonferenz ein Projekt, dass Stoff zum Eingabegerät macht. Jeanshersteller Levi Strauss ist Kooperationspartner.

Der Jeanshersteller Levi Strauss will künftig „smarte“ Stoffe verarbeiten, mit denen Bekleidungsstücke in Eingabeinstrumente für Smartphones und andere Mobilgeräte verwandelt werden können. Levi’s ist der erste Kooperationspartner von Google im „Project Jacquard“[1], mit dem intelligente Textilien massentauglich
gemacht werden sollen.

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„Es gibt eine Chance, dass die von uns geliebte Kleidung uns dabei helfen kann, das beste und notwendige dieser digitalen Welt anzusprechen“, sagte Paul Dillinger, Designer bei Levi Strauss, am Freitag auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco. „Und wenn wir dabei den Augenkontakt mit der Person beibehalten können, mit der wir gerade zu Abend essen, dann hat das einen besonderen Wert.“ Der Projektname spielt auf Joseph-Maria Jacquard[2] an, den Erfinder des lochkartengesteuerten Webstuhls.

Um Jacken und andere Kleidungsstücke als eine Art Trackpad einsetzen zu können, müssen in den Stoffen dünne Metallfäden verwoben werden, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Dabei stehen die Forscher vor zahlreichen Herausforderung: Die Elektronik muss miniaturisiert werden, die Fäden sowie die winzigen Kommunikationschips müssen die Integration in die Stoffe schadlos überstehen und die verwobene Technik muss auch noch mit Strom versorgt werden.

Erste Anwendung dieses „smarten“ Stoffs könnte etwa die Steuerung von Mobilgeräten sein. Mit einem berührungssensitiven Jackenärmel könnte ein Smartphone-Anwender beispielsweise einen Anruf auf seinem Kopfhörer annehmen, ohne das Telefon auf der Tasche zu holen. Wie Engadget berichtete[3], zeigte Google unter anderem wie Toucheingaben auf dem Stoff Lampen und einen Mediaplayer steuern konnten. Auch Zweifingergesten soll das Material erkennen können. Die Kommunikation mit den Geräten sei über WLAN gelaufen.

Bis zur Integration in Bekleidung dürfte es allerdings noch dauern. Berichten nach planen beide Partner für das kommende Jahr mit fertigen Produkten. Man darf gespannt sein, wie alltags- und waschmaschinentauglich die technisierte Bekleidung dann sein wird.

via: http://www.heise.de/newsticker/

Veränderte Hefe als Drogenfabrik – Opiate lassen sich aus Zucker produzieren

Morphin, Codein und andere Schlafmohn-Substanzen lassen sich aus Mikroorganismen gewinnen. Mit Hefe haben Forscher erstmals die Grundsubstanz für Opiate hergestellt. Ein Durchbruch für die Pharma-Industrie, mit einer Schattenseite: die Drogenproduktion könnte davon profitieren.

– Genveränderte Hefe kann Opiate aus Zucker produzieren
– Studie aus den USA als bahnbrechend eingestuft
– Staatliche Kontrolle von Hefestämmen gefordert

Opiate und andere Schlafmohn-Bestandteile lassen sich künftig industriell von Mikroorganismen aus Zucker herstellen. Mit eingeschleusten Enzymen haben amerikanische Forscher Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) dazu gebracht, aus Glukose die Schlafmohn-Substanz Reticulin zu produzieren. Sie ist der Vorläufer vieler Opiate und anderer Arzneien.

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Schlafmohn lässt sich bald aus Mikroorganismen gewinnen

Nun sei die biotechnologische Herstellung solcher Stoffe nur noch eine Frage der Zeit, schreibt das Team um John Dueber von der Universität von Kalifornien in Berkeley im Fachblatt „Nature Chemical Biology“. Dies erleichtere die illegale Produktion vieler Drogen, mahnen Experten in einem Kommentar und fordern eine staatliche Kontrolle solcher Hefestämme.

