Trend Enzyklopädie - Futureclick

Astronauten sollen ihr Essen selber drucken

Nasa-Forschungsprojekt. Auf Flügen zum Mars sollen Astronauten sich ihre Mahlzeiten aus dem Drucker holen. So sieht es jedenfalls ein aktuelles Forschungsprojekt vor. Sogar gegen Ernährungsprobleme in der Dritten Welt soll die Technik helfen.


TNO Research
Gedrucktes Essen: Algen, Gras und Insekten als Nährstofflieferanten

Bis jetzt ist es nicht viel mehr als ein interessantes Konzept, aber der Nasa ist es immerhin 125.000 Dollar wert. So viel investiert die amerikanische Raumfahrtbehörde in die Entwicklung eines 3-D-Druckers für Lebensmittel. Dabei geht es weniger um die Realisierung von Science-Fiction-Visionen wie dem Replikator aus „Star Trek“. Vielmehr stellt sich mit Blick auf künftig geplante Langzeitmissionen zum Mars die Frage nach der Lebensmittelversorgung der Astronauten.

Der Entwurf des Nasa-Partners Systems & Materials Research Corporation (SMRC) sieht dabei vor, dass ein 3-D-Drucker die verschiedenen Bestandteile menschlicher Ernährung in pulverisierter, lagerfähiger Form verarbeitet. Zucker, Proteine und Kohlenhydrate würden dann je nach zuvor vom Computer geladenen „Rezept“ zusammengestellt und tellerfertig produziert. Die ersten Entwürfe für das Astronautenessen der Zukunft sehen allerdings noch etwas fremdartig aus und erinnern ein wenig an Hundekuchen.

Hinter SMRC steht Anjan Contractor, ein Ingenieur mit einiger Erfahrung im Bereich des dreidimensionalen Druckens. In den kommenden Wochen will er sich zunächst an die Umsetzung eines vergleichsweise einfachen Rezepts machen und mit einem 3-D-Drucker eine Pizza herstellen. Deren Schichtaufbau kommt dem Druckverfahren entgegen. Die Grundlage soll ein Teigboden bilden, der im Moment des Drucks auf einer beheizten Unterlage gebacken wird. Danach soll eine Art Tomatensauce aufgebracht werden, gefolgt von einer Protein-Schicht. Die Zutaten sollen dem Gerät in Pulverform zugeführt und vor dem Drucken mit Wasser und Öl zu einer druckbaren Masse verarbeitet werden.

Einen Prototyp für dieses Verfahren gibt es bereits, einen 3-D-Drucker, der Schokolade druckt. Ende 2012 veröffentlichte Contractor einen Videoclip vom Schokodrucker.

Nach Contractors Vorstellungen soll das Druckproject Open Source bleiben, so dass Anwender in aller Welt kreative Nutzungsansätze für die Technik entwickeln können. Das ist naheliegend, weil der Entwurf für den Speisendrucker seinerseits auf einem Open-Source-Projekt beruht, dem RepRap-Drucker.

Doch Anjan Contractor hat nicht nur die Ernährung von Astronauten im Blick, er hofft, sein Konzept könne einen entscheidenden Beitrag gegen den Hunger in der Welt leisten. Er glaubt, angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung könnte synthetisierte Nahrung aus dem Drucker Versorgungsprobleme lösen.

In dieselbe Richtung gehen auch Forschungen des niederländischen Think-Tanks TNO Research. Deren Argument: Per Drucker produzierte Nahrung könnte auf Grundsubstanzen basieren, die sich leicht aus pflanzlichen und tierischen Quellen herstellen lassen, die in ihrer natürlichen Form nicht für Menschen geeignet wären. Das könnten beispielsweise Algen, Gras oder Insekten sein; also Material, das fast überall zur Verfügung steht.

via: http://www.spiegel.de/netzwelt/

Speak Your Mind