Schlafmohn-Bestandteil aus Glukose-Abkömmling

Die Wissenschaftler suchten einen Weg, so genannte Benzylisochinoline (BIAs) von Mikroorganismen herstellen zu lassen. Zu diesen Stoffen im Schlafmohn (Papaver somniferum) zählen neben Opiaten wie Morphin oder Codein auch Antibiotika, der krampflösende Wirkstoff Papaverin oder Krebsmittel. Indem die Wissenschaftler die Hefe mit Enzymen etwa der Zuckerrübe (Beta vulgaris) ausstatteten, erzeugten sie aus einem Glukose-Abkömmling den Schlafmohn-Bestandteil Reticulin. Die weiteren Schritte – zu Morphin oder anderen Substanzen – sind nach ihren Angaben eher Formsache.

Reticulin ist entscheidend

„Eigentlich will man bei der Fermentation die Hefe mit einer billigen Zuckerquelle füttern und sie alle weiteren chemischen Schritte machen lassen, um die Zielsubstanz zu gewinnen“, wird der Biotechnologe Dueber in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. „Mit unserer Studie sind nun alle Schritte beschrieben, und es geht nur noch darum, sie zusammenzubringen und die Produktion aufzustocken.“

„Reticulin ist entscheidend, denn von da an sind die molekularen Schritte zur Herstellung von Codein und Morphin durch Hefe schon beschrieben“, sagt der Mikrobiologe Vincent Martin von der Concordia Universität in Montreal (Kanada).

Studie als bahnbrechend eingestuft

Pamela Peralta-Yahya vom Georgia Institute of Technology in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) wertet die Studie in einem „Nature“-Kommentar als bahnbrechend: „Diese Arbeit öffnet die Tür dazu, komplexe BIAs direkt aus Glukose herzustellen.“ Hefe sei der bevorzugte Wirtsorganismus für die Erzeugung pflanzlicher Wirkstoffe und eigne sich gut für die industrielle Produktion.

Allerdings dürfte das Produktionsverfahren Regulierungsbehörden vor neue Herausforderungen stellen, betonen die Forscher. Denn damit könne man Opiate oder andere rechtlich regulierte Stoffe schon in wenigen Jahren selbst erzeugen.

Markt lässt sich dezentralisieren

In einem weiteren „Nature“-Kommentar fordern drei Forscher eine staatliche Regulierung. Derzeit werde etwa Morphin noch aus Schlafmohn produziert, der illegal vor allem in Afghanistan, Mexiko, Laos und Myanmar angebaut werde, schreiben die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT/USA) und der kanadischen Universität von Alberta in Edmonton.

Mit der neuen Technologie lasse sich der Markt dezentralisieren. „Prinzipiell könnte jeder mit Zugang zu dem Hefe-Stamm und Grundkenntnissen in Fermentierung mit einem Heimset zum Bierbrauen Morphin-produzierende Hefe kultivieren“, schreiben sie. Die Zahl von derzeit etwa 16 Millionen Menschen, die weltweit illegal Opiate konsumieren, könne mit leichterem Zugang und sinkenden Preisen steigen.

Die Kommentatoren fordern, die neuen Hefestämme zu überwachen und nur lizenzierten Forschern zur Verfügung zu stellen. Dueber hält das für schwierig: „Wenn das Wissen darum, wie man einen Opiat-produzierenden Stamm erzeugt, erst einmal da draußen ist, kann das theoretisch jeder mit Grundkenntnissen in Molekularbiologie machen.“

via: www.focus.de/wissen/

Neuer Akku-Prototyp lädt in nur einer Minute

Aluminium statt Lithium. Forscher der Stanford University haben einen Akku mit Aluminium-Ionen entwickelt, der sich blitzschnell wieder aufladen lässt. Das Laden des Alu-Akkus dauert den Wissenschaftler zufolge nur etwa eine Minute.

Aluminium statt Lithium: Neuer Akku-Prototyp lädt in nur einer Minute

Außerdem soll der Energiespeicher im Gegensatz zu den verbreiteten Batterien mit Lithium-Ionen sehr leicht, flexibel sowie günstig herstellbar sein und eine längere Lebensdauer haben. Die Forscher sprechen von mehr als 7500 Ladezyklen ohne Kapazitätsverlust. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist dagegen oft schon nach 1000 Zyklen das Lebensende erreicht. Zudem sollen Batterien mit Aluminium-Ionen sicherer sein.

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Die neuen Aluminium-Akkus könnten ein schnelles Entladen verhindern.

Lithium-Ionen-Akkus können sehr heiß werden oder sich unter Umständen sogar selbst entzünden. Allein die Spannung der Alu-Batterien ist für viele Anwendungszwecke noch nicht hoch genug. Die Wissenschaftler trotzen ihrem Akku-Prototypen derzeit zwei Volt ab, die aber schon für Tests mit einem Smartphone reichen. Nun arbeiten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben daran, die Spannung und die Energiedichte ihres Akkus zu erhöhen.

via: www.rp-online.de/digitales/

Zukunft der Arbeit – Die Digitalisierung bedroht die Mittelschicht

Die Digitalisierung wird klassische Jobs vernichten, die für die Mittelschicht stehen. Übrig bleiben hochqualifizierte und einfache Tätigkeiten. Das stellt das Selbstbild einer Gruppe infrage, die sich für die tragenden Säule der Gesellschaft hält.

Hätte man vor zehn oder 20 Jahren einmal die Frage gestellt, welcher Beruf besonders sicher ist, „Finanzbeamter“ hätte als Antwort wohl weit vorne gelegen. Steuern wollen eingetrieben werden, solange es Staaten gibt. Und immer neue Steuergesetze machen die Sache mit dem Finanzamt nicht einfacher, sondern immer komplizierter.

Doch wer weiß, ob Finanzamtsmitarbeiter nicht einmal zu den aussterbenden Berufsgruppen zählen werden. Die Steuerbehörden machen zwar ein größeres Geheimnis daraus – aber schon jetzt wird ein zweistelliger Prozentsatz der Steuererklärungen in Deutschland nicht mehr von Menschen geprüft. Spezielle Computerprogramme winken die einfachen Fälle durch, allenfalls Stichproben werden noch von Beamten gesichtet.

Das soll Platz schaffen für komplexere Vorgänge – doch auch diese könnten irgendwann einmal vom Kollegen Computer bearbeitet werden. Schneller und zuverlässiger als von Menschen, „Big Data“ sei dank.

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Die Digitalisierung verändert die Industrie – doch ganz ohne Menschen geht es trotzdem nicht.

Die Formel Bildung gleich Chancen könnte nicht mehr aufgehen

Dass Technik Arbeitsplätze vernichtet, ist keine neue Erkenntnis. Die gesamte industrielle Revolution war getragen davon. In den 1930er Jahren hatte der bekannte Ökonom John Maynard Keynes vor einer „neuen Krankheit“ gewarnt: der durch technischen Fortschritt verursachten Arbeitslosigkeit. In Zukunft, so seine Prognose, gebe es bloß noch Bedarf für eine 15-Stunden-Woche.

Keynes lag falsch. Zwar wurden viele Arbeitsschritte durch Maschinen ersetzt. Das aber machte auch viele Produkte billiger. Die Verbraucher gaben das so gesparte Geld für anderes aus – vor allem Dienstleistungen, was wiederum viele neue Jobs schuf. Es waren vor allem einfache Tätigkeiten, die ersetzt wurden. Um den Kampf gegen die Maschine zu gewinnen, sollten die Menschen sich weiterbilden – ein Mantra, das bis heute gilt.

Mit der digitalen Revolution aber könnte die Formel Bildung gleich größere Chancen zum ersten Mal nicht mehr aufgehen. Waren es früher mechanische Handgriffe, die ersetzt wurden, sind heute vor allem Jobs bedroht, die in Industrieländern als typisch für die Mittelschicht gelten.
Aktuelle Beiträge aus dem Wirtschaft-Ressort

Eine Studie der Universität Oxford kam vor zwei Jahren zu dem Schluss, dass 47 Prozent der US-Bevölkerung in Berufen arbeiten, die besonders stark durch die Digitalisierung gefährdet sind: Buchhalter, Kreditsachbearbeiter und eben Finanzbeamte zählen dazu – klassische Schreibtischjobs, die früher als absolut sicher und weniger „schmutzig“ als manuelle Tätigkeiten galten.

Fachliche Kenntnisse werden in Zukunft wohl eine immer geringere Rolle spielen – weil reines Wissen durch Computer viel besser analysiert und zur Verfügung gestellt werden kann. Der Mathematiker und Autor Gunter Drueck hat dafür den Begriff der „Amateurintelligenz“ geprägt, für die es bald keinen Bedarf mehr gebe. Hat der Durchschnitt also ausgedient?

Tatsächlich sagt die Oxford-Studie voraus, dass Architekten, Ingenieure, Richter oder Ärzte noch eine ganze Weile gebraucht werden – was wenig überraschend ist. Aber auch am anderen Ende der Skala gibt es Berufe, die noch eine Zukunft haben sollen, weil sie durch „Big Data“ nicht gefährdet sind. Friseure, Gärtner, Kellner zum Beispiel zählen dazu, handwerkliche Berufe sowieso.
Die Digitalisierung kann soziale Unterschiede vergrößern

Wird Keynes’ düstere Prophezeiung von der Gesellschaft, der die Arbeit ausgeht, also doch noch wahr, nur mit einiger Verzögerung? Zumindest könnte die Digitalisierung den auch in Deutschland vorherrschenden Glauben an den Aufstieg durch Arbeit infrage stellen. Die Angestelltenmentalität ist hier vielleicht weiter verbreitet als anderswo und zukunftsträchtige „kreative Intelligenz“ ist an Schulen und Unis viel schwerer zu vermitteln als reines Faktenwissen.

Vor allem aber gefährdet die Internet-Revolution das Selbstbild einer Mittelschicht, die sich als tragende Säule des Staates versteht. Noch operiert gerade in Deutschland die Politik eher mit Szenarien, die wegen des Geburtendefizits Vollbeschäftigung in Aussicht stellen. Politischer Druck wurde in der Vergangenheit vor allem auf jene ausgeübt, die als unqualifiziert und arbeitsscheu galten, nicht aber auf den mittleren Teil der Gesellschaft, der sich nach unten gerne abgrenzt.

Die Digitalisierung kann die sozialen Unterschiede vergrößern – trotzdem wäre es falsch, in ihr nur ein Untergangsszenario zu sehen. Zum sichersten Beruf kürten die Oxford-Forscher schließlich den „Recreational Therapist“, was man mit Entspannungstherapeut übersetzen könnte. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist.

via: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/

Ingwer tötet Krebszellen effektiver als eine Chemotherapie

Studie: Dieses Gewürz tötet Krebszellen effektiver als eine Chemotherapie. Die Zahl der Krebserkrankungen ist alarmierend. Allein in Deutschland erkranken jährlich über 500.000 Menschen an Krebs. Nun sagt ein schon Jahrtausende altes Gewürz den gängigen wissenschaftlichen Methoden gegen Krebs den Kampf an: Ingwer.

Die University of Michigan ist in einer Studie zu einem verblüffenden Ergebnis gekommen. Die Ingwerwurzel wirkt sehr erfolgreich gegen Eierstockkrebszellen – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

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Laut einer aktuellen Studie tötet Ingwer Krebszellen effektiver als eine Chemotherapie.

Das bedeutet nicht, dass Ingwer Krebs heilt. Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie – welchen Einfluss Ingwer beim Menschen langfristig haben kann, muss erst noch untersucht werden.

Ingwer wird in der Medizin bereits lange gegen Entzündungen und Übelkeit eingesetzt. Aber die Ergebnisse aus Michigan, die erstmals bei der „American Association for Cancer Research“ vorgestellt wurden, zeigen, dass das Pulver auch erfolgreich Krebszellen abtöten kann.

Ingwer lässt Krebszellen gegen sich selbst kämpfen

Bei allen durchgeführten Tests starben die Krebszellen, die mit dem Pulver in Berührung gebracht wurden – die Wissenschaft nennt dieses Phänomen „Apoptose“. Zudem fingen die Krebszellen damit an, sich gegenseitig zu bekämpfen, was in der Medizin als „Autophagie“ bekannt ist. Es ist eine echte Sensation.

Die Forscher konnten in ihrer Studie auch Prostatakrebszellen bekämpfen, wie das „British Journal of Nutrition“ berichtet. Tierversuche haben gezeigt, dass Ingwer alle Prostata-Krebszellen tötet, während die gesunden Zellen übrig blieben. In einem Experiment konnten die Wissenschaftler beweisen, dass ein Tumor sich nur durch die Behandlung mit Ingwer um unglaubliche 56 Prozent verkleinert hat.

Hoffnung für Krebspatienten

Das könnte nicht nur das Leiden von Krebspatienten verringern und ihre Überlebenschancen steigern – es ist auch eine weitaus günstigere Behandlung als die Chemotherapie.

via: http://www.huffingtonpost.de/

Google Armband zur frühzeitigen Krebserkennung

Google arbeitet an Armband zur frühzeitigen Krebserkennung. Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Durch eine frühzeitige Diagnose könnten viele Menschen gerettet werden. Google entwickelt nun ein Armband, mit dem eine frühzeitige Krebserkennung möglich sein soll.

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Armband zur Krebserkennung

Nach Herz-Kreislauferkrankungen ist Krebs in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Im vorvergangenen Jahr erlagen ein Viertel aller hierzulande verstorbenen Personen einem Krebsleiden. Je früher die Diagnose Krebs gestellt wird, desto wahrscheinlicher ist der Heilungserfolg. Die Forschung beschäftigt sich beim Kampf gegen Krebs daher besonders damit, Mittel und Wege zu finden, um eine Erkrankung so früh wie möglich feststellen zu können. Auch Google beteiligt sich daran und ist Presseberichten zufolge dabei, ein Armband zur frühzeitigen Krebserkennung zu entwickeln.

Krebs stoppen sobald er auftaucht

Wie das Internetportal „elektroniknet.de“ berichtet, ist es eine Strategie in der Krebsforschung, an der Erkennung schädlicher Krebszellen im Frühstadium zu arbeiten. Das Ziel dieser Strategie sei, die Krankheit zu stoppen, sobald sie auftaucht. Dem Portal zufolge versucht ein Team in Googles Entwicklungsabteilung Google X in Kalifornien genau das und zwar auf eine besonders revolutionäre Art und Weise. So wollen die Wissenschaftler ein Armband entwickeln, das Krebszellen detektiert. Wie es heißt, wurde das Projekt bereits im Oktober 2014 angekündigt.

Pille mit Nanopartikeln

Laut dem Bericht sollen magnetische Nanopartikel in den Blutkreislauf gebracht werden. Das könnte dadurch geschehen, das die Patienten sich die Nanopartikel in Form einer Pille zuführen. Den Angaben zufolge sollen die Nanopartikel-Detektoren nur ein Tausendstel des Durchmessers eines roten Blutkörperchens groß sein und sich dank ihrer speziellen Oberfläche an Moleküle, Proteine und Zellen im Blut heften. Wie „elektroniknet.de“ schreibt, soll dann ein mit einem Magneten ausgestattetes Kontrollgerät – das Wearable-Armband – die Partikel anziehen und die Zusammensetzung des Blutes feststellen. Mit dieser Technik könnte das Armband verschiedene Arten von Krebszellen in einem extrem frühen Stadium aufspüren und den Träger baldmöglichst auf eine eventuelle Krankheit hinweisen.

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Methode in einem frühen Entwicklungsstadium

Auch ein drohender Herzinfarkt könnte mit der Methode möglicherweise erkannt werden, schreibt die englische Zeitung „Independent“. Die Forscher sind inzwischen dabei, ein künstliches Paar Arme aus einer Mischung künstlicher Haut und echter menschlicher Haut zu konstruieren. Die Modell-Arme werden laut dem Internetportal unter anderem dazu benötigt, verschiedene Hauttypen zu untersuchen. So geht man zum Beispiel davon aus, dass das Detektorsystem mit verschiedenen Hautfarben und Hautdicken unterschiedlich gut funktioniert. Die Methode ist noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung und es wird wohl noch Jahre dauern, bis das Produkt marktreif sein wird.

via: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/

Chinesen drucken Haus: Werden Bauarbeiter bald arbeitslos?

Die wohl modernste und nachhaltigste Villa Chinas wurde nicht nur aus recycelten Materialien hergestellt … sie kommt auch noch aus einem 3D-Drucker!

Das Unternehmen WinSun nutzte Bauabfälle und neu aufbereitete Steine, um das 1115 Quadratmeter große Anwesen Schicht für Schicht zu drucken. Der 3D-Druck von Gebäuden ist damit einen großen Schritt vorangekommen.
Druck mit Bauabfällen

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Für den Druck der Häuser verwendeten die Chinesen einen Drucker, der eigens für diesen Zweck entwickelt und designed wurde: Er ist sechs Meter hoch und hat ein Druckbett von mehr als 370 Quadratmeter Fläche. Die Druckköpfe spucken eine Kombination aus Zement und recycelten Baumaterialien aus.

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Die einzelnen Teile des Designs werden schichtweise aufgetragen und müssen anschließend nur noch aushärten, bevor Schlüsselstellen mit Stahl verstärkt und Isolierungen in die Hohlräume der Konstruktion eingebracht werden können.

Zwar haben auch schon andere Unternehmen Gebäude gedruckt, WinSun ist aber drauf an dran, ein neues Zeitalter der Nachhaltigkeit für die Immobilienindustrie einzuläuten.

Revolution in der Immobilienindustrie

Aus dem gleichen Printer, der das Anwesen druckte, kam auch schon ein fünf Stockwerke hohes Appartmentgebäude. Wie lange das gedauert hat? Einen Tag zum Drucken, fünf weitere für den Zusammenbau. Das ist schneller als die Herstellung eines Fertighauses, die dazu noch in einer Fabrik abläuft und nicht direkt am Standort.

Zusätzlich überzeugen 3D-Drucker auch beim Druck von Häusern in puncto Materialeffizienz. Es entsteht nahezu kein Abfall, da das Gerät nur das Material verwendet, dass das Design vorsieht. Hinzu kommt beim Drucker von WinSun noch der Recycling-Anteil beim Material, wodurch der Ressourcenverbrauch noch niedriger bleibt.

Ebenfalls gering ist der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft. Bauarbeiter dürfte diese Entwicklung also eher nicht erfreuen.
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Das fünfstöckige Appartment-Gebäude von WinSun – ebenfalls gedruckt. (Copyright: WinSun)

Nachhaltige Produktion, günstige Preise

Auch in der für den Verbraucher interessantesten Kategorie überzeugen die gedruckten Häuser: Das Riesen-Anwesen kostet nach Unternehmensangaben lediglich 161.000 US-Dollar. Ein Fertighaus der gleichen Größenordnung kommt den Käufer um ein Vielfaches teurer zu stehen.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte der 3D-Druck also die immer gravierenderen Platzprobleme der sieben Milliarden Menschen auf der Erde auf günstige und effiziente Weise lösen. Die Hälfte von ihnen lebt mittlerweile in Städten.

Dass 1000-Quadratmeter-Villen dafür weder die platzsparendste, noch die günstigste Variante sind, wissen auch die Designer bei WinSun. Aber sie können es auch weniger pompös: Im März 2014 druckten sie ebenfalls aus recyclten Materialien eine Baureihe von zehn kostengünstigen Wohnhäusern – zum Preis von jeweils 5000 US-Dollar.

Für die Zukunft denkt man bei WinSun allerdings in anderen Größenordnungen: Als nächste Projekte werden gedruckte Brücken und Wolkenkratzer angegeben. Um den Materialbedarf zu decken, sollen in ganz China bis zu 100 Recyclinganlagen den Betrieb aufnehmen.

via: http://green.wiwo.de/

Diese Pflastersteine beseitigen Smog

Zwar herrscht in einigen Teilen Deutschlands gerade Schneechaos – die Ruhrgebietsstadt Bottrop rüstet sich dennoch schon für den Sommer. Dafür pflastern Arbeiter derzeit einen Teil einer Kreuzung in der Innenstadt neu. Die unscheinbaren Steine aus Beton sollen dafür sorgen, dass die Sonne keinen Sommersmog mehr verursachen kann. Den reinigenden Effekt ermöglicht ein Zuschlagstoff in den Pflastersteinen, Photoment genannt.

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Dieses fotokatalytische Material auf der Basis von Titandioxid verwandelt mit Hilfe der ultravioletten Sonnenstrahlen Stickoxide, aus denen sich Ozon und damit der berüchtigte Sommersmog bildet, in Nitrate um. Diese spült der nächste Regen in die Kanalisation. Die Mengen sind so gering, dass sie keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
Auch gegen Moose immun

„Einer dieser Steine reinigt nach Berechnungen der TU Berlin mehr als einen Kubikmeter Luft in der Stunde“, freut sich Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Testfläche ist rund 750 Quadratmeter groß.

Wissenschaftler der Berliner Hochschule haben 1500 dieser Pflastersteine getestet und ihre Wirkung bestätigt. Als erste Stadt in Deutschland hatte Laupheim in Baden-Württemberg Anfang 2014 rund 500 Quadratmeter Bürgersteige mit Photoment-Platten belegt.

Den schadstoffvernichtenden Zuschlagstoff hat die zum Essener Kraftwerkskonzern Steag gehörende Steag Power Minerals gemeinsam mit dem Leverkusener Titandioxidhersteller Kronos Titan entwickelt. Sie knacken nicht nur Stickoxidmoleküle, sie verhindern auch, dass sich an wenig befahrenen und begangenen Stellen organische Beläge wie Flechten oder Moose bilden.

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Wie der Schmutzkiller funktioniert – der Regen wäscht das Nitrat vom Stein. (Grafik: Steag)

Der fotokatytische Effekt sorgt auch für die Zerstörung anderer Schadmoleküle, etwa Motoröl. Photoment kann jedem Betonpflasterstein zugesetzt werden. Der Katalysator ist am effektivsten, wenn die Sonne scheint, funktioniert allerdings auch bei Kunstlicht, etwa unter Straßenlaternen.

Der reinigende Belag kommt aber nicht für lau. Drei bis fünf Euro Mehrkosten enstehen pro Quadratmeter. Der Effekt soll sich laut den Entwicklern nicht abnutzen. Auch der Photoment Beton soll so stabil wie herkömmlicher Baustoff sein.
Schmutzige Städte

Der Einsatz von Photoment ist nicht auf Pflastersteine beschränkt. Sämtliche Formteile aus Beton lassen sich mit dem Luftreiniger versetzen, etwa Dachziegel, Fassadenfarben oder Lärmschutzwände. Das könnte den Städten helfen, die Grenzwerte für die Belastung der Luft mit Stickoxiden einzuhalten, die die Europäische Union festgelegt und für 2015 noch verschärft hat.

140 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürfen niemals überschritten werden, 100 Mikrogramm an allenfalls 18 Tagen pro Jahr. Bisher kann kaum eine Stadt im EU-Raum diese Werte einhalten. Ob allein der neue Baustoff die Situation verbessern kann, ist allerdings fraglich – an weniger Autos in den Innenstädten führt wohl auch mit ihm kein Weg vorbei.

Hier noch ein Video zum selbstreinigenden Beton:

via: http://green.wiwo.de/